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Wednesday, January 20th 2010, 5:32pm

Notwendige Testfall-Anzahl

@ fuzba

Das Thema hatte ich im Post vom 05.11.09, 19:53 mal kurz angesprochen.

Im Statistik-Paket R beginnen einige Funktionen zur Bestimung der statistischen Power (meist in den Zusatz-Paketen) mit 'power.' Auch in jeder anderen brauchbaren Statistik-Software gehört die Berechnung der statistischen Power eines Tests zu den notwendigen statistischen Elementar-Funktionen.

Entscheidend ist, daß man für eine sinnvolle Angabe schon eine Vorabschätzung braucht, wo die TQ in etwa liegt (ggf. durch einen Vor-Test).

Verständlich wird das an einer manipulierten Münze, die mit 60:40 eine Seite präferiert. Teste ich diese Münze mit 10 Würfen und erhalte genau 60:40, hat das Ergebnis trotzdem kaum eine Aussagekraft, da die Fallzahl viel zu klein ist, sie von einer idealen Münze mit 50:50 zu unterscheiden, die in 10 Versuchen auch mit hoher Wahrscheinlichkeit rein zufällig mit 60:40 auf die gleiche Weise fallen kann. Hier hat also sogar ein Ergebnis, welches genau mit der richtigen Zahl übereinstimmt, trotzdem kaum eine Bedeutung!

Nähert sich die Trennschärfe der Regeln nahe 50:50, werden um mehrere Größen-Ordnungen mehr Fälle gebraucht als bei sehr stark trennenden Regeln. Für die Anwendungen im Trading muß neben der statistischen Power noch das ex-post-CRV einbezogen werden, wobei eine zuerst erfolgende getrennte Bewertung der TQ der Handels-Regeln und eine spätere Adjustierung um das CRV sinnvoller ist, als zu früh einen kumulativen Wert zu bilden.

Zwar bilden für den Erwartungswert des Ertrages TQ und CRV zusammengefaßt eine Gesamtsicht, nicht aber für die gesondert erforderliche Bewertung der TQ (die sich im wesentlichen auf die Qualität der Handels-Regeln bezieht) und des CRV (das sich im wesentlichen auf das Riskiko-Management bezieht).

Die Testfall-Anzahl ist dann ausreichend, wenn man mit der durch die statistische Power angezeigten Restunsicherheit durch Artefakte leben kann, wo eigentlich die gegenteilige Handelsregel richtig gewesen wäre. Irgendwelche Pauschalangaben, wie völlig aus der Luft gegriffene 30, 100 oder 400 Trades bringen da gar nichts, selbst wenn ich sie schon in akademischen Veranstaltungen (sogar zur Präsentation einer Diplom-Arbeit) gehört habe und sie dort sogar vor einem größeren Auditorium beinahe unkommentiert durchgegangen wären. (Was zeigt, wie wenig die Kenntnis über diese Zusammenhänge wirklich verbreitet ist.)
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

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DickT

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Wednesday, January 20th 2010, 4:28pm

Ich handle seit über 10 Jahren mit Aktien, jedoch hatte ich bis vor kurzem nichts von Risiko/Moneymanagement gehört. Auch habe ich selten Stops gesetzt und wenn, dann ziemlich sinnlos.


Das klingt nach einer Buy-and-hold-Strategie im kostolanischen Sinn von "kaufen und schlafen legen." Wenn ich mit dieser Unterstellung Recht habe, spricht das imho nicht für ausreichend Erfahrung im eigentlichen Trading. Daher würde ich, wie schon die Vorredner vorgeschlagen haben, zu Beginn nicht die vollen 10.000 Euro als Tradingkapital benutzen, sondern nur einen kleinen Teil davon. Ob Forex wirklich das beste Trainingsgelände ist, weiß ich nicht. Devisenmärkte haben im Vergleich zu Aktien durchaus Eigenheiten. Außerdem muss man vorher sattelfest in der Berechnung der Positionsgröße sein. Es gab hier im Forum schon etliche Richtigstellungen durch die Forex-Experten, wenn jemand, der eigentlich schon Erfahrung an den Märkte hat, trotzdem nicht Margin, Risiko und Gewinn in Euro berechnen konnte, wenn er beispielsweise USD/JPY tradet. Daher hier vorher unbedingt Hausaufgaben machen, sonst schaut man dort nicht mehr durch.
Es gibt CFD-Anbieter, die auch bei Aktienpositionen keine Mindestgebühr verlangen. (Dafür wohl einen höheren Spread haben als das zu Grunde liegende Orderbuch). Dort sind auch Aktien-CFDs in kleiner Stückzahl handelbar. Wenn Du erfolgreich bist, wirst Du das früh genug merken, um die Positionsgrößen zu erhöhen und zu spät ist noch niemand an den Markt gekommen.

