Damals brach der Markt ähnlich stark ein, jedoch mit einer guten Begründung. In dieser Woche starrten viele Händler verwirrt auf ihre Bildschirme und konnten die massive Bewegung gen Süden nicht einordnen.
Viele dachten, dass die Subprime Krise in den U.S.A. die ganze Welt und deren Wirtschaft nach unten ziehen würde und deswegen eine generelle Neubewertung der Anlageklassen von Statten gehen muss. Diese ersten Spekulationen erwiesen sich zunächst als sehr plausibel und begründeten vorerst auch die massiven Rückgänge der großen Indizes in Europa um weitere drei bis vier Prozent. Als es in den U.S.A. jedoch am Dienstag zur Markteröffnung kam, schraubte die amerikanische Notenbank den Leitzins massiv nach unten und flutete so die Märkte mit billigem Geld. Nach anfänglichem zögern, reagierten die Märkte in Europa, Asien und natürlich den U.S.A. mit Freudensprüngen um teilweise bis zu zehn Prozent hohen Aufschlägen.
Auch die Regierung um George W. Bush Jr. kam den Händlern zu Hilfe und schnürte eiligst in Übereinstimmung von Republikanern und Demokraten ein 150 Milliarden schweres Hilfspaket das die Wirtschaft in den kommenden Monaten stimulieren soll. Aus unserer Sicht, ist diese sehr stark von Keynes geprägte Vorgehensweise nur ein kurzfristiger Ausweg aus der Misere. Auf Sicht von wenigen Monaten wird das BIP eventuell weiter wachsen und eine mögliche Rezession ist aufgeschoben, jedoch nicht aufgehoben.
Wir sehen die amerikanische Wirtschaft mittelfristig nach wie vor in Gefahr und würden niemandem dazu raten, hier langfristige Investments zu tätigen. Die aktuelle Rallye folgt bilderbuchartig dem bereits bekannten Muster aus dem Jahr 2000. Auch hier ging Greenspan sehr aggressiv vor und senkte die Leitzinsen bis ins bodenlose um eine Rezession zu verhindern und den Markt zu stützen. Der große Fall der U.S.A. konnte auch hier einigermaßen vermieden werden, jedoch stauen sich die Probleme wie das massive Handelsbilanz
†und Haushaltsdefizit nur auf und werden nicht gelöst.
Für Goldinvestoren bedeutet dies eine hervorragende Möglichkeit auf Sicht der kommenden Jahre. Aufgrund der niedrigen Zinsen in den U.S.A. von derzeit nur noch 3,5 Prozentpunkten und einer weiteren notwendigen Zinssenkung von 50 Basispunkten auf dann drei Prozent in der kommenden Woche, wird das Realzinsniveau schon sehr bald negativ werden. Ein negatives Realzinsniveau wird dadurch ausgelöst, dass die Inflationsrate höher ist als die Zinsen welche beispielsweise festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen abwerfen. Bei negativen Realzinsen lohnt sich ein Investment in diese Papiere nicht mehr und ein solches Umfeld hat sich bisher immer sehr positiv auf den Goldpreis ausgewirkt.
Wie man anhand der Reaktion der letzten Tage bereits erkennen kann, ist es auch diesmal zu einer Flucht in Gold gekommen, die weiter anhalten sollte.
Der letzte Rücksetzer bis auf zeitweise 850 USD am Dienstag dieser Woche, war nur ein Versuch die Bullen aus dem Markt zu treiben. Im Rahmen der allgemeinen Abverkäufe an den Märkten kam es laut unseren Informationen zu zeitweisen Auflösungen von großen Positionen, die zu einem temporären Rückgang geführt hatten. Allerdings war die Zinssenkungen in den U.S.A. ein derartiges Schwächezeichen, dass sich viele Händler gegen 14:30 Uhr schnell in Goldanlagen flüchteten und dadurch den Kurs von seinem Tief gemessen um über fünf Prozent nach oben zogen.
Am letzten Freitag wurde sogar ein neues Allzeithoch bei über 923 USD markiert und die Rallye sollte auch in den kommenden Wochen weiter gehen. Wir sehen den Preis in diesem Jahr aufgrund der negativen Realzinsen bis auf 1.000 USD pro Unze ansteigen.
Für die Stärke des Goldpreises gibt es zudem neben den eben erwähnten negativen Realzinsen, weitere gute Gründe:
Treibstoff für eine Fortsetzung des Trends im Gold, sind die Probleme der Societe Generale in Frankreich. Hier wurde gegen Mitte der Woche erst bekannt, dass ein einzelner Händler mit einem Jahreseinkommen von etwa 100.000 EUR einen Betrag von 7,2 Milliarden USD verzockt haben soll. Dies ist der größte Verlust, welcher bisher in Erscheinung getreten ist und toppt den Verlust des Hedge Fonds Amaranth aus dem Jahr 2006. Derartige Probleme und Betrugsfälle sollten eigentlich nach einer gravierenden Änderung der Risikomanagementsysteme der Banken nach dem Leeson
â€Betrug“ (dieser Händler hat die Barings Bank ruiniert) nicht mehr geschehen. Wie sich jedoch zeigt, haben die Banken offenbar nicht mal mehr Kontrolle um kleinere Händler und bieten damit vielen Leuten einen Grund sich in Gold zu flüchten.
Wir hatten zudem weiter oben geschrieben, dass als vorläufige Erklärung für den Markteinbruch die Subprime Krise in den U.S.A. herhalten musste. Wer jedoch eins und eins zusammen zählen kann, wird schnell begreifen, dass der Verlust der Societe Generale und die dramatischen Rückgänge an den Märkten sicherlich miteinander zu tun haben. Von befreundeten Händler wissen wir, dass die Societe Generale circa drei Tage benötigt hat um alle Position aufzulösen und nicht vorher an die Öffentlichkeit treten konnte, da ansonsten der Verlust um etwa das Zehnfache gestiegen wäre.
Einen weiteren guten Grund derzeit in Gold einzusteigen, bieten die aktuellen Produktionsprobleme in Südafrika. Aufgrund von Engpässen in der Stromversorgung, können viele große Goldminen nicht mehr produzieren. Tagesverluste von 300 Kilogramm und mehr werden genannt und dürften zu einer rasanten Angebotsverknappung führen. Dies war auch der Grund, weswegen der Goldpreis im Tageshandel heute zeitweise wie eine Rakete gestiegen ist.