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cranberries18

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Friday, March 9th 2012, 9:18pm

Interessant, wenn das kommt?! (wer liefert denn dann noch dahin? Geld bekommen sie keines mehr von "normalen" Investoren. 80 % Verlust mit den Anleihen reicht den meisten - einzig die EZB als lender of last ressort!)


Pharmabranche soll sich an Griechen-Schuldenschnitt beteiligen

Schuldenkrise. Die großen Pharmakonzerne sollen offene Forderungen an das griechische Gesundheitswesen abschreiben.

Athen. Nicht nur Banken und Versicherungen sollen Griechenland Schulden erlassen, sondern auch Unternehmen außerhalb der Finanzbranche. Betroffen sind vor allem Pharmakonzerne, da die griechische Regierung 2010 unbezahlte Rechnungen staatlicher Krankenhäuser durch die Ausgabe von Anleihen beglichen hat.

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pips

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Friday, March 9th 2012, 8:56pm

Veränderungen in der Autohersteller-Landschaft in Sicht?


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goso

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Friday, March 9th 2012, 8:25pm

Der deutsche Export ist schön und gut. Auch wohl der österreichische, ABER: was hilft der Export, wenn die Burschen net zahlen... siehe Target2 Deutschland.


Naja, AT hatte 2010 ein Handelsbilanzdefizit von rund 4,3 Mrd, es gab überhaupt nur ein Jahr -2007- mit einem Überschuß (0,4 Mrd).

Quelle: Statistik Austria
goso has attached the following image:
  • sta.gif

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pips (09.03.2012)

cranberries18

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Friday, March 9th 2012, 8:10pm

Ich lese einfach regelmäßig Querschüsse irrsinnig gerne. Quellenangaben und einfach nackte Daten. (ähnlich naked charts...)

Griechenland: realwirtschaftliches Armageddon

(obwohl das nix Neues ist, aber wenn Monsieur Sarkozy sagt: Griechenland ist gerettet, das Thema ist vorbei, ist es doppelt witzig. Mittlerweile über 50 % Jugendarbeitslosigkeit. Haben sogar die Spanier überholt. Die haben nur 49,9 %)

http://www.querschuesse.de/griechenland-realwirtschaftliches-armageddon/

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cranberries18

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Friday, March 9th 2012, 8:06pm

Der deutsche Export ist schön und gut. Auch wohl der österreichische, ABER: was hilft der Export, wenn die Burschen net zahlen... siehe Target2 Deutschland.

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pips

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Friday, March 9th 2012, 7:24pm

Zweierlei Maß?

Aus dem neuen Newsletter von ATTAC ein kleiner Auszug:
"Die deutsche Wirtschaft ist exportabhängig. Noch am Dienstag hat der
EU-Währungskommissar das Ungleichgewicht der Wettbewerbsfähigkeit der
Länder unter die Lupe genommen. Aber da wird mit zweierlei Maß gemessen:
Ein Leistungsbilanzdefizit von mehr als vier Prozent des
Bruttoinlandprodukts gilt als problematisch, beim Exportüberschuß wird
jedoch erst ab sechs Prozent ein Problem gesehen: Deutschland hat 5,9
Prozent!"
Ein Schuh kann doch daraus nur werden, wenn 5,9% Überschuss auf der Soll-Seite auf die doppelte Menge Menschen verteilt werden, damit deren jeweiliges Defizit dann knapp 3% beträgt.
Wenn diese also nicht ganz so dramatisch schnell wie derzeit Griechenland u.a. auf den Abgrund zu rasen, ist es nicht weiter schlimm.

pips

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Wednesday, March 7th 2012, 10:43am

Der ganze Wahnsinn

...oder Spitze im Ausweiten.

