@ ibelieve
Im einen Fall geht es um eine
Definition, die jeder nach eigenem Gutdünken
subjektiv festlegen kann, selbst wenn Andere seine Begriffsbildung nicht mögen, da sie eine
Konvention über die Beutung eines Begriffes ist. Im zweiten Fall geht es um eine
Aussage, die mit definierten Begriffen eine in der Realität oder innerhalb einer Theorie überprüfbare
Tatsache, deren Wahrheitsgehalt
objektiv festgestellt werden kann.
@ MaryMärz
In einem ähnlich gelagerten Zusammenhang habe ich am
09.01.2008 sogar schon mal auf teil-rationale Bestandteile von Gann's Darstellungen hingewiesen, die sich aber nicht durch die hohe Raffinesse seiner Methoden ergeben, sondern eher trotz seines Okkultismus übrig bleiben. Gann war übrigens schon früher umstitten, darauf mußte nicht erst ich aus heutiger Sicht kommen.
Da Du mich doch recht offensiv anzählst, möchte ich trotz Deiner vielen Anhänger im Forum, einschließlich einiger auch von mir geschätzter Power-User, bemerken, daß mir Deine früheren Graphiken in einem sehr hohen Maße nicht gefallen haben, und ich es nur aus Respekt vor Dir als Person niemals thematisiert habe. Ich bin also viel netter als Du denkst. Du bist aber von ganz alleine darauf gekommen, daß etwas mit Deinen Ansichten zu den Märkten noch nicht vollauf perfekt ist. Wenn Du mich dann als schwarzen Peter vorschieben möchtest, daß ich mit meinen streng sachlichen Argumenten bei Dir eine Irritation hervorgerufen habe - bitte sehr. Du würdest aber viel weiter kommen, wenn Du die nicht funktionierenden Elemente in Deinem Trading einfach modifizieren oder entsorgen würdest, statt nach Gründen für ihren Beibehalt zu suchen.
@ Eingeschnappte
Es gibt objektivierbare, kühle
Argumente und subjektive, romatisierende
Glaubens-Bekenntnisse, die einer vernünftigen Untersuchung per se nicht zugänglich sind und vorsätzlich auch gar nicht sein sollen. Daher macht es auch keinen Sinn, sich mit Glaubens-Bekenntnissen sachlich beschäftigen zu wollen. Wissen und Argumente werden durch die Beschäftigung mit einer nachvollziehbaren Methodik mit der Kraft des Geistes verbreitet, Glaubens-Bekenntnisse durch Missionierung, mal leise und schmeichlerisch unter dem Zeichen der Nächstenliebe und des Gutmenschentums, mal mit Feuer und Schwert.
Argumente können auch falsch sein und eine Widerlegung ist kein persönlicher Angriff, währendessen Gegenüberstellungen zu einer Glaubenslehre entweder stillschweigend im Rahmen der Konfessions-Freiheit ignoriert, aber nie ausdiskutiert werden oder eben auch als Blasphemie mit schwersten Strafen verfolgt werden. Auch wenn viele Menschen, die mit der Neuzeit teilweise überfordert sind, Teile des Mittelalters (wo ja alles so gut war?) wieder zurückhaben wollen und dazu auch in Deutschland nach der Wiederbelebung von Blasphemie-Paragraphen rufen, ist der Mensch erst mit der rationalen Erkenntnis-Verarbeitung zu all den Errungenschaften der Technik gekommen, die unseren heutigen Lebensstandard ausmachen, darunter auch den heutigen hoch-technisierten Finanz-Märkten.
Wieso gerade auf den Finanz-Märkten die okkultistischen Dämonen des Mittelalters ihre Wiederauferstehung feiern sollten, erschließt sich einem verständigen Beobachter nicht. Ein verständiger Beobachter ist dabei jemand, der die wirklich im Mainstream im großen Stil angewandten Methoden wissenschaftlicher, technischer und kaufmännischer Art kennt und sich nicht etwas im stillen Kämmerlein auf hausbackenem Level eigenbrötlerisch zusammen zu reimen versucht, mit dem man ihn in jeder bedeutenden Finanz-Institution fristlos vor die Tür setzen würde. (Dabei darf man sich nicht von den vielen glitschigen Leimködern für das breite Publuikum blenden lassen, welches ja ganz bewußt in Unsicherheit gehalten werden soll, damit es für hohe Agios, Kommissionen und Beteiligungen die eigenen Produkte kauft.)
