Hallo zusammen,
bei ARD.de ist ein Artikel erschienen wo CFD´s kurz vorgestellt werden, nach den (Hebel)Zertifikaten die nächste Revolution
Quelle:
http://boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_197404
(C) 2006 ARD.de
CFD: Die neue Börsenwette
Kaum haben sich deutsche Privatanleger an Zertifikate als Anlageform gewöhnt, schon kündigt sich bereits die nächste Revolution im Kapitalmarkt an: CFDs. Sie sind transparent, schnell, liquide und konkurrenzlos günstig.
An das Kürzel werden sich Privatanleger auch in Deutschland vielleicht schneller gewöhnen müssen, als sie denken: "CFD" steht für Contract for Difference und ist bei institutionellen Anlegern schon länger ein Begriff. In Deutschland bieten immer mehr zumeist kleinere Handels- und Bankhäuser den Handel mit den Kontrakten an.
Wette auf Kursunterschiede
Contracts for Difference gehören wie Futures oder Optionen, aber auch Zertifikate zu den Derivaten, also "Abkömmlingen" von Wertpapieren. Sie bilden Aktien, Aktienindizes, aber auch die Preise von Rohstoffen oder Rentenmarkt-Indizes ab. Beim Wortsinn genommen handelt der Käufer eines CFDs mit einem Verkäufer die Vereinbarung aus, die Differenz im Wert eines Basiswertes zwischen An- und Verkauf erstattet zu bekommen. Als Verkäufer tritt der Emittent des CFDs, ähnlich wie bei einem Zertifikat auf. Zertifikate können allerdings auch an einer Börse gehandelt werden.
Anbieter wie die in Frankfurt ansässige CMC Markets haben inzwischen mehr als 1.000 CFDs im Angebot. Dazu gehören Kontrakte auf Einzelaktien wie die der Dax-Unternehmen, eine große Palette von Aktienindizes und Rohstoffe wie Öl, Gold oder Silber. Sogar auf den Bund-Future, das Barometer des Anleihemarktes kann man eine Wette eingehen.
Pro Punkt ein Euro
Attraktiv werden die neuen Anlagemöglichkeiten durch eine Reihe von Eigenschaften, die sie von Zertifikaten, aber auch von Futures abheben. Vor allem die Schlichtheit der CFDs überzeugt. Der Wert eines Dax-CFDs etwa entspricht genau dem Index-Stand. Hat der Index etwa 6.500 Punkte erreicht, kann man den entsprechenden Kontrakt für 6.501 Punkte kaufen oder zu 6.499 Punkten verkaufen. Der Einfachheit halber entspricht ein Dax-Punkt in der Regel einem Euro. Mit einem Dax-Future-Kontrakt werden pro Dax-Punkt je 25 Euro bewegt.
Die Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufswert (Spread) entspricht immer zwei Punkten. Steigt also der Dax auf 6.600 Punkte hat der Anleger bereits 100 Euro Gewinn (minus zwei Euro Spread) eingefahren.
Shorten wie die Profis
Umgekehrt kann der Investor aber auch auf einen fallenden Dax setzen. Er verkauft also einen Dax-CFD beim Dax-Stand von 6.500 Punkten und schließt die Position später (hoffentlich bei einem niedrigeren Dax-Stand) wieder. Dieses Short-Selling ist in Deutschland bislang noch weitgehend Profis vorbehalten. Über CFDs können auch alle anderen Basiswerte wie Einzelaktien, Rohstoffe oder Währungs-Verhältnisse "geshortet" werden.
Um einen Basiswert zu kaufen, muss bei CFDs aber nicht der volle Wert, etwa einer Aktie bezahlt werden. Der Käufer hinterlegt jeweils eine "Margin" als Sicherheitseinlage. Ein Prinzip, das vom Futures-Handel bekannt ist. Um also 100 Deutsche Bank-Aktien zu je 100 Euro kaufen zu können, muss man nicht 10.000 Euro aufzuwenden, sondern lediglich eine fünfprozentige Margin, im vorliegenden Fall also 500 Euro. Die Wertentwicklung der Aktie wird dennoch voll mitgenommen.
