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Tuesday, May 17th 2011, 10:04pm

Die "wilden" Zeiten der CFD-Märkte

Da manche frühere Posts für die heutigen Foren-Neulinge nur schwer verständlich sein könnten, gebe ich hier mal eine kurze Zusammenfassung der Zeit, als der Zustrom in die Trading-Foren geradezu gigantisch war.

Im Jahr 2006 begann ein großer Anbieter von CFD- und Forex-Produkten mit einer proprietären Handelsplattform in Deutschland den Markt mit massiver Werbung aufzurollen und erreichte mangels (in den nominellen Konditionen) konkurrenzfähiger Angebote in kürzester Zeit die damalige Marktführerschaft.

Das Neue gegenüber bestehenden Produkten waren die minimalen Kapital-Anforderungen und die massiven Hebel, durch die der völlig unrealistische Traum geweckt wurde, daß auch jedermann mit kleinem Geld auf einfachste Weise schnell reich werden könnte. Mangels vorliegender Erfahrungen mit diesen Produkten dachten viele Neulinge an grenzenlose Möglichkeiten.

In Wahrheit ist das natürlich völliger Blödsinn, da
  • die Derivate-Märkte ohne Transaktions-Kosten ein Null-Summen-Spiel sind und nach Transaktions-Kosten sogar unter dem Strich für den Markt als Ganzes ein schweres Verlust-Geschäft sind und in erster Linie den Anbietern massiv die Taschen füllen (weshalb es davon auch Legionen und fast täglich neue gibt),
  • die für einen Lebensunterhalt durch Trading bei realistischen Annahmen für fachgerechtes Trading völlig unterkapitaliserten Massen verblendet vom unrealistischen Versprechen schnellen Reichtums mit Monster-Hebeln und ohne brauchbares Verständnis vom Risko-und Money-Management ihre Accounts fast zwangsläufig an die Wand fahren und
  • die Anbieter durch unlautere Methoden (Willkür-Preise, absichtliche Spikes, hohe Slippage, Stop-Fishing, willkürliche Handels-Aussetzungen in volatilen Phasen etc.) der Masse auch noch die letzen Chancen nehmen.
Da die Mehrheit der durch die aggressive Werbung angelockten Leute in ihrer Naivität natürlich sofort Geld verloren, wurden die Foren damals von raffgierigen und inkompetenten Newbies geradezu überschwemmt, die eigentlich wissen wollten, wie (oder ob überhaupt) Trading wirklich geht. Gleichzeitig haben diese Leute aber nicht den Mut gehabt, ihre totale Unwissenheit zuzugeben und geiferten mit ihrem Unwissen Leute an, die schon jahrelange reale Trading-Erfahrungen hatten, wodurch in diverse Foren bedauerlicherwiese ein ziemlich angespannter Umgangston einzog.

Die Leute, die damals schon längere Erfahrung im (semi-)professionellen Traden hatten, besaßen meistens auch Größenordnungs-mäßig mehr Geld als die Mehrheit der heutigen Rookies, da die vernünftig zu tradenden Instrumente vorrangig Futures waren. Bei den ebenfalls vorhandenen Options- und Knockout-Scheinen waren die Unregelmäßigkeiten in der Preisstellung, Handels-Aussetzungen und zu hohe Kosten für professionelle Anforderungen unzureichend.

Da bei höheren Konten-Größen nicht mal so locker schnell platt getradet werden kann und im nächsten Monat aus dem laufenden Einkommen nachgeschossen werden kann, sondern oft die Arbeit mehrerer Jahrzehnte im Kapital-Aufbau steckt, haben diese Leute auch in der Regel eine ganz andere Systematik im Gegensatz zu den Monster-Hebel-Zocker-Möchtegernen und mußten sich den absoluten Nonsens der Träumer eigentlich nicht anzuhören, der ihnen ohne jede Substanz von Leuten aufgetischt wurde, deren einzige Berufung es war, ihre im praktischen Trading mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit vernichtenden Ergebnisse mit immer lautstärkeren öffentlichen Träumereien in Foren zu kompensieren und die sich natürlich die Hoffnung schnellstens ohne Kompetenz und ausreichendes Start-Kapital reich zu werden, nicht nehmen lassen wollten.