Andererseits haben bei so komplexen Systemen die Überforderten immer den Bedarf nach einfachsten Pseudo-Erklärungen, angefangen von schamanischen Steinzeit-Ritualen um im flackernden Feuerlicht gemalte Höhlenzeichnungen hin zu bis in die heutige Zeit immer wieder modernisierten anderen Kult-Handlungen oder Irrlehren, die ja fast in jedem Tätigkeitsbereich den seriösen und etablierten Methoden gegenüberstehen.
Wenn jetzt noch Beispiele aus den Fachbereichen genannt werden, wie Homöopathie, Astrologie, Alchemie, Zahlenmystik etc., haben nicht nur die Trading-Okkultisten was über meine Blasphemie zu geifern, sondern die vereinten Okkultisten aller Fächer. Ob der Bannfluch dann in einer weniger freundlichen Ermahnung, einer Foren-Zensur, einem Abmahner, einem Boykott-Aufruf oder in der Ausschreibung als Vogelfreier endet, ist abgesehen von der Intensität der Maßnahme egal, so sehen die wahren "Argumente" gegen diejenigen aus, die sich nicht in eine Irrlehre einfügen wollen, wenn die deren Verfechter die Macht haben.
Dem gegenüber kann man bei echten Argumenten ganz entspannt dem Anderen sagen, daß es aus diesem oder jenem Grund nicht funktionieren kann und ihn das selber auch feststellen lassen. Da braucht es keine externen Zwänge oder Missionierungs-Wahn. Daher sind eigentlich die Sachlichen am Ende die Netten und Lockeren, weil sie mit einer Widerlegung in der Sache leben können, da es ja keinen Sinn macht, sich gegen eine als falsch erkannte Darstellung irrational zu sträuben, wo die Gläubigen um ihr Phantasie-Gebäude härtestens kämpfen müssen.
Es macht doch gar keinen Sinn mich von einer Irrlehre überzeugen zu wollen, denn ich weiß (als der Wissende

) doch, daß sie nicht funktioniert und auch gar nicht funktionieren kann. Bei all diesen Spiegelfechtereien geht es doch darum, daß da jemand selber mit seinem eigenen Vorgehen nicht klarkommt, aber statt es abzuändern, einen externen Schuldigen für das Nicht-Funktionieren sucht. Dabei sei auch nochmal an die Leute erinnert, die monatelang angebliche Super-Performances ertradeten, bis sie dann irgendwann einen Demo-Account oder gar einen Fake eingestehen mußten.
Da es Einigen gar nicht um die Sach-Auseinandersetzung geht, sondern um ein Good-Feeling, liefere ich zum Trost für diese Leute die Anmerkung mit, daß ich gestern (am Freitag) einen nicht homöopathischen Verlust ertradet habe, womit sie sich dann unabhängig von der objektiven methodischen Qualität ihres Vorgehens gerne selber bestärken können, was ich doch für ein Unfähiger/Blender/Schwachkopf/Oberlehrer/Scharlatan/Kreuzzügler ... sei. Ob ich lieber mit einer vermeintlich perfekten Methode Verluste einfahre oder mit einer Irrlehre Gewinne - wer weiß?
Im Gegensatz zu allen Traumtänzern stelle ich mir dann schon (selbständig und ohne fremdes Nachbohren) die Frage, was ich verbessern kann oder sollte und mache es dann oder erkenne, daß eine für mich ärgerliche Entwicklung (in Form eines Verlustes oder unangenehm hohen Risikos) mit bestimmten Vorgehensweisen inhärent oder in statistisch ungünstigen Fällen verbunden ist und leider kaum abgestellt werden kann. Dann kann ich mich entscheiden, damit mental umgehen zu wollen oder auf dieses Trading-Element zu verzichten.
Nebenbei bemerkt wundert es mich nicht, daß diese Diskussion schon wiederholt im Gold-Thread begonnen hat, da Gold Mystiker besonders lockt.