Hebel mit Nebenwirkungen
Der Hebel, der durch einen Margin-Kauf entsteht, wirkt natürlich in beide Richtungen: Fällt etwa die Deutsche Bank-Aktie im Beispiel nur von 100 auf 95 Euro, ist die gesamte Sicherheitshinterlegung von 500 Euro bereits aufgezehrt 5 Euro Kursverlust mal 100 Aktien = 500 Euro). Wie beim Futureshandel gibt es dann zwei Möglichkeiten für den Anleger: Entweder der Investor schießt neue Mittel als Sicherheit nach oder er schließt die Position.
Bei der Liquidierung von Verlusttrades sind die Anbieter der CFDs in der Regel gerne behilflich. Unterschreitet die Margin gewisse Grenzen, wird die Position teilweise vollautomatisch "glatt gestellt". Wer also ernsthaft in den Handel mit den neuen Instrumenten einsteigt, sollte lieber etwas mehr als zu wenig Bares auf seinem Konto haben. CFDs sind damit vor allem für spekulative Anleger geeignet, die bewusst auch höhere Risiken eingehen wollen. Viele der Anbieter setzen Kenntnisse von gehebelten Produkten bereits bei der Konto-Eröffnung voraus.
Bezahlt wird meist nur der Spread
Neben der klaren Struktur eines CFD-Kontrakts und den niedrigen Spreads zwischen An- und Verkaufs-Preis zeigen vor allem die niedrigen Kosten im CFD-Handel ein gewaltiges Bedrohungs-Potenzial für den Zertifikatemarkt. Die Kommissionen für Aktien liegen etwa nur bei der Hälfte der üblichen Kosten für den Kauf und den Verkauf von Wertpapieren. Wer auf Aktienindizes oder die Entwicklung von Rohstoffen spekuliert, tut dies bei den meisten Anbietern ohne Kommission, er zahlt außer dem minimalen Spread nichts.
Dies gilt allerdings mit einer kleinen Einschränkung: Denn weil die CFDs eine quasi kreditfinanzierte Möglichkeit des Kaufs der Basiswerte darstellen, entstehen natürlich Kosten für die Finanzierung. Diese richten sich an üblichen Tagesgeldsätzen aus, auf die gegebenenfalls noch ein Aufschlag erfolgt. In der Praxis wird für einen Kauf (eine Long-Position) ein Finanzierungs-Zins in Rechnung gestellt. Bei Verkäufen, also Short-Positionen, erhält der Anleger unter Umständen dafür aber sogar einen Habenzins.
Realtime-Kurse und Charts inklusive
Mit den Handelsplattformen, die die CFD-Anbieter ihren Kunden zur Verfügung stellen, kann sich der Privatanleger schon fast wie ein Profi fühlen: Realtime-Kurse tickern nonstop über seinen Bildschirm. Um einen Kauf oder Verkauf zu tätigen, ist oft nicht mehr als ein Mausklick nötig. Eine ganze Reihe von Ordertypen wie Market-, Limit, oder Stopp-Order können genutzt werden. Und Chartmodule liefern in Echtzeit ein Abbild über den Trend, den die Aktie oder der Index der Wahl gerade einschlägt.
Nachdem er alle Instrumente in seinen Händen hält, alle Daten in Echtzeit hat und nur wenig Kapital einsetzen muss, braucht der Anleger mit CFDs nur noch eines: Die richtige Meinung zum Markt und die Nerven, sie auch umzusetzen.
AB
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Kleines ABC der CFD
Contract for Difference
CFDs sind weder Zertifikate noch Futures. Im Gegensatz zu Futures entsteht für den CFD-Käufer oder Verkäufer keine Pflicht, nach Auslaufen des Termingeschäfts den Basiswert zu "liefern", CFDs enthalten auch nicht die Option, etwa eine Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen zu können. Spekuliert wird lediglich auf Kurs-Differenzen beim Basiswert. CFDs sind anders als Futures und viele Zertifikate nicht mit einer Laufzeit ausgestattet und können damit theoretisch auf unbestimmte Zeit gehalten werden.
