China ist eben nicht im westlichen Schund-System gefangen. Wer einmal begriffen hat, daß Schulden nur recht wenig mit den real-wirtsachaftlichen Produktions-Möglichkeiten zu tun haben, die eher technisch begrenzt sind, kann schnell dahinter kommen, daß in einer zentral beeinflußten Wirtschaft durch den administrativ möglichen Zwang, sich von psychologischen Vertrauens-Krisen in einzelnen Unternehmen oder ganzen Sektoren nicht sofort in panischer Angst ganz aus der Produktion zurück zu ziehen, eine in einer freien Wirtschaft kaum möglche Kontinuität erreicht werden kann. Die Möglichkeit freiwillig entstehendes Vertrauen mittels administrativer Zusatz-Impulse zu unterstützen oder zu ersetzen, ist gerade die Stärke einer Wirtschaft mit starkem staatlichen Einfluß.
Übrigens passiert das im Westen auch andauernd, s. Abwrack-Prämie, Banken-Rettungen, Atom-Verseuchung, Pharma-Gekungel etc. und die Entscheidungen dazu fallen im Westen auch in hochgrading undemokratischen Geheim-Zirkeln und in Nacht- und Nebel-Aktionen. Man sollte bei den gewaltigen eigenen Demokratie- und Transparenz-Defiziten nicht zu flink in Richtung irgendwelcher leichthin als Diktatur bezeichneten Staaten zeigen, wenn man selber mehr als genug Dreck am Stecken hat. Wer gibt dem Westen übrigens das Recht, seine Maßstäbe (vielleicht auch die Gedanken-Vergewaltigung wie im Falle des Wikileaks-Mitbegründers
Assange?) auf den Rest der Welt zu übertragen? Wieso sollte es normal sein, wenn die USA Völkerrechts-widrig ihre eigene Jurisdiktion wie selbstverständlich über den ganzen Erdball behaupten?
Dabei schließe ich übrigens schwerste Fehler nicht aus, so daß auch in China Einiges zusammenbrechen könnte, bis hin zu nicht mehr kontrollierbaren Aufständen, der Abspaltung von Landes-Teilen usw., bloß sind sind solche Dinge allen Unken-Rufen zum Trotz bisher nicht eingetreten. Das westliche Bild der dortigen Führung als einer Herde vergreister Trottel ist schon über jedes erträgliche Maß hinaus anmaßend. Egal, was man von der dortigen Führung hält, sollte man ihnen wenigstens zugestehen, daß sie ihren Job machen, wahrscheinlich sogar verdammt gut.
Ansonsten sollten alle bedenken, die meinen, über China schlechte Aspekte herausheben zu müssen, daß die westlichen Staaten in einer viel katastrophaleren Situation sind (sie sind die Schuldner, China der Gläubiger) und daß das binnen-wirtschaftliche Nachhol-Potential noch für Jahrzehnte Spielräume für gigantisches Wachstum gibt, welches man mittels administrativer Einflußnahme und ggf. sogar ganz ohne sehr wohl weitgehend von der Export-Lastigkeit zu einer Binnen-Nachfrage umlenken kann.
Man sollte endlich begreifen, daß die Welt China weit, weit mehr braucht als China die Welt.
Sicher hat MB/8 auch Recht, daß Vieles im Westen Propaganda ist, die nur dazu dient mit der Drohung der vermeintlichen Übermacht von China hier die Löhne zu drücken. Aber andererseits würde ein gut Teil chinesische Stringenz bei der administrativen Durchsetzung den vielen Bremsern, Bedenkenträgern, Labertaschen und Dekadenten vielleicht gar nicht so schlecht tun. Dafür, daß ich ein Land, welches lange vor Europa ein hochentwickeltes Staatswesen in kontinentalem Ausmaß ausgeprägt hatte und diese als einziges Land der Welt bis auf kleine Hänger zwischendurch über Tausende Jahre aufrecht erhalten konnte, welches die größte Bevölkerung stellt, die auch noch große Disziplin, Arbeitsfleiß und kaufmännisches Geschick beweist, werde ich mich ganz bestimmt nicht schämen.
Für alle Menschrechts-Heuchler sage ich weiterhin, daß die chinesischen Folterlager nicht schlimmer sein können als die US-amerikanischen - in beiden wird gefoltert. Ebenso muß mir jemand noch die Feinheiten in den Unterschieden der Verfolgung des chinesischen Friedens-Nobel-Preis-Trägers und des Wikileaks-Mitbegründers erklären, außer vielleicht daß die Anschuldigungen gegen den Letzteren noch konstruierter sind.
Die Chinesen brauchen gar keine Übermenschen sein, ein Land mit einer so großen Bevölkerung, daß es in einem Jahr mehr Ingenieure hervorbringt als es in Deutschland überhaupt insgesamt gibt, die auch noch besessen davon sind, die Welt-Spitze zu erreichen, wird seinen Weg machen - mit oder ohne meine Begeisterung. Selbst wenn ich ohne Begeisterung nur die Fakten anerkenne, wird dort noch viel mehr Großartiges passieren. Und wenn Forbes den chinesischen Präsidenten
Hu Jintao zum mächtigsten Mann der Welt noch vor dem US-Präsidenten erklärt, stehe ich wenigstens nicht ganz alleine da (wenngleich Forbes natürlich auch nur ein Element der Propaganda-Verschwörung sein könnte).