Diverse dieser Schreihälse waren Leute, die erkennbar nur mit einem einzigen CFD handelten oder gar nur mit Demo-Konten oder selbst von denen nur träumten und dabei alle nur denkbaren Anfängerfehler machten und es selber nicht einmal bemerkten. Das "Lustige" dabei war, daß sie oft die Einzigen waren, die es nicht merkten und annahmen, daß ein auch nur halbwegs erfahrener Trader sich so plump täuschen ließ, wo es sich um offenkundiges Anfänger-Latein handelte. In der Regel erkennt an schon an wenigen Anhalts-Punkten, ob jemand wirklich weiß, wovon er redet und reale Erfahrungen hat.

Ich kam damals übrigens nach damals schon 12 Jahren Trading in dieses Forum, als mich eine Suchmaschine zu den ungeheuerlichen Duchstechereien im CFD-Markt, die ich in so einem Ausmaß noch auf keinem anderen Markt gesehen hatte, hierhin führte.

Glücklicherweise ist dieser Anbieter letzen Endes mit seiner Politik der verbrannten Erde und einer unnötigen und nur eingeschränkt brauchbaren Software mit zig Bugs gegenüber einer zunehmenden Schar professionell agierender Firmen gescheitert und hat in großem Maße Markt-Anteile verloren.

Ebenso sind die meisten der damaligen gierigen und wichtigtuerischen Rookies heute auch keine Trader mehr, zumindest schreiben sie nach wenigen Monaten ihrer ersten naiven Hoffnung-Phase nichts mehr in Foren, da auch sie (wenn sie halbwegs normal sind) ziemlich früh einsehen, wie Trading (in etwa) geht und die Branche wirklich funktioniert und daß sie es eben nicht packen und sie sich nicht weiter der öffentlichen Lächerlichkeit preis geben müssen.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

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Tuesday, October 23rd 2007, 10:35am

Re: CFDs gut für CMC ! CFDs gut für Trader?

@ Wiener

Klar gibt es diesen Interessen-Konflikt und der wird auch zuungunsten des Traders genutzt. Durch einige Vorsichtsmaßnahmen kannst Du ihn aber abmildern. Gehst Du z. B. Positionen nicht in einem Stück ein, können denkbare verunsichernde sofortige Gegen-Moves nach einer Order zum verbilligten Nachkauf genutzt werden. Zum Thema ins System eingegebene Stop-Orders muß jeder Trader seine eigene Meinung finden. Es gibt auch angesehene Trader, die im OTC-Markt vom Bekanntmachen der eigenen Intentionen gegenüber dem Broker durch Eingabe von Stop-Orders abraten.

Die Erfüllung Deines Wunsches, daß die Anbieter anständig bleiben, ist wenig wahrscheinlich. Hier geht es um ein ganz knallhartes Geschäft.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

Wiener

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Monday, October 22nd 2007, 4:57pm

CFDs gut für CMC ! CFDs gut für Trader?

Hey!

Also ich seh hier einen ordentlichen Interessenskonflikt beim Handel von CFD's auf CMC... da ja der CFD-Anbieter sowohl Gegenpartei und Counterparty-Risikomanager mit Profitinteresse ist, aber gleichzeitig auch als Ausführungsgehilfe im Kundeninteresse tätig wird.

Wenn Anbieter gleich Gegenpartei ist... :cursing:

Anbieter bleibts anständig!

:P Wiener

Cerberus24

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9

Tuesday, May 8th 2007, 9:03pm

RE: Ist CFD gut für privat Investoren

Quoted

Original von Trader1984
das sollte man dick unterstreichen.