Wie Mr.Dax in einem der bei youtube zu sehenden Videos sagte, ist das menschliche Denken linear, und daher ist es eben schwierig, ohne intensiveres Nachdenken dahinter zu kommen, welche Dynamik das Zinseszins-System nach einer gewissen Zeit entfaltet. Am Beispiel des Josefs-Pfennigs, der bei Anlage zu 5% Zins nach schlappen 2000 Jahren zu Werten anwachsen würde, die in Planeten-großen Goldklumpen darzustellen wären, sollte die Absurdität des Systems klar werden.
Wenn nun auf den ersten Blick der Erbe des ersten Pfennig-(Cent) Sparers nach ca 70 Jahren das gut 30-fache weitervererben würde, sollte man ja denken:"na und".
wenn aber nach 660 Jahren der Betrag in knapp zwei Jahren nur durch Zinsen um weiter 100 Milliarden wächst, dann möchte man schon nicht mehr nachfragen, wie es hundert oder mehr Jahre später aussehen würde.
Und genau das wollen Politiker und andere Interessierte als stabiles System vermarkten.

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cranberries18

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Wednesday, March 7th 2012, 8:34am

http://www.querschuesse.de/ezb-bilanzsumme-im-eurosystem-bei-3029159-billionen-euro/

EZB: Bilanzsumme im Eurosystem bei 3,029159 Billionen Euro - Damit ist die EZB “Weltspitze” im Ausweiten der Zentralbankbilanz.

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Wednesday, March 7th 2012, 8:17am

Alles, was nur an irgendwelchen Rand-Symptomen des Zinsen-Zins-Systems rumkrittelt, statt das System grundsätzlich zu hinterfragen, ist reines Gelaber und dient der Rundum-Verschiebung der angeblichen Verantwortung auf irgendeinen Schwarzen Peter.

Irgendwo müssen die durch das exponentielles Geldmengen-Wachstum erfordernde Zinses-Zins-System erzeugten Phantasie-"Geld"-Summen ja umgeschlagen werden. Da es sich in der End-Phase eines Geld-System-Zyklus dabei niemals um real-wirtschaftlich sinnvolle Vorgänge handeln kann, muß es auch die dafür zuständigen Institute geben und das sind zum großen Teil die "Schattenbanken". Die werden ja gerade darum nicht reguliert, damit der ganze Wahnsinn des Systems nicht sofort offenbar wird, obwohl diese Vertuschung zunehmend schwerer wird.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

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MB/8 (08.03.2012), pips (07.03.2012)

Harley

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Tuesday, March 6th 2012, 8:40am

Wieder mal ein Lebenszeichen unseres ( D ) Wirtschaftsminister. :)

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziale…,819532,00.html
Wer Rechtschreibfehler in meinen Beiträgen findet, darf sie gerne behalten!
http://www.candletrading.de/blog/categor…gs/harley-fgbl/

pips

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Friday, March 2nd 2012, 9:52am

ach warum auch?