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fuzba

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Wednesday, January 20th 2010, 3:38pm

@PT

Da ich selbst noch mit sehr kleinen Units arbeite, welche Tradeanzahl würdest als ausreichend erachten, um eine Aussage über das Real-Trading machen zu können?
Danke.

Gruß
-fuzba-

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Wednesday, January 20th 2010, 3:06pm

Die Überlegungen, was zum Trading-Kapital gehört und was nicht, hängen nicht davon ab, auf welchem Konto sich das Geld befindet. Trading-Kapital ist alles Kapital, welches unter einem einheitlichen Risiko-Modell für Trading-Zwecke einbezogen wird.

Darum sind auch von einigen Leuten vorgestellte System-Abrechnungen mit Teil-Konten des gesamten Trading-Kapitals mit einer überhöhten Performance bei hohen Risiken falsch. Das auf einem anderen Konto vorhandene Geld bewirkt nämlich für das betrachtete Teil-Konto ganz andere Möglichkeiten dort Risiken einzugehen, da durch die Subsumption der beiden Konten zusammen unter das gesamte Trading-Kapital, die Möglichkeit von dort ernsthaft, real und vorhersehbar Geld nachzuschießen, einschränkungslos geplant war. Dieses Konto wurde ja hier nicht als psychologische Hürde eingebaut, sondern zum Zwecke der Ertrags-Maximierung durch Zinsgewinne.

Ansonsten sind die vorigen Ausführungen zum prinzipiell ähnlichen Trading mit kleinen und großen Positionen richtig und bei der Möglichkeit bis hinunter zu einer Unit zu stückeln, besteht keine Notwendigkeit, mit hohen Accounts anzufangen, bis man nicht sichere Daten aus dem Real-Trading hat, die einen mittelfristig positiven Erwartungswert sicherstellen.
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teddy

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Wednesday, January 20th 2010, 1:15pm

Danke für die Antworten. Ich handle seit über 10 Jahren mit Aktien, jedoch hatte ich bis vor kurzem nichts von Risiko/Moneymanagement gehört. Auch habe ich selten Stops gesetzt und wenn, dann ziemlich sinnlos.Nun habe ich in den letzten paar Monaten viel über diese Themen gelesen und möchte das Erlernte mit Aktien-CFD`s umsetzen.

oldschuren

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Wednesday, January 20th 2010, 12:19pm

Hi,
was hast du für Erfahrungen vorzuweisen? Was möchtest Du traden? Aus eigener Erfahrung weiß ich, 10K können genau so schnell weg sein wie 100 EUR. Würde dir raten erst mal mit Devisen anzufangen. Bei Oanda oder RBS-MarketIndex kannst Du die Einheiten frei stückeln und somit dem Konto optimal anpaßen. Dann orientiere Dich erst mal an der Regel, wenn man mit einem 100EUR-Konto nicht erfolgreich ist, wird man das auch nicht mit einem größeren sein. Wie währe es mit einem Stufenplan? Fang mit 500 EUR an. Wenn Du nach zwei (3,4,5...) Monaten im Plus bist, legst Du 500EUR nach usw...
Na dann, viel Spaß...
Gruß
OS
ich raube, also bin ich....

Hintman

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Wednesday, January 20th 2010, 11:44am

Also erstens würde ich nur basierend auf dem Kapitalstand am Tradingkonto die Positionsgrößen berechnen. Geld irgendwo auf einem anderen Konto sollte nicht als Tradingkapital betrachtet werden.
Und zweitens würde ich dir vorschlagen, definitiv nicht gleich das ganze Kapital fürs Trading heranzuziehen. Die Lernphasen sind lange und schmerzvoll, besser 2x kleine Konten schrotten als gleich ein großes.
Parameter für Trading "Frei Schnauze": Stopp-Loss 0,6-fache ATR, Profit Target 1,8-fache ATR. Zeitstopp greift am 5. Tag des Trades.
Meine Postings stellen keine Aufforderung zum Wertpapierkauf dar, dafür ist jeder selbst verantwortlich.

teddy

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Wednesday, January 20th 2010, 10:58am

Handelskonto

Hallo,

ich möchte demnächst mit dem CFD-Handel beginnen. Wenn ich mein Handelskonto auffülle, macht es da Sinn, mein ganzes zur Verfügung stehendes Handelskapital auf das Konto einzuzahlen oder nur einen Teil, den Rest auf ein Tagesgeldkonto, welches immerhin ein paar Zinsen bringt?
Ich habe z.B: 10000Euro zur Verfügung und berechne anhand dessen meine Positionsgrößen. Auf mein Handelskonto zahle ich aber nur 5000 Euro ein, den Rest auf`s Tageskonto (wird natürlich nicht angerührt).
Ist das so üblich oder verliert man so schnell die Übersicht?

MfG
Teddy