Spread
Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis ist bei CFDs ähnlich klein wie bei Futures. Bei Rohstoff-Kontrakten und bei der Spekulation auf Währungen liegen sie sogar oft in der zweiten Stelle hinter dem Komma, bei Aktien im Bereich von wenigen Cent. Gegenüber fast allen Zertifikaten weisen CFDs deutliche kleinere Spreads auf. Der Spread ist gleichzeitig die, bei CFDs relative kleine, Hürde, die ein Investor überspringen muss, um bei einem Handel in die Gewinnzone zu kommen.
Margin-Trades
Beim Handel mit CFDs wird, ähnlich wie beim Future-Handel, nur ein Bruchteil des eigentlichen Wertes durch eine Sicherheitsleistung (Margin) hinterlegt. Die Marginsätze variieren je nach Produkt und Anbieter zwischen einem und zehn Prozent. Damit kann mit 1.000 Euro eine Position eingegangen werden, die einen Wert zwischen 10.000 und 100.000 Euro hat. Gerät der Trade in die Verlustzone, schwindet allerdings die Margin entsprechend schnell.
Hebel
Aus dem Prozentsatz der Margin ergibt sich der theoretische Hebeleffekt, den der Anleger mit dem Kauf eines CFD erzielt. Einige Anbieter, wie die Plattform von ABN Amro, bieten verschiedene Hebel für den gleichen CFD an. Bei einer einprozentigen Margin würde bereits eine Veränderung von einem Prozent im Basiswert einer 100-prozentigen Wertsteigerung (bzw. einem Wertverlust) beim eingesetzten Kapital entsprechen.
Basiswerte
CFDs gibt es auch in Deutschland inzwischen auf viele Hundert Aktienwerte. Daneben kann auf alle wichtigen Leitindizes im Aktienmarkt wie den Dow-Jones-Index, den Nasdaq 100 oder den Nikkei-225-Index. Natürlich kann man damit auch auf Dax, TecDax oder MDax wetten. Aber auch die Spekulation auf Rohstoffe, den Anleihemarkt oder Währungen ist damit möglich.
Handelbarkeit
CFDs sind fast immer handelbar. Zumindest entsprechen die Handelszeiten zumeist denen der Futures auf Aktien, Aktienindizes oder Rohstoffe. Ein Dax-CFD ist damit in der Regel von 8 bis 22 Uhr handelbar. Bei Währungen tritt nur noch eine Handelspause am Wochenende ein. Da die Kontrakte nicht über eine Börse, sondern direkt mit dem Emittenten gehandelt werden und diese die Preise entsprechend dem Basiswert stellt, sind sekundenschnelle Orderausführungen gewährleistet.
Laufzeiten
CFDs haben keine Laufzeiten und unterscheiden sich damit sowohl von Futures und Optionen wie auch von Optionsscheinen und den meisten Zertifikaten. Der CFD-Kontrakt wird an jedem Handelstag auf der Basis des Underlyings neu bewertet. Damit entfällt das Umschichten, wie dies am klassischen Terminmarkt bei längerfristigen Positionen notwendig ist. Allerdings spielen dann Faktoren wie die Höhe der Margin und die Finanzierungskosten eine größere Rolle.
Finanzierung
CFD-Kontrakte werden quasi auf Kredit eingegangen. Damit fallen auch entsprechende Zinsen zur Finanzierung des Geschäfts an. Beim Kauf eines CFD sind dies Soll-Zinsen, beim Verkauf eines Kontrakts, also einer Short-Position zahlt der Emittent im Prinzip Haben-Zinsen. Beide Zinsen werden zumindest täglich fällig, einige Anbieter ermitteln Finanzierungskosten sogar sekundengenau.
Steuerliche Behandlung
(Anmerk.: wenn hier kein Fehler gemacht wurde?)
In Deutschland werden CFDs wie Aktien behandelt. Damit gilt derzeit noch das Halbeinkünfte-Verfahren. Im Zuge der neuen Abgeltungssteuer müssen Erträge aus CFD-Geschäften dann voraussichtlich ebenfalls mit einem einheitlichen Steuersatz versteuert werden.
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Wie immer wird über die richtige Praxis nichts ausgesagt, dennoch CFD´s sind wohl der "nächste Schritt" ...
Beste Grüße
Roti