Alle Produkte, bei denen man der Bank Kapital verschafft, welches sie vermutlich besser anlegen wird, als das Produkt für den Kunden sind schlecht.
Die Wertentwicklung in dem Produkt kommt nicht durch den für die Bank interessanten Haupt-Teil des Kapitals zustande, sondern durch die Options-Komponenten.
Dementsprechend fährt ein rationaler Investor besser damit, auch nur die einzeln fast immer billigeren Options-Komponenten zu kaufen und mit dem Rest des Geldes eine weitere Anlage durchzuführen.
Ein Produkt mit einem solchen Auszahluns-Profil kann man z. B. erzeugen mit einem Long Call zum Preis 1, einem Short Call zum Preis 2 und einem Long Call zum Preis 3 mit Preis 1 < Preis 2 < Preis 3
Der margin-zehrende Short Call kann weggelassen werden, wenn es nur um die Gewinne geht, er dient zuerst vorrangig der Teil-Finanzierung der Long-Calls. Mit etwas Drehen an den Options-Parametern und Suchen nach den günstigsten Preisen in den Options-Serien findet man zumindest mit einer Excel-Tabelle leicht die billigste Lösung. Der nicht ausbezahlte Zins-Ertrag kann ebenso zur Prämien-Finanzierung benutzt werden.
Da allerdings bei allen Futures und Optionen die in der Laufzeit anfallenden Costs-of-Carry mit abgedeckt werden müssen und die Optionen sich auf evtl. Roll-Verlust-behaftete Futures beziehen, ist es fraglich, ob das Geschäft wirklich so vorteilhaft ist.
Hinzu kommt noch die starke Zyklik des Rohstoff-Geschäftes, wo die Preise eben nicht ins Unermeßliche steigen müssen, sondern mit dem in Hoch-Preiszeiten vermehrten Erschließen neuer Lager-Stätten durchaus auch ein Preis-senkendes höheres Angebot entstehen kann. Ich erinnere an den Ölpreis vor 10 Jahren bei einem Fünftel des heutigen oder vor 15 Jahren bei einem Zehntel des heutigen.
Immer, wenn der Hype unendlich erscheint, heißt es "Finger weg".