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Strandkorbvermieter Gerhard Fritz aus Warnemünde.
SZ: Wie ist die Stimmung bei Ihnen in Warnemünde, Herr Fritz?
Fritz: Langsam wird's besser. Gestern war meine Laune am Boden. Da waren die Körbe zu 50 Prozent belegt - mit Marienkäfern! Ich habe anderthalb Stunden gebraucht, um 30 von unseren 210 Körben freizufegen, und direkt sind die wieder aus den Ritzen gekrochen. Dort, wo es besonders warm war, saßen besonders viele. Die haben sich gesonnt, die Viecher!
SZ: Meteorologen schätzen, dass die Marienkäfer in den nächsten Tagen zurückkommen, weil dann der Wind wieder auf Südost dreht.
Fritz: Bitte nicht! Die sind ja nicht nur an meinem Strandabschnitt, sondern auch überall im Ort. Wir öffnen unsere Fenster schon gar nicht mehr, weil da ganze Käferwolken herumschwirren. Ich kann mir gar nicht erklären, wie es zu solchen Massen kommen kann, aber ich bin da auch kein Experte. Ab und zu kommen auch mal Schwebfliegen vorbei. Die sind auch nicht besonders schön, aber das sind nicht gleich Millionen.
SZ: Die Marienkäfer sollen auf der Suche nach neuen Blattläusen sein.
Fritz: Bei mir am Strand gibt es keine Läuse! Das ist alles gepflegt und sauber, das schätzen unsere Gäste sehr. Zu uns kommen auch Filmschauspieler und andere Prominenz, in Rostock legen ja die Kreuzfahrtschiffe an. Wir haben Gäste, die mieten sich Körbe für die ganze Saison, so toll finden sie die Mecklenburger Bucht. Das mit den Marienkäfern sehen die lockerer, dann machen die eben einen Tagesausflug woanders hin. Das ist die Natur, damit muss man leben. Und irgendwann ist es ja auch wieder vorbei.
SZ:Vielleicht bekommen Sie nun noch mehr Kunden. Da sind doch bestimmt eine Menge Schaulustige angereist.
Fritz: Das hält sich doch sehr in Grenzen. Einen Käfer finden die Leute ja schön, zwei auch, aber nicht Millionen. So viel Glück können wir gar nicht gebrauchen, wie Marienkäfer da waren.
SZ: Es heißt, sie beißen.
Fritz: Habe ich noch nicht gemerkt, vielleicht ist meine Haut dicker. Aber ich habe schon viele Strandbesucher gesehen, die wild um sich schlagen. Das ist auch nicht schön, wenn die Tiere zu Massen auf einem landen - auf der Haut und besonders auf bunter Kleidung. Weiß ist schlimm, Orange und vor allem Gelb, da denken die Käfer gleich an Blumen. Aber ich sage Ihnen mal, was eine viel größere Plage ist: der Wetterbericht.
SZ: Wieso das denn?
Fritz: Von den Wetterdiensten wird ständig angesagt, dass es hier regnen wird, vor allem am Wochenende. Das mag ja vielleicht für Rostock gelten, aber ganz sicher nicht für Warnemünde. Wir hatten ein Superwetter in den letzten Tagen, wir liegen hier oben wohl in einer Wetterschneise. Aber das können die Experten von Potsdam und Hamburg aus natürlich nicht sehen. Obwohl ich mich jetzt eigentlich über Regen freuen würde, dann wären die Käfer endlich weg.
Natürlich ist er ein lustiger " Vogel " , aber das wurde anderen Größen Einstein, Bill Gates u. Co auch nachgesagt. Er hat einen Traum, damit fängt es schon mal an. Jetzt arbeitet er daran, gegen alle Gelächter, ihn umzusetzen. Ich wünsche ihm das notwendige Durchhaltevermögen u. das er die Profis eines Besseren belehrt.
Quelle: FTD
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G8-Gipfel - Berlusconi kommt zu kurz
Bereits zum zweiten Mal leisten sich die USA einen Lapsus: In ihrer Pressemappe zum G8-Gipfel sei Berlusconi in wenigen Sätzen vorgestellt worden, während Merkel und Erdogan mehrere Seiten gewidmet seien. Schon 2008 musste sich das Weiße Haus bei Berlusconi entschuligen.
Nach italienischen Medienberichten hat sich die US-Regierung beim G8-Gipfel in L'Aquila einen Fauxpas geleistet: Im Unterschied zu allen anderen politischen Persönlichkeiten, die in der dicken US-Pressemappe ausführlich vorgestellt werden, sind Italiens Ministerpräsidenten und diesjährigen G8-Gastgeber Silvio Berlusconi nur einige karge Worte gewidmet.
Er wird als "Italiener, Politiker, Unternehmer, Ministerpräsident" beschrieben, der Rest sind knappe Geburts- und Wahldaten - und dabei wird noch auf britische und amerikanische Medienquellen verwiesen. Kanzlerin Angela Merkel wird ausführlich auf anderthalb Seiten gewürdigt. Der Ministerpräsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan, sogar auf zweieinhalb Seiten.
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Schon beim G8-Gipfel im japanischen Toyako 2008 hatte sich das Weiße Haus bei Berlusconi wegen der offiziellen US-Pressemappe entschuldigen müssen: Er wurde als Vertreter eines Landes dargestellt, "das bekannt ist für Korruption und Lasterhaftigkeit". Der Regierungschef werde von vielen in seinem Land gehasst und als "politischer Dilettant" angesehen. Die Kurzbiographie hatte damals weite Wellen geschlagen. Das Weiße Haus entschuldigte sich jedoch.
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