aus Dax Daily 2.3.2012


von Henrik Voigt

Wie ging das gestern nun aus mit der Entscheidung über die
Griechenlandpleite? Nun, der Verband der Finanzinvestoren ISDA hat
entschieden, dass der Umtausch griechischer Anleihen keinen Credit Event
darstellte. Das Land bleibt damit vorerst zumindest formal
zahlungsfähig. Aber das Wichtigste: Die Ausfallversicherungen CDS kommen
(noch) nicht zum Einsatz. Wir haben herzlich gelacht.
Das
Kreditereignis wird also zunächst kategorisch ausgeschlossen, obwohl es
faktisch eingetreten ist. Oder wie bezeichnet man sonst einen
Zahlungsausfall zum größten Teil? Die Ratingagenturen nennen die Sache
jedenfalls beim Namen (was auch nicht weiter verwundert, denn es handelt
sich ja nicht um die USA). Der Bankenverband hat also entschieden, dass
einige seiner Mitglieder keine CDS-Versicherungen auszahlen müssen. Die
gezahlten Prämien waren demnach hinausgeworfenes Geld und dienten nur
zur Bereicherung der emittierenden Banken. Für diejenigen, die sich
damit versichert haben, kommt also zu den nutzlos verlorenen Prämien
noch der Zahlungsausfall durch den Schuldenschnitt. Wenn, ja wenn sie so
dumm sind, und diesem ja immer noch freiwilligen" Schuldenschnitt
zustimmen.
Wenn aber nicht mindestens 75% der
privaten Gläubiger tauschen, dann wird der Deal trotzdem platzen. Dann
haben wir nämlich keinen "freiwilligen" Schuldenschnitt mehr und damit
ein nicht vorliegendes Kreditereignis. Dann bliebe Griechenland nur noch
eine Erzwingung des Schuldenschnitts über ein juristisch sehr
fragwürdiges CAC. Dann müssen die CDS doch noch gezahlt werden. Und dann
wird es spannend: Die genaue Höhe der Ausfallversicherungen ist
unbekannt, kann aber um ein Vielfaches höher liegen als das
abzusichernde Risiko (die CDS waren auch beliebte Spekulationsobjekte).
Das ganze tolle Weltfinanzsystem könnte mit einem großen Knall plötzlich
untergehen, wenn diese Zahlungen sehr hoch sein sollten und plötzlich
fällig werden. Das erklärt sicher, warum so vehement und mit allen, auch
sehr fragwürdigen Mitteln versucht wird, diesen Default zu verhindern.
Und Merkel jetzt Panik bekommt und das Rettungschirmchen wohl doch
aufstocken will. Ob das reicht?

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Monday, February 27th 2012, 4:26pm

Vielen Dank Krümel für den erfrischenden Artikel. Genau solche Gedanken, die deutlich über den status-quo hinaus gehende Denk-Ansätze verfolgen, werden gebraucht.

Dabei ist es ganz egal ob man sie dann im Einzelnen auch real bis zur letzten Konsequenz verfolgen möchte, nur wird damit die Losungs-Findung nicht im schon im Vornherein durch unsinnige Rand-Bedingungen beschränkt. Unzutreffenderweise nur vermeintlich unabdingbare Rand-Bedingungen fallen übrigens im Falle eines System-Kollaps in Unordnung ohnehin weg, dann aber in ungeplantem Chaos.
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pips (27.02.2012)

pips

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Monday, February 27th 2012, 2:48pm


Letztendlich ist ja das große Ziel, dass es möglichst vielen gut geht ....

Ich neige auch zu diesem Gedanken; aber wessen Ziel ist das eigentlich, und warum? Ist das mehrheitsfähig?
Ist es zum Beispiel - und aus welcher /wessen Sicht? - vorzuziehen, wenn auf der Erde 5 Millionen mit Wohlfühl- oder Gut-geh-Faktor 3 leben, oder lieber 10 Millionen mit Wohlfühl-Faktor 1 ? Bei der Ausgestaltung dieser Frage könnte man ja noch die Bedingung einführen, dass die Lebensbedingungen Einzelner nicht allzu weit vom Durchschnitt sein sollen.

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Monday, February 27th 2012, 2:10pm

Daß zu einfach gestrickte Regeln letztlich fast immer aus ganzheitlicher Sicht nicht wünschbare Extrem-Szenarien entstehen lassen, legt nahe, daß man lange vor dem Eintreten der unerwünschten End-Zustände die Regeln modifiziert.


Auf jeden Fall muss man die Regeln der Akteure ändern, denn sonst wird immer wieder dasselbe hinten rauskommen !

Solche Gesellschafts- und Wirtschaftssimulationen wie die Zuckerwelt sind in meinen Augen ein nützliches Hilfsmittel, um vorab zu testen, wie sich Regeländerungen auf das Gesamtergebnis auswirken können. Zumal es uns Menschen in der Regel sehr schwerfällt, uns solche komplexen adaptiven Systeme vorzustellen und im Kopf die Ergebnisse durchzusimulieren.

