weiß nicht wo das besser passen würde..... :
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2. Weltweiter Verkaufsdruck an den Aktienmärkten
In den vergangenen Monaten konnten die globalen Aktienmärkte trotz erheblicher Risiken drastische Kursgewinne verzeichnen. Risiken - wie die Krise am US-Subprimemarkt und das Ausufern der Carry-Trades - wurden hierbei kaum vom Markt zur Kenntnis genommen. Zwar verzeichneten die Weltbörsen Ende Februar und Anfang März kurzzeitig einen erheblichen Einbruch, dieser wurde aber binnen weniger Wochen durch weiter steigende Märkte mehr als nur kompensiert. Die jetzige Situation zeigt deutliche Parallelen zu der damaligen Entwicklung auf. Entscheidender Punkt ist, dass die globale Risikoaversion des Marktes in den zurückliegenden Tagen wieder drastisch zugenommen hat. Die zunehmende Angst vor Kursverlusten führte dazu, dass die Risiken wieder vermehrt bei Investitionsentscheidungen berücksichtigt werden. Diese Entwicklung hat vor allem den Aktienmarkt in negativer Weise beeinflusst. Wie sehen die globalen Risiken am Finanzmarkt derzeit aus und wie haben sich diese entwickelt? Dies ist für uns eine entscheidende Thematik, welche wir im Folgenden genauer untersuchen möchten.
In der Vergangenheit konnten die genannten Risiken weitgehend ignoriert werden, da aufgrund niedriger Zinsen Liquidität in ausreichendem Umfang vorhanden war. Die Suche nach höheren Erträgen führte dabei zu zahlreichen Übertreibungen, welche im aktuellen Marktumfeld nun korrigiert werden könnten. Eine Übertreibung stellten in der Vergangenheit die Carry-Trades dar. So verschuldeten sich viele Anleger in niedrig verzinslichen Währungen wie dem Japanischen Yen und legten die Gelder in riskanteren Märkten wie beispielsweise dem Aktienmarkt an. Da der Yen in den vergangenen Monaten kontinuierlich abwertete und sich Anlagen auf dem Aktienmarkt überproportional besser entwickelten, schien diese Strategie auch aufzugehen. Die jüngste Yen-Aufwertung und die Kursverluste an den Aktienmärkten machten aber deutlich, dass auch solche Strategien nur immer phasenweise erfolgreich sind und Verluste immer einkalkuliert werden müssen. Entwickeln sich die Märkte nicht in die gewünschte Richtung, so müssen die weltweit zahlreichen Carry-Trader ihre eingegangenen Positionen auflösen oder neue Sicherheitsleistungen stellen. Für neue Sicherheitsleistungen ist Liquidität notwendig; ein Gut, welches in der jüngsten Vergangenheit knapper geworden ist. Das Ausmaß der Brisanz bleibt am Markt weiterhin eine der am stärksten diskutierten und unbeantworteten Fragen.
Die aktuelle Kursentwicklung erreichte in den vergangenen Tagen sogar die deutschen Massenmedien. So wurde in vielen wichtigen Nachrichtensendungen, vor allem von der Krise am US-Immobilienmarkt, berichtet. Allerdings lassen sich die jüngsten Kursabschläge nicht alleine durch die Krise am US-Subprimemarkt erklären, da die Probleme schon seit Monaten umfassend an den Finanzmärkten diskutiert werden. Die Risiken sind gut informierten Anlegern schon seit Monaten bekannt, so dass die jüngsten Berichte sicherlich keine Erklärung für den weltweiten Ausverkauf darstellen. Der US-Finanzminister Henry Paulsen schätzte die jüngste Entwicklung folgendermaßen ein: "Es gibt heutzutage wahrscheinlich weniger Risiken als noch vor ein paar Monaten, aber sie sind heute offensichtlicher." Zudem sagte er: "Wir beobachten, dass die Risiken neu eingepreist werden. Und im Zuge der umfassenden Neufestlegung der Risikoprämien komme es zu Volatilität." Die Tatsache, dass anscheinend die Risiken jetzt neu bewertet werden, steht somit unmittelbar im Zusammenhang mit der gestiegenen Risikoaversion.
Ferner wirkt sich die gesunkene Risikobereitschaft auch auf die in der Vergangenheit stark angestiegenen Leveraged Buyouts (LBO) aus. Fiel es Finanzinvestoren in der Vergangenheit leicht, kreditfinanzierte Firmenübernahmen zu tätigen, so scheint nun die LBO-Finanzierung zunehmend auf wackligen Beinen zu stehen. Insgesamt haben sich die Finanzierungskosten für jene Übernahmen aufgrund der schärferen Kreditvergabebedingungen signifikant erhöht. Als Folge haben sich einige Anleiheinvestoren von entsprechenden Rentenpapieren getrennt, da sie sich mit der Höhe der Risikoprämien nicht zufrieden gaben. Unter dieser Entwicklung haben derzeit viele Finanzinvestoren massiv zu leiden. So verzeichneten die Papiere der Blackstone Group in den vergangenen Tagen erhebliche Kursabschläge.
Die entscheidende Frage bleibt, wie sich das Ausmaß der Risikoaversion in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird. Sollte die Aversion weiter zunehmen, so könnte der Aufwärtstrend der Aktienmärkte der vergangenen Jahre endgültig gebrochen werden. Allerdings ist es noch zu früh, um ein Ende dieses Trends zu diagnostizieren. Es gibt immer noch gute Gründe, welche für steigende Aktienmärkte sprechen. So gelten Aktien fundamental immer noch als moderat bewertet; von einer Übertreibungsphase wie zu Beginn des Jahrtausends kann noch nicht gesprochen werden. Aufwärtstrends wurden in der Vergangenheit immer von zwischenzeitlichen Kursrückschlägen wie dem jetzigen unterbrochen. Ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Aktienmarkt führte dazu, dass Anleger in der Vergangenheit ihre Aktien zu früh veräußerten und somit große Kursgewinne verpassten. Derzeit notiert der Dow Jones gut 5 Prozent unter seinem Allzeithoch. Dieser Kursrückschlag rechtfertigt noch nicht, um von einem Ende des Trends zu sprechen. Dies wäre erst ab einem Kursrückschlag von rund 10 Prozent der Fall.
Quelle Investor Alert! [info@investoralert.de]
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