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MB/8

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Friday, December 30th 2011, 1:55am

@ Georg

Ich mache ein bisschen Spaß, wünsche und gönne Dir und Deiner Familie jedoch viel Erfolg. Wenn Du das nicht glaubst, so sage ich, Mißgunst ist die größte Anerkennung! :)

MB/8

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Friday, December 30th 2011, 1:34am

Ah, kleine Nebensache, nachstehende Großhandels-Firma http://www.stratfordwine.co.uk/ wurde von mir und dem Vater des jetzigen MD gegründet und hieß vor dem Verkauf meiner Anteile noch : M.... &Stratford. Lange vor Internet.

Mit der Firma geht es nach Deinem Ausscheiden aber stark bergab, die haben keinen einzigen deutschen Wein mehr im Sortiment. :( ;)

MB/8

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327

Friday, December 30th 2011, 1:27am

Als mein Sohn vor einem Jahr seine Firma, CEO und Mehrheitseigner, für 25 Millionen EURO verkaufte wurde die Bewertung natürlich nicht nach charttechnischen
Gesichtspunkten sondern nach harten Fundamentaldaten vorgenommen.
Hat zwar nichts mit Charttechnik zu tun, aber um welche Firma handelt es sich?

Hoffentlich war unser Bundespräsident nicht auch bei ihm kostenlos in Urlaub. ;)

cav.

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Friday, December 30th 2011, 1:21am


Bulkowski hat in seiner 1000 Seiten starken Enzyklopedia Of Chart Patterns 500 US Firmen untersucht und zwar überwiegend während der langen Hausse in den 90er Jahren. Trotzdem sah er sich genötigt zu kommentieren:

Warning: The statistics in this book are based on perfect trades. For example, the average rise for head and shoulders bottoms in a bull market is an average of 554
perfect trades—buying exactly at the breakout price and selling at the ultimate high, the highest high before prices tumble by at least 20%. The likelihood of
duplicating that in actual trading is zero. Thus, do not expect your trades to perform as well as the “average” statistics in this book. Rather, use the statistics
as tools to help gauge how well the pattern you are about to trade will dowhen compared to other patterns in this book.
In der zweiten Version des Buches (Jahr 2005) hat er auch die Baisse ,um 2000, in die Statistik einfließen lassen.

Wer die vorgestellten Pattern ohne Abstimmung auf seine Persönlichkeit und weitere Test übernimmt ist eh selber schuld.


High Frequency Trading hin oder her, es lässt sich nach wie vor in allen Timeframes profitabel mit Charttechnik traden, nur sollte man nicht vergessen den gesunden Menschenverstand zu benutzen.

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GeorgM

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Thursday, December 29th 2011, 9:04pm

Charttechnik

Ob der Autor des Artikels Erfahrung im Trading hat oder ob gerade seine Erfahrung zu dem Artikel ausschlaggbend waren weiß ich nicht. Das er eine so großartige Website kostenlos zur Verfügung stellt ist dankenswert.

Es ist doch so, dass jeder Börsenneuling sich zwangsläufig mit der Charttechnik wie wir sie heute kennen konfrontiert wird . Charttechnik gehört zum großen Geschäft und wird daher einfach als non plus ultra wahrgenommen. Es ist doch zunehmend nachzulesen, dass sehr populäre Trader schon längst von der Charttechnik a la Murphy und Bulkowski abgerückt sind.

Bulkowski hat in seiner 1000 Seiten starken Enzyklopedia Of Chart Patterns 500 US Firmen untersucht und zwar überwiegend während der langen Hausse in den 90er Jahren. Trotzdem sah er sich genötigt zu kommentieren:

Warning: The statistics in this book are based on perfect trades. For example, the average rise for head and shoulders bottoms in a bull market is an average of 554
perfect trades—buying exactly at the breakout price and selling at the ultimate high, the highest high before prices tumble by at least 20%. The likelihood of
duplicating that in actual trading is zero. Thus, do not expect your trades to perform as well as the “average” statistics in this book. Rather, use the statistics
as tools to help gauge how well the pattern you are about to trade will dowhen compared to other patterns in this book.