Bsp.: man ´schaut sich die hässliche Pareto-Verteilung an und kommt vielleicht auf die Idee, da einfach mal am rechten Ende Einkommen wegzunehmen (bzw. Zucker) und an die linke Seite der Verteilung zu packen getreu dem Motto: Man nimmts den Reichen und verteilt es unter den Armen. Das versucht man ja mit einer z.B. "Reichensteuer" (so sie denn kommt) in Kombination mit Hartz IV. Aber ist das langfristig wirklich so optimal ? Für die Motivation der "Armen" auf Dauer sicher nicht und für die der Reichen vermutlich auch nicht. Die ersteren werden vermutlich inaktiver, da sie wissen, dass sie alimentiert werden, aber da nicht mehr rauskommen (und wehe, irgendwann gibt es nicht mehr genug Zucker für sie), die zweiten werden vermutlich versuchen, ihre Zuckerberge zu schützen (Lobby, Gewalt, Ausweichmöglichkeiten, wenn vorhanden nutzen usw.).


Eventuell ist es z.B. sinnvoller, (nach einem Reset) die anfängliche eher Normal- bzw. Gleichverteilung gar nicht in Richtung Pareto entarten zu lassen. Hier sind dann kreative Ideen gefragt, wie man das hinbekommen kann. Welche zusätzlichen Regeln müssen in das System eingebaut werden ?

Dazu kann man dann auch recht provokante Thesen überprüfen, die man im echten Forschungsumfeld mit echten Versuchspersonen niemals durch die Ethikkommission bekommen hätte:
Was passiert, wenn man jeweils das ärmste und das reichste Mitglied einer Gesellschaft miteinander zwangsverpaart ? Oder sich beide zumindest das Einkommen teilen müssen. Wenn man für eine Gesellschaft wünschenswerte Eigenschaften bei der Fortpflanzung unterstützt (z.B. Elterngeld bzw Extra-Zucker nicht für alle per se) = Veränderung der Anreizsysteme. Kinder kriegen kann ja weiter jeder, aber den Zuschuss bekommen nur die "erwünschten" ? Ja, das ist nicht gerecht und fair, aber das ist das heutige System ja auch nicht. Und so kann man doch eine Reihe von Ideen, Stammtischparolen oder auch "Spinnereien" überprüfen.

Letztendlich ist ja das große Ziel, dass es möglichst vielen gut geht und nicht dass es sehr wenigen extrem gut geht und dem Rest zunehmend schlechter.

Wie man - wenn man etwas sinnvolles bei den Simulationen herausfindet - dieses dann tatsächlich umsetzt, zumal man ja gegen das aktuelle System arbeitet, welches ja seine Pfründe sicherlich nicht freiwillig aufgibt, steht noch auf einem anderen Blatt. Kann man durch kleine Veränderungen die Akteure dazu bringen, dass die Gesamtentwicklung einen anderen Pfad einschlägt, oder braucht man tatsächlich einen Total-Neustart, wo man eher einen zentralen Lenker erwarten würde, der den Start-Button drückt ? Ich halte letzteres für unrealistisch, denn gerade die zentrale Steuerung fehlt ja typischerweise in solchen komplexen adaptiven Systemen.

Aber theoretisch sollte man auch das vorher mittel Simulation durchchecken können: welche Schritte müssen wie in welchen Zeiträumen von wem durchgeführt werden, damit am Ende das gewünschte Ergebnis steht, das System sich also quasi selbst ändert.
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Monday, February 27th 2012, 1:51pm

Regeln ändern

Da taucht dann halt wieder die Frage auf: Welche Menschen können von welchen Menschen gemachte und eingesetzte Regeln ändern, und auf welche Weise kann das geschehen?

