Morgen @ all
Eine kurze verständliche Erläuterung, der die Dinge die gestern passierten.
Renten und Devisen: Amerikas Rekorddefizit lässt den Dollar kalt
von Yasmin Osman, Frankfurt, FTD
http://www.ftd.de/bm/ma/30129.html
Der Dollar hat unbeeindruckt vom Rekorddefizit in der US-Handelsbilanz seinen Höhenflug gegenüber Euro und Yen fortgesetzt. "Die Handelsbilanzdaten waren zwar desaströs, aber davon lassen sich die Dollar-Käufer nicht abschrecken", sagte Andreas Hahner, Devisenstratege von Dresdner Kleinwort Wasserstein.
"Im Moment gibt es einfach übergeordnete Kapitalflüsse in den Dollar-Raum." Die Gemeinschaftswährung fiel bis auf 1,1725 $ und handelte gegen 20 Uhr MEZ bei 1,1731 nach 1,1770 $ am Vortag.
Händler begründeten dies erneut mit den höheren Leitzinsen in den USA und dem Homeland Investment Act. Dieses US-Gesetz bietet Steuererleichterungen an, wenn Firmen bis zum Jahresende ihre bei Auslandstöchtern erzielten Gewinne in die USA einführen und dort investieren. "Niemand weiß, wie groß der Effekt des Homeland Investment Act ist. Aber allein die These, dass die Beträge riesig sind, ist so abschreckend, dass die Anleger im Moment den Euro nicht strategisch kaufen", sagte Hahner.
Wenig hilfreich für den Euro sind auch die wachsenden Zweifel an einer Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) im Dezember. "Im Zweifel setzt die US-Notenbank ihre Zinserhöhungspolitik fort, und die EZB bleibt zögerlich", sagte Eugen Keller, Renten- und Devisenstratege von Bankhaus Metzler. Dennoch rechnet er nach der tagelangen Verlustserie vorerst mit einer Verschnaufpause. "Der Euro könnte bis auf 1,19 $ steigen und dann auf neue Tiefs fallen", sagte er.
Auch gegenüber dem Yen zeigte der Dollar Stärke. "Beim Niveau von 117,38 hat der Dollar einen seit 1971 bestehenden Aufwertungstrend des Yen gebrochen", sagte Özgür Atasever, Analyst beim Bankhaus Metzler.
Am europäischen Rentenmarkt stiegen die Kurse. Händler führten dies auf französische Preisdaten zurück, die günstiger als erwartet ausgefallen waren. Der Bund-Future stieg um vier Stellen auf 119,37 Punkte.