Die meisten publizierten Chart Patterns sind auch nicht auf Indezes anwendbar schon gar nicht im kurzfristigen Handel.

Wenn wir davon ausgehen, dass der heutige Umsatz im Aktienmarkt 50 % mit High Frequenz Trading ohne jegliche klassische Charttechnik und 30% durch institutionelle
Investioren mit Fundamentalanalyse generiert wird, wer bleit denn dann noch übrig? Richtig, überwiegend Verlierer basierend auf Charttechnik. Wohlgemerkt, ich spreche hier nicht vom Forex Trading der Forum Retailer.

Als mein Sohn vor einem Jahr seine Firma, CEO und Mehrheitseigner, für 25 Millionen EURO verkaufte wurde die Bewertung natürlich nicht nach charttechnischen
Gesichtspunkten sondern nach harten Fundamentaldaten vorgenommen.

Meine kurzfristige FDAX-TRADING-STRATEGIE basiert auf Kurs, Volumen und Vola und meine langfristige Zyklen-Dividenden-Strategie auf Fundamentaldaten.

Mehr kann ich zu dem Thema Charttechnik gar nicht mitteilen. Ah, kleine Nebensache, nachstehende Großhandels-Firma http://www.stratfordwine.co.uk/ wurde von mir und dem Vater des jetzigen MD gegründet und hieß vor dem Verkauf meiner Anteile noch : M.... &Stratford. Lange vor Internet.

Guten Rutsch und Prost wünscht. GeorgM

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Perfect Trader (30.12.2011)

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Thursday, December 29th 2011, 12:33pm

Der Verfasser des zitierten Artikels lässt gleich im ersten Absatz erkennen, worum es ihm letztlich geht:
"Im Folgenden soll der Versuch unternommen werden, die wesentlichen Kritikpunkte zusammenzutragen, die diesen Ansatz auf seinen Unwert zurückzuführen berufen sind."

Dass er selbst kaum nennenswerte Erfahrungen mit der techn. Analyse gesammelt haben kann, merkt man bereits daran, dass er mehrfach den Begriff "Kursprognose" verwendet.

Er zerfetzt alles möglichst gründlich, lässt aber den Leser gleichwohl ratlos im Regen stehen, anstatt brauchbare Alternativen zu nennen. Soll etwa ein Daytrader mit Fundamentaldaten operieren? Fazit: Weder hilfreich noch zielführend!

@ Georg M
Deine Methode gehört ebenfalls zum Bereich techn. Analyse. Da solltest Du aber schleunigst was ändern...

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GeorgM

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Thursday, December 29th 2011, 8:49am

Charttechnik, ganz meiner Meinung.

http://www.deifin.de/thema014.htm

Trade well, GeorgM

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Perfect Trader (30.12.2011)

GeorgM

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Monday, December 26th 2011, 4:50pm

Was ich wirklich sagen wollte:

PT schreibt die meisten Beiträge, bekommt dafür die meisten Danksagungen und generiert dadurch auch viele Fragen und Antworten . Das ist prima für das Forum .

Es bezeichnet sich selbst als gestandener Trader und diese sind natürlich in ihrem Metier sehr erfolgreich. Herzlichen Glückwunsch.

Trade well, GeorgM

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cranberries18 (26.12.2011)

GeorgM

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Sunday, December 25th 2011, 10:15pm

Eines muss man PT anerkennen, für ein Forum könnte man keinen besseren Traffic Maker finden.

Alles was er hier schreibt und in der Essenz sonst wo längst geschrieben wurde, hat den implizierten Unterton,

dass er das alles korrekt anwendet und tonnenweise Mäuse macht. Wenn es so wäre gönnte ich es ihm.

Trade well, GeorgM

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DanielR

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Sunday, December 25th 2011, 8:04pm

damit man im Spiel bleibt.


für meinen diskret. Handelsansatz ist das Erkennen bzw. das Lesen der Market Conditions die Essenz des Tradings.