Wegen der hohen Finanzierungskosten sind CFD kein Produkt für Investoren, sondern eines für Trader.

es sind je nach anbieter 6 bis 8% p.a fikos.

du must dir vor augen halten das unter umständen kaum etwas an rendite für dich übrig bleibt.

wenn die aktie bei einer haltedauer von einem jahr 20 bis 30% p.a. steigt bleiben bei 8% p.a. fikos zwischen 12 und 22% für dich übrig.

und die transaktionskosten sind auch nicht die preiswerten und der spread ist auch grösser als wenn direkt an der börse handeln würde.

wenn ich es noch richtig in erinnerung habe kannst du Commodity also rohstoffe zinsfrei traden das liegt daran das die futures oft unter den aktuellen preisen liegen. ich glaube das heisst backwardation und man bekommt dadurch zinsen. aber da können dir andere hier mehr darüber erzählen.


die alternative wäre das du bei comdirect ein konto eröffnest. bei denen bekommst du 10 freetrades. du zahlst also bei 5 käufen und verkäufen keine transaktionsgebüren.

gruss



May I object Sir!

1. Die Finanazierungskosten für US-Aktien dürften (ausser bei IB) wohl nicht weit weg liegen.

2. Aber Du kriegst ja nix zum Finanzieren, da Du ja mit HOHEM Eigenkapital reingehen musst.

3. Du kriegst also auf eine Investition, die Du sonst nicht tätigen könntest, ca 20 % Rendite.

Man kann als Investor mit mittlerer Haltedauer nicht nur die Aktie kaufen, sondern auch Optionen, CFDs.......

MFG

Cerberus24

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xyxyber

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Tuesday, May 8th 2007, 8:36pm

Rohstoff-CFD zinsfrei

@ Trader1984

Rohstoff-CFD sind dann/darum zinsfrei, wenn/weil sich die CFD auf Futures als Underlying beziehen. Die cost-of-carry (Haltekosten incl. Zinsen) sind im Future-Preis bereits enthalten, so daß am Future-Markt die Short-Seite die Finanzierung zu Geldmarkt-Zinsen übernimmt, die die Long-Seite über einen höheren Preis (Future-Preis = Kassa-Preis + Basis, Basis am Verfallstag = 0, Basis = Summe aller cost-of-carry bis zum Verfallstag) bezahlen muß. Bei CFD auf Kassa-Instrumente übernimmt der CFD-Markt-Maker die Finanzierung zu seinen Inhouse-Zins-Sätzen.

Backwardation, also ein möglicher geringerer Preis eines zukünfigen Futures, resultiert nur wenig aus Zins-Überlegungen, sondern im wesentlichen aus einer in der Zukunft deutlich anders eingeschätzten Liefersituation. Das Gegenteil Contango (höherer Preis eines zukünftigen Futures) resultiert zu großen Teilen aus Zins-Effekten, da ja die Finanzierung und Lagerung bis zur Endfälligkeit von der Short-Seite getragen und der Long-Seite in Rechnung gestellt werden muß. Daher ist das Entsetzen vieler Leute, die mit Rohstoff-Zertifikaten verloren haben, eher ein Zeichen, daß sie nicht wissen, was sie tun, denn die Rohstoff-Preise müssen mindestens so stark steigen wie die zu zahlenden cost-of-carry, damit überhaupt Break-Even eintritt. Rohstoffe, die besonders leicht lager- und übertragbar sind, wie z. B. Edelmetalle, handeln immer in Contango.

Bo10a

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7

Tuesday, May 8th 2007, 6:21pm

Quoted

Original von Xaron
Ja, die Frage ist nur, ob er uns auch so gut versteht und ob seine Fragen durch ein Übersetzungstool ins deutsche gebracht wurden. Wenn ja, dann wird der "Rückweg" deutlich schwieriger für ihn zu verstehen sein. ;)

Gruß - Xaron


Die Frage kann genauso gut in englischsprachigen Foren gestellt werden, davon gibt es sogar viel mehr.
Es sei denn, Du gehst davon aus, daß jeder in Candletalk perfekt englisch kann, dann könnte hier ja gleich alles in dieser Sprache laufen. :rolleyes:
Dann gäbe es ein paar ausländische User mehr. ;)

Gruß
Bo10a

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Trader1984

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6

Tuesday, May 8th 2007, 5:38pm

RE: Ist CFD gut für privat Investoren

das sollte man dick unterstreichen.

