Wenn Kay am 01.07. auf die Feststellung "Von meinem dicken Gewinn von gestern ist so gut wie nichts mehr übrig." fragt "Was mach ich denn?!", ist die Antwort auch ohne die "erhabenen" "Trading"-Kenntnisse eines "FXM" ganz einfach: pure Zockerei.
Das fiel mir übrigens schon beim Reinsehen in das Statement vom davor liegenden Gewinntag auf, wozu ich mir die Werte rauskopiert hatte, aber dann doch keinen Post dazu schrieb, weil Kay nun auch nicht so bedeutsam ist, daß ihm tägliche Aufmerksamkeit zukommen sollte. Darin fällt auf, daß ein bizarrer Positions-Größen-Mix zusammen mit Nachsetzten im Minus und Drehen zur Unzeit eher zufällige Intraday-Equity-Schwankungen bewirkt als daß dort ein ordentliches Trading-Konzept erkennbar wäre.
Tages-Verluste in der Größenordung von 7 % sind vielleicht bei den ersten Schritten auf einem Taschengeld-Konto noch als Zeichen allerhöchster Anfängerhaftigkeit zu verstehen, aber ganz sicher nicht bei einem Trader, der im Laufe der Zeit auch nur minimal etwas gelernt hat und behauptet mit Zehntausenden Euros sauer selber ertradeten Geldes zu operieren.
Als Fazit bleibt, daß auch nach einem Jahr kein sinnvolles RM/MM existiert. Die dargestellten Ergebnisse sind vorbehaltlich ihrer überhaupt gegebenen Authentizität darum letztlich dem Zufall geschuldet, da rein mathematisch eine Strategie mit solchen Schwankungen der Equity in Zusammenhang mit auch nur einigen Fehlern des Traders, wie insbesondere dem Beharren auf einer Verlust-Position oder gar deren Vergrößerung, oder einem technischen Aussetzer des Dienstleisters, den Account ganz fix auch um eine Größenordnung! reduzieren kann.
Anfänger mögen ja von den Darstellungen fasziniert sein, aber alleine, daß eben trotz einjähriger öffentlicher Schaustellung kein Angebot eines potenten Kapitalverwalters publik gemacht wurde, zeigt, daß die obigen Darlegungen offenbar nicht nur eine völlig unmaßgebliche private Ansicht sind, sondern relativ gesicherter Stand im Trading-Handwerk.
Die Kombination aus Super-Show und angeblichem hochperformantem Trading hatte zwar einige interessante Elemente, aber sie hat nicht beachtet, daß im Pro-Bereich das reale Trading mit echtem Wissen in aller Regel weitestgehend getrennt vom lautstarken Marketing-Geklapper abläuft. Hier war also Alles ziemlich genau so, wie es sich ein selbsternannter Pseudo-Experte ohne fachlichen Background vorstellt. Show gab es viel, geordnetes Trading gar nicht (die Formulierung 'eher kaum' habe ich hier absichlich weggelassen).
Die für Hartz IV-, Lehrlings-, Studenten- und Frührentner-Kreise (die möglicherweise wichtigsten wirklichen Adressaten einer solchen Show) mag die vermeintlich herzzerreißende immer noch vorhandene Notlage von Kay ja ein angenehmes menschliches Element haben vom Typ "Wir sind doch alle Verlierer", ich denke mir im Zusammenhang mit dem RM/MM-Nonsens eher dazu: Ja, lieber "FXM", so wirst Du es auch bleiben, ganz im Gegensatz zur eigenen nach wie vor optimistischen Annahme auf seiner Website.
Bevor wieder voreilige Neid-Diskussionen der bezeichenten Möchtegern-Trader-Kreise kommen, sei angemerkt, daß das 1 % der Bevölkerung in D (8 % in CH) der Millionäre, die schon eher ausreichend kapitalisiert sind, um von Kapital-Einkünften leben zu können, mit einer simplen Fond-Anlage mehr Geld erzielen und darum schon mal von der absoluten Höhe des dargestellten Einkommens noch kein übermäßiger Respekt angebracht ist. Ebenso erzielen genügend Leute solche Einkünfte in bügerlichen Berufen, wo entgegen aller wirklich auch vorhandenen sozialen Probleme auch eine große Zahl ausgesprochen gut verdienender Mitbürger existiert.
Zu bewerten ist ausschließlich die Trading-Leistung und dazu ist irgendein prozentualer Gewinn alleine kaum aussagefähig. Die Unkontrolliertheit des Risikos beim Zustandekommens spricht neben den dubiosen Begleit-Umständen gegen jede Nachnutzbarkeit der Darstellung durch einen dritten Trader. Ein möglicherweise damit verbreiteter Optimismus für Nachahmer ist ohne brauchbar nachnutzbare Strategie sogar gefährlich, da so nur Leute in die Märkte gelockt werden, die dort zu Dauer-Spendern werden.
Wenn es allein um eine personenkultische Show geht, so können das Andere besser, indem sie sich z. B. mit einem wohldosierten Sex-Skandälchen ohne geistige Anstrengung mit ein paar Kameraklicks in Szene setzen lassen.