@ cosmopolit
Standard-Optionen sind Plain-Vanilla-Optionen ohne exotische Features, egal auf welche Weise sie eingesetzt werden. Der Begriff "
covered" bezieht sich nur auf das Schreiben von Optionen und bedeutet, die Aktien für geschriebene Long-Calls zu besitzen. Die resultierende synthetische Position entspricht einem geschriebenen Put und hat damit ein hohes Risiko.
Gemeint waren sicherlich Option-Long Positionen.
Neben den Vorteilen von Long-Options-Positionen sind aber auch ihre Nachteile, höhere Spreads und automatischer Zeitwert-Verlust zu beachten, so daß trotz der in Einzelfällen wirklich gigantischen Gewinn-Möglichkeiten nicht automatisch ein positiver Erwartungswert einer Strategie entsteht.
Ob das Hedgen einer Position Sinn macht, sei mal dahingestellt. Wenn es, wie unter der neuen Steuer-Gesetzeslage, keinen Unterschied macht, die Position zu verkaufen, dann kann in vielen Fällen die Position auch verkauft werden.
Ein oft nicht gesehener Anwendungsfall ist das fortgesetzte Schreiben von Optionen statt der Nutzung von Limit-Orders im Underlying zum realen Kauf und Verkauf. Damit wird ein Prämiengewinn erzielt, wenn durch die Auswahl der richtigen Options-Serien das Timing stimmig ist.
Optionen im Geld sind in der Regeln weniger zu empfehlen, da die eigentlich gewünschten Charakteristika einer Option nur beim zeitwert-abhängigen Anteil vorhanden sind. Der innerere Wert entspricht einer "Aktie light" und bindet Kapital, daß nicht von den Options-Besonderheiten profitiert.
Mit Straddles und Strangles kann nicht ganz so einfach Geld verdient werden, wie oft suggeriert wird, da die die dazu nötigen Kurs-Bewegungen größer sein müssen, als schon vom Markt eingepreist.
Die Annahme, daß Märkte von Unternehmenszahlen determiniert werden, ist nur eingeschränkt zutreffend. Sie reagieren allenfalls auf die Differenzen der bereits eingepreisten Annahmen und sind damit in kürzeren Zeiträumen wesentlich psychologisch determinierter als sachlich begründet.
Das Trading auf Nachrichten mit Optionen ist auch nicht ganz so einfach. Es ist eine gute Arbeits-Hypothese, die Schreiber von Optionen als die know-how-, kapital- und informationsmäßig überlegene Seite anzunehmen, die auf lange Sicht im Mittel Geld von den Options-Käufern kassiert.
Wie schon vorher gesagt, wird es bei keinem Options-Geschäft ohne ordentliches Durchrechnen gehen. Optionen sind prinzipiell für Schnellschüsse aus dem Bauch schlecht geeignet, insbesondere, wenn bedacht wird, daß sie zu sehr großen Teilen vollautomatisch gepreist werden und einem in den Programmen der Gegenseite das gesammelte weltweite Options-Know-How materialisiert gegenübersteht.
Naive werden bei Optionen zwar vielleicht wegen des geringeren psychischen Druckes langsamer als bei linearen Instrumenten, aber dafür sehr systematisch Geld verlieren. Demgegenüber zahlt sich eine gute Vorbereitung bei Optionen in systematischen, stabilen und entspannt zu erzielenden Gewinnen aus.
@ oldschuren
Insbesondere beim direktionalen Trading von Optionen ist das Pricing in der Regel ausreichend vernünftig und mehr oder weniger gegeben für die meisten Options-Käufer anzusehen und ausschließlich auf die Analyse des Underlyings abzustellen. Auch Stops sind am Underlying auszurichten.
Neben dem direktionalen Trading gibt es aber diverse andere Strategien, die sich nur begrenzt am Underlying ausrichten, sondern auf Verschiebungen zwischen den Options-Abhängigkeiten abstellen.
Ohne ein intensives Verstehen des Options-Stoffes, wie z. B. in Cottle's
Options Trading: The Hidden Reality wird man seine Chancen extrem reduzieren, wie sehr, wird man erst begreifen, wenn man das Buch gelesen hat, selbst wenn man vorher dachte, über Optionen schon alles zu wissen.
Daß mit dem Wissen über Optionen nicht hausieren gegangen wird, hat in erster Linie seinen Grund im Privitiv-Geschmack der geldgierigen Masse. Ich habe von Anfang an mit Optionen gehandelt und dachte immer, daß die anderen das genauso smart finden würden, bis ich begriffen habe, daß sie damals Optionen nur darum handelten, weil es wenig andere Instrumente gab, die die nackte Gier so anstachelten. Seitdem mit Hebel 100 - 500 bei den Fritten-Buden geworben wird, tobt sich die Gier eher woanders aus (bis zum Total-Verlust).
Options-Händler arbeiten sehr ingenieurmäßig und mathematisch strukturiert und sehen sich darum vielleicht auch nicht ganz ohne Grund als eine kleine Elite in der Finanzwelt, was aber auf Leistung und nicht auf Dünkel beruht. Da die gierige Aufmerksamkeit des Massen-Publikums, der Marketing-Abteilungen und Vorstände für Erklärungen von mehr als nur minimaler Dauer nicht ausreicht, wäre es auch verschenkte Liebesmüh, überhaupt irgendwas an dieses Publikum zu adressieren.
Ebenso sind Optionen für Foren-Dreizeiler denkbar schlecht geeignet. Insider finden schon spezialisierte Options-Foren, wo z. B. auch Cottle regelmäßig schreibt. Da sollte man aber wirklich erst hingehen, wenn man die Literatur schon gelesen hat, da, wie schon nach kurzem Lesen leicht erkennbar wird, die Insider ihre Trainings für nervende Anfänger eher gegen gute Bezahlung anbieten wollen und sich ansonsten eher unter gleich Kompetenten wohlfühlen.
@ goso
Deine Empfehlung von Cottle's "Coulda Woulda Shoulda" ist das Vorgängerwerk, daß im Wesentlichen den gleichen Stoff behandelt. Es kann heute nicht mehr regulär erworben werden, wenngleich es mit etwas Suche vielleicht auch so gefunden werden kann, wobei man aber bedenken sollte, daß es schon wenig genug brauchbare Options-Bücher gibt und dem Autor sein Obulos fairerweise zusteht. (Ich glaube aber, mich zu erinnern, daß es früher eine Zeit lang gratis war.)
goso - wie immer gut vorbereitet - Danke sehr!
@ all
Der Punkt 2. im Posting
212 ist ganz wichtig. Unbedingt merken!
Bzgl. Software stehen noch einige Hinweise im Thread
Options- und Optionsschein-Trading.