Sehr einfach sammelt man Erfahrungen beim Betrieb eines Remote-Systems mit Amazons Elasctic Cloud Computing
EC2.
Dort bindet man sich nicht an irgendwelche langfristigen Verträge, sondern mietet Server ad-hoc stundenweise. Die Preise liegen um 10 US-ct/H für völlig brauchbare Rechner bis zu einigen US-$ für fette Monster-Boliden. Braucht man mehr Kapazität, bucht man einfach dynamisch mehr Rechner dazu, braucht man den Rechner nicht, z. B. im Urlaub oder am Wochenende, schaltet man ihn ab und speichert sein Festplatten-Image in einer Speicher-Farm.
Der Zugriff erfolgt über die üblichen Remote-Tools, unter Windows also ganz einfach mit dem Remote-Desktop. Wenn man nicht gerade Video-Spiele versucht, ist bei einer normalen Internet-Vebindung dabei die gefühlte Geschwindigkeit des Bildschirm-Aufbaus nicht von einer lokalen Arbeit zu unterscheiden. Wer wirklich mal rechen- und speicher-intensive Aufgaben lösen muß, wird sich das dazu notwendige Equipment unter üblichen sinnvollen ökonomischen Aspekten eher kaum persönlich zulegen wollen, für ein paar Stunden aber mal einige Dollar für Super-Boliden auszugeben, ggf. davon sogar mehrere zu einem Cluster zusammen zu schalten, ist bei Amazon überhaupt kein Problem.
Am Anfang mag die extreme Zerstückelung der Preisbildung auf Rechner-Stunden, I/O-Operationen, Speicher usw. sehr unübersichtlich erscheinen, in meiner Erfahrung kann man sich da aber auf die wesentlichen Kostenblöcke konzentrieren und wird bei üblicher Nutzung kaum große Überraschungen mit versteckten Zusatzkosten erleben. Diese Preisbildung dient wohl in erster Linie dem Schutz des Anbieters vor speziellen Anwendungs-Typen, die kaum bezahlte Haupt-Leistung (z. B. CPU) brauchen, aber dafür andere Ressourcen über-exzessiv nutzen.
Besondere Schnäppchen gerade bei sehr groß ausgelegten Rechner-Typen kann man machen, wenn man für eine nicht dauerhaft gebrauchte Aufgabe sog. Spot-Instanzen ersteigert, wo man ein Gebot abgibt und die Instanz solange zugeteilt bekommt, wie der gebotene Preis über dem aktuellen Markt-Preis liegt. Die eine oder andere Massendaten-Auswertung über die letzten Jahrzehnte oder eine Optimierung eines Handels-Systems sind bestimmt Aufgaben, die man nicht zwingend sofort bereit gestellt bekommen muß, sondern wo zur Kosten-Optimierung das Warten lohnt.
Die simpelste Nutzungsform ist einfach der Einsatz als Rechner, der eben nur remote in einem Rechen-Zentrum steht, ohne ansonsten viel an seiner Arbeitsweise zu ändern. Je nach der gewachsenen Erfahrung kann man dann weitere Zusatz-Funktionen konfigurieren, die die Lösung noch Server-zentrierter machen.
Für die Arbeit mit IB kann man übrigens auch mehrere funktionierende Arbeitsweisen finden, so daß, wenn nicht andere Gründe einer höheren Leistungs-Fähigkeit eines anderen Anbieters für diesen sprechen, die IB-Software selber kein Aus-Kriterium für eine Remote-Nutzung auf einem Server ist.