Wenn beim Livetrading an einem durchaus bewegten Tag 0 % TQ geboten werden, sind Fragen nach den Kern-Kompetenzen eines Traders durchaus berechtigt, beim Zocken mit Verlusten in mehrfacher Höhe durchschnittlicher Gewinne (wie in der Graphik erkennbar) sowieso.
Aber schon richtig ärgerlich ist die fadenscheinige Pseudo-Begründung "14.30 wurden falsche Daten veröffentlicht" und daß nach diesen Daten (also fundamental) angeblich "die falschen Long-Trades zu suchen" begonnen wurde.
Wenn ich zukünftige Trading-Anfänger (also Leute, die in Wahrheit noch nie auch nur mit einem Cent getradet haben, aber sich schon als Milliardär zu fühlen beginnen wollen, wenngleich ihr aktuelles Problem die Kapitalisierung ihres Micro-Accounts ist) frage, was sie denn so machen wollen, antworten sie fast immer irgendwas von fundamentaler Untersuchung, bla bla bla, weil sie hübsch klug tun wollen und es ihnen offenbar peinlich ist, irgendwas von den Folklore-Bildchen der "technischen Analyse" zu erzählen.
Auf Fragen, wie sie denn in einem schnellen Markt gegenüber Markt-Teilnehmern mit schnellerer und auf Grund ihrer Erfahrung und ihrer Ausstattung zielgenauerer Informations-Verarbeitung aus funadamentalen Daten einen Vorteil gegenüber diesen ziehen wollen, bleiben sie immer die Antwort schuldig - klar auch, weil es schlichtweg nicht geht.
Kommt dann noch die Frage nach den bereits lange in den Kursen eskomptierten Annahmen und der mehrfach reflexiven Adaption der Markt-Teilnehmer dazu, beginnen die wirklich Interessierten, oft das erste Mal in ihrem Leben darüber ernsthaft nachzudenken, wie Börse überhaupt funktionieren könnte und daß es mit ein bißchen klugtuerischem Bla-Bla, einem Micro-Account, einer gehörigen Portion Gier und einer noch viel größeren an Selbstüberschätzung vielleicht doch nicht reichen könnte, nicht zur schnellen Beute der "großen Jungs" zu werden.
Wenn Ähnliches aber von einem Head-Trader (hi hi hi) für satte Preise geboten wird, ist das schon ein krasses Mißverhältnis zwischen Schein und Sein. Andererseits haben aber so diejenigen, die entgegen allen schon vorher erkennbaren Zweifeln das kostenpflichtige Show-Paket gebucht haben, wengistens eine bessere Chance schon vor dem ersten Kündigungs-Termin zu verstehen, wieviel Geld sie da für eine ihnen wenig nützliche Sache verplempert haben.
So ganz paßt die Berufung auf Fundametal-Daten auch nicht zu den mit allerlei Malereien geradezu gespickten Charts, die ja genügend Leute in der TT-Show selber gesehen haben, und dem Ansatz, Positionen relativ kurzfristig zu traden. Nebulös!
Daß den dürftigen Leistungen bei den Live-Shows vor großem Publikum geradezu Phantastisches in den PDF-Files gegenüber steht, muß für Beobachter der Show seit ihren Anfängen ohnehin nicht erwähnt werden. Inwieweit im Gegensatz zur ersten öffentlichen Live-Show diesmal Fragen aus dem Publikum wirklich beantwortet wurden, könnte ja mal jemand sagen, der die neue Show abonniert hat.
Wenn sie denn wider Erwarten ihr Geld wert sein sollte, muß man sich ja nicht schämen, daran teilzunhemen, sondern könnte sich als weitsichtiger Avantgardist profilieren. Wer sie gebucht hat und damit kein gutes Gefühl mehr hat, würde mit dem klaren Zugeben eines Reinfalls eine der wichtigsten Voraussetzungen eines Traders erfüllen, nämlich zu seine eigenen Fehlern auch ganz klar zu stehen. Einige Andere haben in diesem Forum schon zugegeben, weit höherpreisige Seminare, Coachings und Abos ohne echten Nutzen bezogen zu haben, so daß auch das kein Grund ist für falsche Scham.
Sollte es niemanden geben, der sich irgendwo zu einer Teilnahme am neuen Abo bekennt, wäre das aber ein erklärungsbedürftiger Widerspruch stehen zwischen den diversen positiven Stellungnahmen an verschiedenen Orten im Netz (insbesondere in Kays Forum selbst) und der ausbleibenden Resonanz. Wer ein wirklich überzeugter Jünger einer Sache ist, soll auch ganze Sachen machen, erst recht wenn begründete erhebliche Zweifel mal locker als neidische Miesmacherei hinweggefegt werden.
Was ich noch nicht ganz verstehe, ist, warum es keine progressive Kunden-Werbung a la "Abonnenten werben Abonnenten" gibt, das macht ja der abwickelnde Anbieter auch so. Ob da was vergessen wurde in der Marketing-Maschine?
BTW: Hat es wirklich eine nachträgliche Korrektur irgendwelcher Daten gegeben? Ich schaue schon seit Jahren nicht mehr in die aktuellen Daten rein, denn Erklärungen im Nachhinein helfen für die Zukunft nicht und es mir außerdem zu viel ist und darum ablenkt (nicht nur beim Lesen, sondern erst recht beim Sinnieren oder gar Recherchieren darüber). Wenn irgendwas passiert sieht man es in den Kursen - und zwar nicht so, wie man sich das vermeintlich hochklug ausdenkt, sondern wie es der Markt wirklich verarbeitetet, was oft ganz anders ist, als vorschnell gedacht.