Grüße
Dan
I go for it!

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Tuesday, December 20th 2011, 8:53pm

Trading als gelebtes Risiko-Management

Beim heutigen Beantworten einer Frage zu den im wesentlichen unzutreffend immer mal wieder als "Wundermittel" gepriesenen "Fibonacci-Levels" fiel mir auf, daß, wenn ich um eine extrem geraffte Kurz-Form all meiner Ratschläge zu einer funktionierenden Trading-Philosophie gefragt würde, die Antwort in die Richtung gehen würde, daß es keinesfalls um "Fröhliches Kurse-Raten" geht, sondern man niemals over-confident (s. z. B. behaviouralfinance.net) seine eigenen Prognose-Fähigkeiten überschätzen sollte und die dem Markt innewohnende, trotz hier und da nicht-effizienten Bewegungen in hohem Maße Zufalls-bestimmte Eigen-Dynamik vollauf anerkennen sollte. Mit der dadurch begründeten Unsicherheit muß jeder Trader dauerhaft klar kommen und kann sie allenfalls mit gründlicher methodischer Vorbereitung und intensivem Studium der Märkte zu einem kleinen Edge gemittelt über alle Trades nach einem wohl-definiertem System ausbauen.

Vielmehr sollte man sich auf die grundlegenden Zusammenhänge von Chance-Risiko-Verhältnissen und Treffer-Quote und die maximalen Drawdowns in Abhängigkeit vom eingegangenen Risiko konzentrieren, damit man im Spiel bleibt.

Trading ist also seinem innersten Wesen nach als aktiv gelebtes, bewußtes und kontrolliertes Risiko-Management zu verstehen.

Damit werden immer mal wieder genannte und beim Publikum beliebte Extrem-Positionen "besonders gescheiter" "Experten" für die gar nicht so übermäßig bedeutsamen Ein- und Ausstiege stark relativiert. Ein- und Ausstiegs-Signale sind besonders bei völligen Anfängern beliebt, die Trading nicht als Risiko-Management sondern als Hellseherei ansehen, ebenso bei Aufschneidern, die sich selbst Öffentlichkeits-wirksam über ihre objektiv gar nicht vorhandenen Resultate hinweg lügen wollen, und natürlich bei allen Dienstleistern, die stets vorhandene Unsicherheit an den Märkten in Nachfrage für ihre (in den meisten Fällen dürftigen) "Produkte" ummünzen wollen.

Allen gestandenen Tradern, die sich - genau wie auch - ich trotz der grundsätzlichen Zufalls-Dynamik sehr wohl und durchaus auch intensiv Gedanken um die richtigen Ein- und Ausstiege machen und die starke Konzentration auf Risiko-Management zu einseitig oder zu übertrieben finden, sei für eine besinnliche Stunde empfohlen, statt einer eher oberflächlichen Vorurteilen oder zu enger Fassung des Begriffes 'Risiko-Management' entspringenden Gewichtung mal ganz genau auf ihre eigene Strategie zu schauen, welche der Teile neben aller Prognose auch viele Elemente des Risiko-Managements enthalten und sie werden da bestimmt fündig werden und manches Aha-Erlebnis haben. Risiko-Management (wobei ich hier mal das Money-Management mit subsummiere) beinhaltet nicht nur die simplen Berechnungen zu Einsatz-Höhe und initialem Risk, sondern greift mittelbar über die statistischen Eigenschaften der Kurs-Zeit-Reihen und daraus Time-Frame-Wahl, Vola-Levels, Stop-/TP-Setzungen, Opportunity-Anzahl auch auf die von Vielen als eigentlicher Kern-Bereich angesehene Bestimmung von Ein- und Ausstiegen durch.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

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DanielR (25.12.2011)

DanielR

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Thursday, December 1st 2011, 10:23pm

