Anknüpfend an ein heute im Futures-Broker-Thread geschriebenes
Post merke ich zusätzlich an, daß aber auch alle Profis nicht den Gesetzmäßigkeiten des näher rückenden Untergangs des heutigen Finanz-Systems entkommen können.
Jedem auch nur minimalem Insider sind die gravierenden Verwerfungen zwischen den verschiedenen Blöcken der Finanz-Welt bekannt. Versicherungen sind zwingend an der Absicherung von Mindest-Renditen interessiert, um ihren künftigen Zahlungs-Verpflichtungen nachzukommen.
Die auf der anderen Seite erforderlichen Kontrakt-Partner sind aber immer weniger bereit, diese Positionen zu für die Versicherungen erforderlichen Konditionen auch einzugehen. Die notwendigen Renditen zu erzielen, wäre schon bei maximaler Auspressung der Assets, in die investiert wurde (und damit letzlich der in ihnen arbeitenden Menschen), nur schwer möglich. In einer Zeit zunehmender Geld-Verwässerung durch die Zentral-Banken, ist es aber noch schwieriger, denn dadurch kann mit Renten-Werten bestenfalls noch ein nomineller Kapital-Erhalt geschafft werden.
In einem inflationären Szenario treten also reale Verluste ein und in einem deflationärem Szenario ohnehin ein Beinahe-Zusammenbruch der Real-Wirtschaft, wobei beides übrigens zu großen Teilen durch das mutwillig Manipulieren der Notenbanken noch verstärkt wird. Grundsätzlich könnte man das Manipulieren der Notenbanken noch für gut heißen, wenn ihre plakativ-verlogenen Ziele denn 1) ihre wirklichen wären und 2) es denn so überhaupt funktionieren könnte.
Zu 1) ist zu sagen, daß zumindestens bei der FED ihre offiziellen Ziele nichts mit der Realität zu tun haben. Da spielen sie ein recht plumpes Spiel, erst fluten sie den Markt mit wertlosem Geld und kassieren damit die in Geld vorhandenen Ersparnisse der Menschen, danach verknappen sie das Geld vorsätzlich, wodurch die Bewertungen für die Assets (z. B. Immobilien) fallen und für die nötigen Kredit-Sicherheiten nicht mehr ausreichen. So enteignen sie auch die nicht in Geld bestehenden Rücklagen der Menschen.
Zu 2) ist zu sagen, daß die Annahme der übersteigerten Rolle der Notenbank-Kredit-Konditionen geradezu absurd ist. Niemand in der Real-Wirtschaft nimmt Kredite nur um ihrer selbst willen auf, nur weil sie gerade billig sind, sondern
- er muß die Bereitschaft haben, ohnehin einen Kredit aufzunehmen, weil es aus Betriebs-wirtschaftlichen und technischen Gründen Sinn macht,
- er muß genug Sicherheiten haben, um ihn auch zu bekommen,
- er muß genügend positive Geschäfts-Aussichten sowohl in seiner Branche als auch gesamt-wirtschaftlich sehen, daß das Unterfangen auch emotional getragen werden kann.
Da das alles in der Regel nicht gegeben ist, landet das ganze billige Notenbank-Geld fast ausschließlich in der Spekulations-Sphäre, die
- dadurch immer weiter aufbläht und
- damit immer volatiler wird,
- damit eine immer interessantere Möglichkeit für Geld-Einkommen wird gegenüber der nutzbringenden Produktion echter Güter, die dadurch immer mehr verkommt, und
- eine immer größere Gefahr für die Gesamt-Witschaft darstellt.
Daß aber ganz abgesehen von den Gefahren für die Real-Wirtschaft, eine weitere Quelle des Zusammenbruchs sich schrittweise direkt im Kern der Finanz-Welt nämlich bei den Versicherern aufbaut, übersehen viele.
Am Ende ist es auch ziemlich egal, wodurch das ingesamt marode System zusammenkracht:
- Staats-Bankrotte,
- implodierende Spekulations-Blase,
- deflationäre Krise,
- Allokations-Störungen in der Real-Wirtschaft,
- Zusammenbruch von Versicherungen und Vorsorge-Systemen,
- Krieg, Bürger-Krieg oder Terror
es wurden an fast allen Stellen einstmals noch existierende Sicherungen zugrunde dümmlicher Kurzfrist-Ziele aufgebraucht und nun reicht die kleinste Erschütterung in einem Teil-System für unabsehbare Kastastrophen.
Einige besonders Einfältige werden morgen geradezu in Freuden-Taumel verfallen, falls Griechenland dieses Mal noch nicht den Auslöser für das endgültige Fiasko gab. Wielange aber wird diese Freude vorhalten bei immer unordentlicher werdenden Baustellen, egal wohin das Auge sieht?