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Krümel (27.02.2012), Perfect Trader (27.02.2012)

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Monday, February 27th 2012, 12:47pm

Daß zu einfach gestrickte Regeln letztlich fast immer aus ganzheitlicher Sicht nicht wünschbare Extrem-Szenarien entstehen lassen, legt nahe, daß man lange vor dem Eintreten der unerwünschten End-Zustände die Regeln modifiziert.

Die vermeintliche Unausweichlichkeit unerwünschter End-Zustände kann insbesondere nicht gelten, wenn man sieht, wie viele Bürokratien aufgebaut werden, um irgendwelche ziemlich irrelevanten Dinge zu regulieren.

Von Menschen gemachte Regeln können auch von Menschen jederzeit geändert werden.
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Krümel (27.02.2012), MB/8 (27.02.2012)

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Monday, February 27th 2012, 12:05pm

So hat mich z. B. bei meinem BWL-Zweit-Studium in Fach VWL immer sehr geärgert, daß dort hinter einem mathematisch sehr elegantem Formelwerk, was mir durchaus gut gefallen hat, schwerste Lügen über die wirkliche Funktionsweise der Gesellschaft abgetarnt wurden, indem Sach-Zwänge vorgespiegelt wurden, die in Wahrheit sehr wohl das Ergebnis menschlicher Entscheidungen waren und die bei anderer Gestaltung bestimmter Eingangs-Bedingungen gar nicht zwingend wären.
Das interessanteste Buch, welches ich in letzter Zeit dazu gelesen habe, war Die Entstehung des Wohlstands. Wie Evolution die Wirtschaft antreibt. Darin findet sich u.a. auch ein ausführlicher historischer Abriss über die Entwicklung der verschiedenen Wirtschaftstheorien und warum der Griff in die Physik und die Übernahme des Gleichgewichtsmodells nicht gerade als Glücksgriff zu bezeichnen ist.

In dem Buch findet sich im übrigen auch noch eine sehr gute Zusammenfassung der Ergebnisse der Zuckerwelt (Epstein und Axtell: Growing Artificial Societies: Social Science from the Bottom Up - einer Simulation einer Gesellschaft, die trotz ihrer Einfachheit doch sehr erstaunliche Erkenntnisse liefert .

Die extremen Ungleichverteilungen von Einkommen zwischen Arm und Reich entstehen in der simulierten Welt auch unabhängig davon, ob ein Kreditwesen inkl. Zinseszinssystem implementiert sind oder. Mit dem Zins geht die Schere nur schneller auseinander. Aber auch andere Phänomene werden putzigerweise in der SImulation beobachtet (die man so vorher nicht einprogrammiert hat, sondern die durch die Interaktion der Akteure entstehen).

Mir persönlich gefällt die Idee nämlich viel besser, dass in einem durch Interaktion von sehr vielen Individuen, die nach recht primitiven Regeln agieren (und was sich auch mit meiner Alltagserfahrung deckt) ein relaltiv komplex wirkendes dynamisches System entsteht, was als Ausgang u.a. eine Einkommensverteilung in Pareto-Form hat als dass ich mir vorstellen will, dass da einige Wesen sitzen und die Weltherrschaft an sich reißen wollen . Dass das Ergebnis für viele unschön und/oder moralisch verwerflich ist, stelle ich hier nicht zur Diskussion.

Hier noch eine Zusammenfassung zum von mir o.g Buch "Die Entstehung des Wohlstands." von Beinhocker: http://www.bertramkoehler.de/Wirtschaft.htm.
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Monday, February 27th 2012, 10:10am

Gut für das Trading finde ich "Psycho Kybernetik" (zum Beispiel die Bücher von Maltz). Die anderen Gebiete der Kybernetik habe ich beim Traden bisher nicht benötigt. ;)
"Erfahrung ist das, was Du bekommst, wenn Du nicht bekommst, was Du willst." Randy Pausch

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sayula

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Monday, February 27th 2012, 1:36am

Zu 'kybernetisch' fallen mir Ökolopoly und die elektronische Variante ecopolicy ein.
Ein realisierter - kleiner - Verlust ist eine neue Chance auf einen Gewinn

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Sunday, February 26th 2012, 8:07pm

Vorsicht vor unkritischer Nutzung formaler Methoden

Obwohl ich der Nutzung formaler Methoden sehr aufgeschlossen gegenüber stehe und sie geradezu verlange, möchte ich trotzdem auch vor ihrem häufig betriebenen Mißbrauch bei der Anwendung auf Gesellschafts-politische Themen warnen.