Meiner Meinung nach gibt es eine Reihe von verschiedenen Tradertypen. Bei Fisch und PT treffen an dieser Stelle zwei krass verschiedene? Typen aufeinander. Fisch eher der diskretionäre, PT der wissenschaftliche. Je nach Tradertyp bietet es dem einen oder anderen sicher einen Vorteil, wenn er ein Stück "Persönlichkeit" aus dem aktiven Trading herausnimmt = gleichbedeutent mit Zunahme von automatisierten Entscheidungsfindung. Zweiterer sollte auch eher eine Syntax/Semantik in petto haben.
Trading ist so vielfältig. Da draussen verdienen sicher ein paar Typen/innen auf eine Art Geld, an die wir hier nicht mal glauben oder denken.

In diesem Sinne
Dan
I go for it!

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Thursday, December 1st 2011, 2:47pm

Modelle und ihre Brauchbarkeit

Ich habe hier schon im Februar 2007 eine sehr allgemeine Definition des Begriffes Modell gegeben.

Sicher hat eine Theorie eklatante Mängel solange sie übertriebene Grund-Annahmen benötigt, wie z. B. gleiche Motive, gleiche Information, Transaktionskosten- und Steuer-Freiheit, unendliche Teilbarkeit u. a. m. Das sollte aber Anreiz sein, auch kompliziertere Fälle mit weniger strengen Anahmen zu untersuchen und somit eine bessere Theorie zu bekommen.

Besonders bedenklich ist, wenn wenn eine Theorie nicht mal sehr wichtige Phänomene ihres Gegenstands-Bereiches aus sich selbst heraus erklären kann, sondern sie als externe Gegebenheiten einfach hinimmt, wie das z. B. bei einigen in der BWL gelehrten Trading-Theorien ist. Aber solange überhaupt irgendwas modelliert wird, ist die Theorie eben für bestimmte Teil-Aspekte noch eingeschränkt brauchbar.

Bei sehr strengem Wissenschafts-Begriff reicht ein einziger Widerspruch aus, um die Theorie komplett zu widerlegen (weil man sonst mit der logischen Implikation auf logisch völlig korrekte Weise aus ihr jede beliebige Aussage zusammen mit ihrem Gegenteil ableiten könnte). Bei aufgeweichten Anforderungen nimmt man gewisse Mängel billigend in Kauf, weil die Vorteile im praktischen Anwendungsfeld größer sind als die prinzipiellen Mängel und man die Grauzonen in der Anwendung ausklammert. Natürlich sollte auch hier, genau wie im Fall des ersten Absatzes der Ansporn groß sein, die Mängel zu beheben.

Trotzdem werden Theorien mit solchen Mängeln nach vernünftiger Abwägung des Für und Wider wegen der brauchbaren Resultate benutzt, solange die besser sind als ganz ohne Theorie. Man kann zu einem bestimmten Entwicklungs-Zeitpunkt eines Fachgebietes nicht mehr erwarten, als dieses zu der Zeit liefern kann. Auch die Fortentwicklung der Wissenschaft findet in einem Ressourcen-begrenzten Umfeld statt, wo nicht alles Wünscheswerte auch umgehend machbar ist. Man muß sich nur der Grenzen des Modelles bewußt sein und die richtige Einschätzung der Grenzen seiner Modelle ist ein wichtiges Zeichen von echter Intelligenz.
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Thursday, December 1st 2011, 2:04pm

Re: Persönlichkeit und Objektivierbares

Ich habe mich bei wolli bedankt, weil er sich an dieser interessanten Diskussion beteiligt, aber trotzdem ist wirkliche Objektivität niemals ein Hirn-Gespinst. Objektiv beinhaltet dabei mindestens:
  • wohldefinierte Begriffe, die das Gemeinte auch wirklich festlegen und ausreichend gegenüber nicht Gemeintem abgrenzen,
  • Satzbau-mäßig korrekt formulierte Aussagen mit diesen Begriffen,
  • die Überprüfung der Wahrheit dieser Aussagen mit dazu brauchbaren Methoden,
  • die Bewertung der Relevanz dieser Aussagen für das angestrebte Ziel im Rahmen eines Kriterien-Kataloges,
  • der Aufstellung eines Kriterien-Kataloges,
  • die Aufstellung von Kriterien für das Ziel selber,
  • und das Ganze solange notwendig über mehrere Meta-Ebenen, bis die Dinge Praxis-relevant genug verstanden sind.
Gerade um Verletzungen der Objektivität festzustellen, in denen sich jemand oft sogar ohne bösen Willen verrannt und verliebt hat, dienen doch die obigen Anforderungen.

Wissenschaftliche Methoden sind bei keinem Problem-Lösungs-Prozeß schlecht. Sie sind doch nur eine handwerklich sehr gut gemachte und weitgehend aufbereitete Beobachtung. Und wir als Trader spekulieren doch an den Finanz-Märkten - und spekulieren kommt vom lateinischen speculari = spähen, beobachten.
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Thursday, December 1st 2011, 1:29pm

Persönlichkeit und Objektivierbares

Auch ich schätze Intuition und ganzheitliches Denken, bin mir der Rolle der Persönlichkeit des Traders bewußt und habe dazu auch eine ganze Reihe von Posts geschrieben. Wenn ich gefragt werde, wie ich die Dinge im Trading ordne, dann nenne ich meist in folgender Reihenfolge:
  1. Psyche,
  2. Risiko-Management,
  3. Money-Management, wobei ich dessen Subsumption unter Risiko-Management auch akzeptiere, ebenso wie einen Extra-Punkt Trade-Management,
  4. Exit,
  5. Entry.
Die Psyche spielt selbst dann eine wichtige Rolle, wenn alles völlig wissenschaftlich betrieben wird, weil es ja wenigstens eine Präferenz für die Beschäftigung mit gerade diesem Fachgebiet geben muß. Und dann spielen, wie bei jeder anderen erfolgreich ausgeübten Tätigkeit auch, Fleiß, Ausdauer, Disziplin, Lernbereitschaft, Entscheidungsfreudigkeit, Realismus und all die vielen anderen nötigen Charakter-Eigenschaften eine Rolle. Dabei kann die nötige Ausprägung und Gewichtung etwas unterschiedlich sein, je nachdem ob man mehr systematisch oder mehr diskretionär handelt, mehr automatisch oder mehr manuell, mehr der ausführende Trader, mehr der Analytiker oder mehr der Programmierer ist.

Im Laufe der Zeit neigen alle immer mehr untersuchten Gebiete zur Verwissenschaftlichung, selbst wenn sie ursprünglich sehr wissenschaftsfern betrieben wurden, sogar dann wenn das Kerngebiet gar keine Wissenschaft zuläßt. So ist selbst purer Humbug einer wissenschaftlichen Untersuchung zugänglich, zwar nicht seine nur Aussage-ähnlichen unsinnigen Gespinnsel, aber z. B. das Umfeld in dem er betrieben wird und seine Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Spätestens, wenn Dinge in großem Maßstab (quasi-)industriell durchgeführt werden, ist eine wissenschaftliche Begründung des Fachgebietes für ausreichende Prozeß-Stabilität und die richtigen Ansatz-Möglickeiten für ökonomische Optimierungen notwendig, da bedingt durch den großen Maßstab selbst kleine Details sehr große Auswirkungen haben können.

Durch die mit den hohen Hebeln zustande kommenden hohen Umsätze und die starke Computerisierung des Handels werden industrielle Maßstäbe vielleicht viel früher erreicht bzw. erforderlich, als die meisten Hobby-Trader das aus ihrer Sicht einschätzen. Das gilt insbesondere in Anbetracht des Faktes, daß auf der Gegenseite des Trades in der Regel Profis mit (quasi-)industrieller Vorgehensweise stehen, gegen die man auch noch einen Edge erzielen möchte.

