Für alle die im Forex Bereich tätig sind, vielleicht hält der eine oder andere es für wichtig.
lg Stadinski
Liebe Trader Gemeinde,
"US-Defizit weckt neue Ängste vor Dollar-Crash", lese ich heute in der Financial Times Deutschland. Das US-Leistungsbilanzdefizit werde nächstes Jahr auf fast 7 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Es bestehe die Gefahr, dass Privatanleger das Vertrauen in den Dollar verlören und aus US-Anlagen flüchteten, meint die OECD. Ich frage mich bei solchen Statements immer in welchen virtuellen Zahlenwelten sich viele Analysten eigentlichen bewegen. Die US-Handelsbilanz gibt uns eine schöne Zustandsbetrachtung und einen plausiblen Grund warum der US-Dollar so tief steht, wie er steht. Die Amerikaner haben das Weltwirtschaftswachstum durch ihre Importe in den letzten Jahren also wunderbar unterstützt. Jetzt sollten wir uns artig dafür bedanken und uns gleichzeitig darauf einstellen, dass der Importüberschuss nicht mehr nennenswert steigen wird.
Um vorherzusagen wie sich die Währungsrelationen in den nächsten Jahren entwickeln werden, ist ein schlichter Kaufkraftvergleich erst einmal am sinnvollsten. Gehen Sie auf
www.amazon.de und suchen Sie den iPod von Apple. Dann gehen Sie auf
www.amazon.com und vergleichen die beiden Preise. Ergebnis: Wenn Sie mit Euro bezahlen haben Sie einen Preisaufschlag von fast 30%. Und jetzt frage ich Sie: Woher soll die Gefahr ausgehen, dass der Dollar um weitere 30% abwertet - wie es an vielen Stellen geschrieben wird? Das sind illusorische Zahlenspielereien, die von der schlichten Interpretation der Handelsbilanz auf ein neues statisches Gleichgewicht schließen. Aber die Welt ist nicht statisch. Wenn vergleichbare Artikel 30 bis 50 Prozent günstiger zu haben sind, indem man vorher US-Dollar kauft und sich die Ware direkt von Amazon-USA nach Deutschland schicken lässt, dann werden ungeachtet der Transportkosten viele Menschen diese Ersparnis nutzen. Was ich gerade für den normalen Konsumenten ausgeführt habe, gilt genau so für Unternehmen.
Fassen wir zusammen: Wenn der Dollar abwertet, werden US-Artikel billiger. Das wirkt einer weiteren Ausweitung des amerikanischen Defizits entgegen. Der negative Trend der US-Handelsbilanz kann darum nicht fortgeschrieben werden. Es besteht keine Gefahr einer gefährlichen Dollar-Abwertung!
Viel Erfolg wünscht
Simon Betschinger
www.mastertraders.de