Der älteste Rechner, den ich noch nutze, ist ein Laptop mit
CentOS (Kauf Anfang 2002, 512 MiB RAM, 1 GHz 20 GB HDD). Der war nach 7,5 Jahren für Windows mit Viren-Checker etc. unbrauchbar.
Der älteste Rechner, den ich überhaupt noch besitze, ist übrigens ein fast schon antiker PC 386 von 1992 mit MS-DOS/Windows 3.1 mit 2 MB RAM, 40 MHz und 256 MB HDD ohne Netz-Karte, der schon seit Jahren zur Entsorgung geschafft werden soll, aber immer noch lief (als ich ihn letztes Jahr mal angeschaltet habe). Es ist schon erstaunlich, daß die Rechner mit den damaligen Ressourcen die wirklich wichtigen Aufgaben auch lösen konnten, bloß eben mit weniger Ressourcen-intensivem Bunti- und Wackel-Budenzauber-Schnickschnack.
Der älteste bei mir von Zeit zu Zeit noch mit Windows arbeitende Rechner ist ein Notebook aus 2004 (512 MiB RAM, 1,4 GH, 80 GB HDD). Der ist zum normalen Arbeiten eigentlich auch nicht mehr zu gebrauchen, da Booten (Rückkehr aus Ruhezusatand erfolgt ein 30 Sekunden) und diverse System-Wartungs-Maßnahmen (Windows-Update, Aktualisierung Viren-Signatur etc.) bis zu einer halben Stunde brauchen. Wenn er dann aber läuft (muß eben bei [sporadischer] Nutzung in Erwartung von Aktualisierungen eine Stunde früher eingeschaltet werden), reicht er zum reinen Anzeigen von Charts, Web-Sites oder zum Lesen von PDFs aus und kommt da auch nicht mit vielen Fenstern durcheinander.
Während der normalen Arbeit gibt es bei ihm keine wie von sayula beschriebenen "Denk-Pausen", was aber stark vom Viren-Checker (aus Erfahrung mit mehreren verschiedenen) abhängt. Als Faustregel kann man heute beinahe sagen, daß der Viren-Checker bei intensiver Arbeit mit Files beinahe einen eigenen Kern auslasten kann. Damit er die Arbeit nicht allzu sehr lahm legt, braucht man bei nur einem realen Prozessor-Kern (wie in den meisten Netbooks) wenigstens
Hyper-Threading, was einen weiteren Kern Hardware-mäßig simuliert. Ein-Kern-Rechner ohne Multi-Threading sind für eine halbwegs ordentliche Arbeit mit gängigen Programmen heute eigentlich als Elektro-Schrott anzusehen, in Kürze auch alle Rechner mit weniger als 2 echten Kernen.
Auf der anderen Seite sollte man bei einer Neuanschaffung mit dem Blick in Richtung Higher End auch nicht zu übermütig sein, denn Rechner mit mehr als vier Kernen werden derzeit nur durch wenige Anwendungs-Szenarien sinnvoll ausgelastet. Da sollte man sich eher auf eine SSD als derzeit heißesten Performance-Bringer konzentrieren.
Mit einem aktuellen Rechner ist man schon mit 2 Kernen, 4 GiB RAM und 500 GB HDD für die üblichen Aufgaben selbst im Low-Price-Segment ausreichend gerüstet. Selbst wenn man alles Mögliche virtualisiert, ist der Leistungs-Zuwachs durch 4 Kerne in einem typischen Desktop-Szenario, wo menschliche Benutzer-Interaktionen eine größere Rolle als Bremse spielen, nur selten der große Super-Bringer. Erst wenn man häufig Prozesse anstößt, die CPU-intensive Arbeiten ausführen und sich auf mehrere Kerne aufteilen lassen, macht sich der Nutzen mehrerer Kerne deutlich bemerkbar. Bei vernünftiger Arbeits-Organisation mit Aufbewahren von Zwischen-Ergebnissen statt unnötiger völlig neuer Berechnung können aber selbst solche Aufgaben oft mit technisch weniger anspruchsvollen Geräten gelöst werden.
Bei begrenztem Budget empfehle ich die preiswertesten aktuellen Notebooks mit obigen Minimal-Anforderungen zu kaufen und für gelegentlich mal fällige Ressourcen-zehrende Arbeiten in die Cloud auszuweichen, z. B. in Amazon's preiswerte
EC2.
Im Zeitalter der Cloud ("Das Netz ist der Computer") kann selbst über die Kombination aus einem dauerhaft laufenden virtuellen oder dediziertem Server und einem preiswertem Anzeige-Gerät, z. B. einem Tablet, unter bewußtem Verzicht auf die Konzentration der Rechen-Power in den eigenen vier Wänden nachgedacht werden. Die Aufgabe eines
RDP-Clienten als reines Anzeige-Gerät erfüllt übrigens auch ein älterer PC, da es dabei nur auf eine noch nicht völlig abgegrabbelte Tastatur (was sich bei alten Notebooks kaum vermeiden läßt, wenn man keine externen Tastaturen nutzt) und einen Bildschirm ankommt, da die eigentliche Rechen-Arbeit ja remote ausgeführt wird.
Die Sicherheits-Bedenken sind dabei bei sachlicher Betrachtung eher sekundär, da ein Computer ja egal, wo er steht, ähnlichen Malware-Gefahren ausgesetzt ist. Sicher muß man dem Cloud-Anbieter ein Minimum an Vertrauen entgegen bringen, aber das muß man all der Vielzahl von Herstellern der Software auf dem heimischen PC ebenso. Wichig ist auch, daß ein Cloud-Rechner im Gegensatz zu einem Notebook einem fast verschwindendem Diebstahls-Risiko ausgesetzt ist.
Die Preise für dedizierte Server sind zwar deutlich höher als für einen heimischen Rechner, aber sofern sie im Dauerlauf benutzt werden, relativiert sich das durch geringere Stromkosten.
Zu Spielen oder ähnlichen Einsatz-Szeanrien kann ich nichts sagen, da ich nur selten mal wenige Uralt-Simpel-Spiele nutze, die kaum große Last erzeugen.
Obwohl ich in der Regel schnell schreibe, habe ich wegen diversen anderen Tätigkeiten für dieses Post übrigens mehr als 2,5 Stunden gebraucht, so daß ich die Anmerkungen aller Autoren nach sayula nicht berücksichtigt habe.