Laut
Ken Fisher musst Du, um an den Märkten zu gewinnen, etwas wissen, was die anderen nicht wissen. Wie Du an das Wissen kommst, ist streng genommen völlig egal, manchmal eventuell sogar illegal (Insider).
Viele Wege führen nach Rom und PT empfiehlt halt (vielleicht auch etwas zu strikt), den methodischen, vermutlich, weil er damit erfolgreich war und mit anderen nicht.
Natürlich kann man sich auch eine Strategie erarbeiten, die funktioniert, indem man reines Learning by doing betreibt (Traden, Traden, Traden), ohne je ein eine einzige Zeile Quellcode zu schreiben. Wer nicht programmieren kann und es nicht lernen wil oder kann oder sich die Datenauswertung, die zum Großteil auch nervig ist nicht machen will, kann versuchen, die Abkürzung zu nehmen. Vielleicht klappt es und er kommt schnell ans Ziel. Ich fürchte aber, es wird mindestens genauso lange dauern als wenn er sich hingesetzt hätte und versucht hätte, in den Daten eine "Edge" zu finden.
Die Methodiken, die PT anspricht, sind mMn eher ein Hilfsmittel, um vielleicht schneller und systematischer ans Ziel zu kommen. Ob man ankommt, ist aber damit auch nicht sichergestellt. Man kann sich auch totforschen und nix finden. Die Chancen dafür stehen aber schlecht.
Man kann mMn auch ganz anders rangehen und ein Jahr lang
Eve-Onlinespielen. Da kenn ich Spieler, die nur traden und hauptsächlich mit riesigen Exceltabellen arbeiten. Es gibt echte Märkte in unterschiedlichen Sonnensystemen, wo spielerhergestellte Produkte (ich war z.B. ganz groß in der Raketenproduktion und -verkauf) ge- und verkauft und gehandelt werden, man findet Arbitrage-Handel, Monats- bis Jahres-Charts (auch mit Indikatoren wie dem MA oder Donchian-Channel

) und lernt viel spielerischer, was liquide Märkte sind, wie unterschiedlich Märkte für verschiedene Produkte sein können (von sehr antipersistenten hin zu sehr trendigen) und welche Strategien jeweils erfolgreicher sind, man kann sich auch da verzocken und lernt so, sein investiertes Geld einzuteilen etc. Das einzige, was es nicht gibt, sind Stopploss-Orders. Da könnten die Spielehersteller wirklich mal nachbessern

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Aber man bekommt auch einen sehr guten Eindruck von Angebot-Nachfrage und deren Einfluss auf die Preise. Wenn man da ein Jahr erfolgreich geübt/gespielt hat, bin ich mir sicher, wird man auch bei den Real-Life-Märkten kaum Probleme haben, sich funktionierende Strategien zu erarbeiten, ohne dass man großartig programmieren muss. Ich bin mir im Moment sogar nicht sicher, ob es nicht besser ist, ein Jahr lang neben der Arbeit Eve zu spielen, statt Demo zu traden. Beim Demotraden hatte ich immer so ein unwirkliches Gefühl. Der Markt ist ja nicht um seiner selbst willen da, sondern hat ja schon eine (originäre) Funktion. In Eve wird das einfach viel handfester, da der Markt für einen selbst als Spieler eine echte Bedeutung hat.
Ich bin im Gegensatz zu PT nicht der Meinung, dass Lernen immer anstrengend und mit harter Arbeit verbunden sein muss, sondern dass man eigentlich spielerischer viel besser lernt. Man findet nur leider in der heutigen Welt nicht soviele Möglichkeiten dazu, wo ja eher die Devise ist: wenn man nicht ordentlich schwitzt und flucht, hat man nicht gearbeitet.