So hat mich z. B. bei meinem BWL-Zweit-Studium in Fach VWL immer sehr geärgert, daß dort hinter einem mathematisch sehr elegantem Formelwerk, was mir durchaus gut gefallen hat, schwerste Lügen über die wirkliche Funktionsweise der Gesellschaft abgetarnt wurden, indem Sach-Zwänge vorgespiegelt wurden, die in Wahrheit sehr wohl das Ergebnis menschlicher Entscheidungen waren und die bei anderer Gestaltung bestimmter Eingangs-Bedingungen gar nicht zwingend wären.

Selbst das von fast jedermann nachgebetete simple "Gesetz" von Angebot und Nachfrage ist in der strengen Form nicht aufrecht zu erhalten, da viele Dinge in Wahrheit gar nicht knapp sind, sondern absichtlich, teils sogar mit großer Mühe, knapp gehalten werden. Es geht oft gerade nicht um die freie Entscheidung von Anbieter und Nachfrager, sondern vielmehr um den gerade noch ohne Übergang zu nicht mehr mit ökomonischen Mitteln durchgeführter Konfrontation durchsetzbaren Grad an Erpressung des Gegenüber. Die "freie Entscheidung" ist aber für die ökonomischen Theorien eine oft als entscheidend voraus gesetzte Fiktion, ohne die die gemachen Aussagen dann nicht mehr stimmen.

Viele Betrachtungen setzen weiterhin voraus, daß das umgebende politische, rechtliche und moralische Umfeld genau so bleibt, wie voraus gesetzt. Die unter Ökonomen immer gemachte Annahme "ceteris paribus" beinhaltet aber viel zu viele als gesetzt anzunehmende Umfeld-Bedingungen, als daß sie für eine umfassende Gesellschafts-Analyse mit ausreichendem Veränderungs-Potential funktionieren könnte.

Daher werden die meisten Betrachtungen von Ökomomen und Politikern auch nur nahe am status-quo opererieren und sich nur selten zu wirklich gravierenden Neuerungen hin bewegen können, obwohl die Operations-Forschung zeigt, daß in hinreichend komplexen Systemen der Weg von einem lokalen Optimum zu einem noch besseren lokalem Optimum nicht in der Nähe des alten Optimums gefunden werden kann, sondern einen großen Sprung mit Risiken erfordern. Die üblichen Grenz-Betrachtungen mit kleinen infinitesimalen Änderungen sind also grundsätzlich ungeeignet, wirklich große Verbesserungen zu erreichen.

Da es den Leuten, die im Umgang mit den Formalismen bestens vertraut sind, ein Leichtes ist, das Publikum mit dem Bemühen um das Verstehen der Formalismen lange genug von den grundsätzlicheren Fragen nach den oftmals gar nicht zutreffenden Basics abzuhalten, kann solche Formalisierung auch hervorragend dazu mißbraucht werden, unter dem Deckmantel, die "ach so komplexen" Dinge erst mal jahrelang richtig verstehen lernen zu müssen, von jedweder aktiven Änderung in der Realität ab zuhalten.

In dem Sinn ist randalierender Mob auf der Straße bei allem auch von mir selbst "kultiviertem" bürgerlichem und akademischen Abscheu darüber oft weiter und ehrlicher als Leute, die ihre hilflose Beharrung hinter abstrusen Formal-Gebäuden verstecken müssen.
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