Möglicherweise (?!) würde also ein kompetentes Trading-Forum sich gar nicht allzu sehr von einem Programmier-Forum unterscheiden, zumindest ist das erforderliche Maß an Detail-Genauigkeit und objektiv-kühlem Abstand zum ausgeführten Prozeß ähnlich. Bloß leider mangelt es in Trading-Foren darin im Durchschnitt der Beiträge an beidem. In einem Programmier-Forum bekommt man bei so schlechter Vorbereitung darauf nur die Antwort RTFM (oder auch mit lesenswerter lustig gemeinter anderer Bedeutung).

Schaut man sich hingegen in der Profi-Landschaft um, so wird man bei Stellen-Angeboten neben den typisch kaufmännischen Vertrieblern und Controllern Unmengen von zum Teil sehr spezialisierten Qualifikationen aus Informatik und Naturwisenschaft nachgefragt sehen. Wenn die gleichen Aufgaben auch oder sogar besser mit Bauchgefühl gelöst werden könnten, würde die Branche alleine schon aus Effizienz-Gründen auch diese "Qualifikation" nachfragen, aber der Trend geht eindeutig in Richtung zu immer mehr Wissenschaft und IT.

Wie sehr einem eine wissenschaftliche Vorgehensweise beim Trading hilft, hängt sicherlich auch vom Trading-Stil ab, aber um das wirklich zu vergleichen, müßte schon wieder die Wissenschaft ran, um überhaupt mal sinnvolle Vergleichs-Kriterien aufzustellen.

Wenn die Renditen nicht deutlich über mehrere Jahre die Spitzenplätze der besten Verwalter toppen, wäre es ökonomisch oft sinnvoller sein Geld diesen zu geben. Wenn aber die Renditen deutlich höher liegen, stellen sich sofort die Fragen nach Risiko und Nachhaltigkeit - und da liefert die Wissenschaft auch interessante Einsichten, z. B. die auf Frage wie sich Strategien unterscheiden müssen, die einen möglichst langfristigen stabilen Gewinn oder den maximalen Gewinn über eine begrenzte Periode erwirtschaften sollen. In diesen Fragen sind die meisten privaten Trader in ihrem Lern-Prozeß aber mehrfachen Änderungen ihrer genauen Ziele unterworfen, so daß für eine Gegenüberstellung wirklich vergleichbarer Dinge bei vielen Tradern gar nicht genug Daten vorhanden sein könnten.

Trading selbst ist keine Wissenschaft, aber man kann - wie überall woanders auch - Wissenschaft nützlich einsetzen, um besseres Trading zu betreiben. Durch mehr, dann aber auch richtig angewandtes! Wissen wird jede nicht der reinen Romantik dienende Tätigkeit besser, Wissenschaft ist ja kein Selbstzweck.

Die in wesentlichen Teilen auch von mir mitgetragene Argumentation bzgl. der Psyche läuft übrigens zu größten Teilen ins Leere, wenn die Kompetenzen und Verantwortungen institutionell getrennt werden. So kommen dann auch völlig konträre Meinungen, wie z. B. (übrigens von mir nicht uneingeschränkt befürworteten) Larry Williams zustande, die meinen Psycho-Bla-Bla brauchen nur die, die kein funktionierendes Handwerk drauf haben.

Als Fazit sage ich mal, daß man sehr darauf achten muß, für welche genaue Trading-Aufgabe man welche Prämisse, notfalls auch mit sehr hohem Aufwand, haarfein untersuchen muß.

Für viele Dauer-Loser (bei denen ich Fisch übrigens eher nicht vermute) gilt übrigens, daß sie lieber fatalistisch über Gott und die Welt lamentieren, statt auch nur irgendwas zu untersuchen oder mit harmlosen Positions-Größen zu üben. Da steckt dann Denk- und Lern-Faulheit dahinter, was dann wieder eine psychische Frage ist.

Das Thema ist also mit seiner Reflexivität sehr spannend.
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314

Thursday, December 1st 2011, 11:53am

Vermutlich gibt es nicht viele Trader, die bei der "Suche zur Essenz des Tradings" in genau die gleiche Richtung zielen.
Selbst wenn man den Kreis der Suchenden auf diejenigen einschränkt, welche keine Verluste produzieren:
Muss man nicht davon ausgehen, dass essenziell wichtige Elemente des Tradens (die "eine Essenz" des Tradings existiert wohl kaum)
für verschiedene Menschen nicht identisch sind?
Insofern erwarte ich hier bei der Suche auch nicht den einen großen Durchbruch mit unverrücklbar feststehendem Ergebnis, sondern viel eher eine Sammlung
wichtiger Elemente und bedanke mich bei allen, die zu dieser Sammlung beitragen,

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Thursday, December 1st 2011, 11:23am

Kann mich Fisch nur vorbehaltslos anschließen. Bei aller Berechtigung von Backtests, statistischen Untersuchungen etc., darf man dabei nicht übersehen, dass dadurch unter Umständen eine "Objektivität" vorgetäuscht wird, die in der Realität keinen Bestand hat. Aus meiner Sicht zumindest solange nicht, als es z.B. nicht gelingt, aus Charttechnik und fundamentalen Daten (Wirtschaftsnachrichten, besser: den Erwartungen über Wirtschaftsnachrichten etc.) ein übergeordnetes Modell zu schaffen. Dabei verhehle ich nicht, das dies m.M.n. kaum eine Chance auf Realisierung hat.

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Thursday, December 1st 2011, 10:19am

1. Begriffe sind schon wichtig.

2. Wir sind hier ja in einem Tradingforum und nicht Programmierforum. Insofern hinken einige Vergleiche zwischen diesen Gebieten. So sehe ich es jedenfalls.
Ich habe im Studium und dann viele Jahre programmiert. Wie gut will ich nicht einschätzen. Aber beim Trading hat mir das nicht wirklich geholfen.

3. Ich bezweifle dass Trading eine Wissenschaft ist. Viele machen zwar eine Wissenschaft daraus, aber dadurch wird es auch nicht besser. Trading ist eigentlich ziemlich einfach.
RM/MM; ein System mit Edge und dann die "Traderpersönlichkeit", wenn ich es einmal so ausdrücken darf. Das Entscheidende ist in meinen Augen der Trader. Aber es ist natürlich einfacher sich mit Systemen, Begriffen, Statistiken, Wahrscheinlichkeiten etc... auseinanderzusetzen als mit der eigenen Person. Ich sage nicht, dass die Dinge nicht wichtig sind. Aber sie sind nur ein Teil. Aber hierzu ist eigentlich auch schon alles einmal gesagt worden.
"Erfahrung ist das, was Du bekommst, wenn Du nicht bekommst, was Du willst." Randy Pausch

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Thursday, December 1st 2011, 9:48am

Notwendige Begriffe

Wenn man sich mit einer Sache ordentlich beschäftigen will, insbesondere wenn man zu einem Begriff weitere dazu passende definieren will, eine zusammenhängende, auch theoretisch begründete Methode erarbeiten will oder etwas ausprogrammiert, kommt man um eine die wichtigen Dinge richtig einfangende Definition aller benutzten Begriffe nicht herum. Darum führt jede überhaupt sinnvolle Arbeit auch alle benutzten Begriffe vor ihrer Benutzung mit einer Definition ein, und hält diese dauerhaft in einem Glossar und/oder einem Lexikon bereit.

Würde man die Begriffe offen lassen, gäbe es keine Lexika, keine Wikipedia und keine gemeinsame Sprache, um sich überhaupt über irgendwas zu unterhalten. Sätze wären dann keine Sinn-Träger, sondern nur noch Laut- bzw. Zeichen-Folgen.

Das geht übrigens beim Programmieren noch über die einfache ordentliche Begriffs-Definition hinaus, wo gute Programmierer auf dem state-of-the-art an der Qualität ihrer Bezeichner und der Übereinstimmung mit der gemeinten Intention sogar die gesamte Qualität eines Programmes anknüpfen, wie das z. B. die Clean-Code-Bewegung (s. a. IT-Kult-Buch Robert C. Martin: Clean Code tut. Dort wird verlangt, jede verbesserbare Bezeichnung auch wirklich sofort und unaufgefordert aus Eigen-Initiative zu verbessern.

Ich selber kenne richtig große Software-Häuser, wo die Frage "Beschreibt der Bezeichner einen sinnvollen Begriff und ist der genau so gemeint" pro Kopf Dutzende Male am Tag gestellt wird, weil unklare Dinge meist am Ende keinen Sinn ergeben und mit viel Aufwand Code für die Tonne produziert wird.

In jeder Wissenschaft ist das übrigens genauso, wo ohne klare Begriffe nicht mal Aussagen gebildet weden können, die man dann auch auf Wahrheit prüfen kann. Ebenso ist es im Geschäfts-Leben, wo Begriffe Art, Umfang, Qualität und weitere Modalitäten Geschäfte bis ins Genaueste mit umfassenden Definitionen und Standards beschreiben, gleich gefolgt von den umhüllenden extrem spitfzindigen juristischen Begriffen zur Feststellung erfolgter korrekter Abwicklung bzw. dem mikro-klein definierten Prozedere zur Sanktionierung von Schlecht-Erfüllungen.

Nicht zu vergessen sind dabei die extrem detaillierten und sehr, sehr langen Spezifikationen und Handels-Bedingungen der Finanz-Märkte oder die Bedien-Funktionalitäten der Handels-Software, wo selbst jede noch so kleine Einstellung gravierende Folgen für das Trading haben kann.

Wenn man einmal mit unklaren Definitionen anfängt, könnte man gleich weiter machen, indem man Traden anders oder gar nicht "definiert", z. B. als jede, ggf. auch nur theoretische Beschäftigung mit den Finanz-Märkten oder dem Geld-Erwerb im Allgemeinen, so abwegig sie auch sei - was leider auf viele angebliche "Trader" sogar zutrifft. Oder man könnte den Gewinn-Begriff anders definieren - wie es ja viele "Trader" im Inneren wegen finanzieller Erfolglosigkeit sogar machen, z. B. zu aufgeregt verbrachter Zeit oder vielen gesammelten Erfahrungen.

Es ist also sehr einfach einzusehen, daß ohne eine ordentliche Begriffs-Bildung nicht ausgekommen werden kann, wenn über das das Gefühlsmäßige, auf eine Person bezogene Interne und damit weder Kommunizierbare noch Systematisierbare hinausgegegangen werden soll, es also um mehr als Trading aus dem Bauch heraus für sich selbst ohne Diskurs mit Anderen geht.

Echte Fachleute suchen also aktiv nach Präzisierungs-Möglichkeiten ihrer Begriffe und gehen einer genauen Prüfung nicht aus dem Weg. Schwammige Begriffe sind oft der Beginn des Ausbrechnes aus der Beschäftigung und Gewinnung von Wissen hin zum puren Glauben, was alleine schon an der ohne ordentliche Begriffe nicht mehr prüfbaren, nur noch dem syntaktischen Schein nach gemachten "Aussagen" gilt.

Große Entdeckungen begannen sehr oft mit der Prüfung des Zusammen-Passens der Begriffe und ohne super-strenge Definition hätte man gar keine Widersprüche entdecken können, die den Fortschritt angestoßen haben.
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Thursday, December 1st 2011, 8:46am

Unter Beachtung dieser Unterschiede wird es verständlich, wenn einige Trader Trends sehen, weil die Dow-Definition erfüllt ist, die Anwender der genaueren quantitativen Maße aber von schwachen, bis gar keinen Trends sprechen, da die Maße sehr nahe am Trend-losen Bereich liegen.


Entscheidend ist, was dabei rauskommt. Wenn ich Geld verdiene, dann ist die verwendete Definition nicht verkehrt. Über die "genauere" Trenddefinition kann sich streiten wer will.
Recht haben ist nicht mein Ziel beim Trading.
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