Wegen der hohen Finanzierungskosten sind CFD kein Produkt für Investoren, sondern eines für Trader.

es sind je nach anbieter 6 bis 8% p.a fikos.

du must dir vor augen halten das unter umständen kaum etwas an rendite für dich übrig bleibt.

wenn die aktie bei einer haltedauer von einem jahr 20 bis 30% p.a. steigt bleiben bei 8% p.a. fikos zwischen 12 und 22% für dich übrig.

und die transaktionskosten sind auch nicht die preiswerten und der spread ist auch grösser als wenn direkt an der börse handeln würde.

wenn ich es noch richtig in erinnerung habe kannst du Commodity also rohstoffe zinsfrei traden das liegt daran das die futures oft unter den aktuellen preisen liegen. ich glaube das heisst backwardation und man bekommt dadurch zinsen. aber da können dir andere hier mehr darüber erzählen.


die alternative wäre das du bei comdirect ein konto eröffnest. bei denen bekommst du 10 freetrades. du zahlst also bei 5 käufen und verkäufen keine transaktionsgebüren.

gruss

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xyxyber

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Tuesday, May 8th 2007, 4:13pm

RE: Ist CFD gut für privat Investoren

@ hoangvm

Bei jedem Investment und bei jedem Dienstleister muß man Kompromisse machen und sich ganz klar darüber bewußt sein.

Bei CFD, aber auch Zertifikaten und Scheinen, begibt man sich in eine extreme Abhängigkeit vom Market-Maker, die dieser natürlich zu seinen Gunsten nutzen wird.

Andererseits bieten für ganz kleines Geld im Moment ausschließlich die CFD-Market-Maker folgende Vorteile an:
  • minimale Mindest-Konto-Größe
  • gleichmäßig skalierende Kosten ab der ersten Handelseinheit
  • integrierte Real-Time-Kurs-Graphik
Ich selber handle zwar keine CFD mehr, aber glaube, daß sie für viele Klein-Trader ein Weg zum Traden sind, wenn ihnen die linearen Instrumente reichen und sie insbesondere auf Optionen verzichten können. (Die Box-Optionen sind so hochgradig intransparent und nachteilig im Spread, daß sie derzeit kein wirklicher Ersatz für börsengehandelte Optionen sind.)

Wegen der hohen Finanzierungskosten sind CFD kein Produkt für Investoren, sondern eines für Trader.

Xaron

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Tuesday, May 8th 2007, 3:57pm

Ja, die Frage ist nur, ob er uns auch so gut versteht und ob seine Fragen durch ein Übersetzungstool ins deutsche gebracht wurden. Wenn ja, dann wird der "Rückweg" deutlich schwieriger für ihn zu verstehen sein. ;)

Gruß - Xaron

Bo10a

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3

Tuesday, May 8th 2007, 2:50pm

Quoted

Original von Xaron

BTW: You may post in English if you feel more comfortable with it. ;)

Gruß - Xaron


@ Xaron

Wieso, ist doch gut verständlich.

@ hoangvm

Bitte weiter auf deutsch. :)


Gruß
Bo10a

Xaron

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Tuesday, May 8th 2007, 2:45pm

Das kommt darauf an. Für kleine Konten gibt's wohl kaum vernünftige Alternativen. Long-Positionen in Aktien würde ich aber sicher auch nicht mit CFD's über einen längeren Zeitraum realisieren. ;)

BTW: You may post in English if you feel more comfortable with it. ;)

Gruß - Xaron

hoangvm

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Tuesday, May 8th 2007, 1:54pm

Ist CFD gut für privat Investoren

Hi Zusammen !

Nach paaren Wochen finde ich diese CFD manchmal ungünstig für klein Investoren , zb die Transparenz von Marketpreis ! Was meint ihr :rolleyes: