FTS-Finanz-Transaktions-Steuer

      Kurz und Macron bekräftigen heute in Paris den Wunsch nach einer FTS...na viel Spaß ihr Vögel, wenn London dabei außen vor bleibt und sich ins Fäustchen lacht.
      Der Autor ist in den besprochenen Werten zumeist selbst investiert. Traden auf eigene Gefahr, Signale sind aktuell großteils experimentell zwecks Challenge "In 30 Tagen zur Trading Strategie".
      Plane deinen Trade, trade deinen Plan!
      If it´s not a HELL YES, it´s a NO!

      Nur inneres Verständnis ermöglicht richtige Schlüsse

      Bereits am 15.11.2008 Perfect Trader schrieb:

      Staaten werden alles machen, was ihnen Vorteile zu bringen scheint.

      Die Frage ist bloß, ob die [mit einer FTS einhergehende] schlagartige Auflösung von Derivate-Spekulations-Kassen nicht einen unvorstellbar exorbitanten inflationären Schub auslöst. [Dieser ist zwar prinzipiell das Ziel der "Notenbanken", aber bei völlig ungeordneter Zersetzung allen relativen Preisgefüges führt er zu einem katastrophalen Zusammenbruch der Realwirtschaft.]

      Die Frage muss also bei sachgerechter Analyse nicht mit Hoffnung sondern mit klarer Analyse der Vor- und Nachteile einer Regelung beantwortet werden. Objektiv sind Tobin-Taxes und ähnliches wegen der auftretenden Markt-Friktionen kostentreibend und marktverzerrend, anderseits auch dämpfend. Insgesamt spricht eher mehr gegen solche Zusatzabgaben, [...] Sollten Politiker so einen Müll verzapfen, was wegen extremer ideologischer Positionierung und dem Wunsch der breiten inkompetenten Masse der sie wählenden Wähler jederzeit möglich ist, werden diese Regeln nach einigen Jahren wieder verschwinden. Sachgerecht denkende Fachleute können nur das Für und Wider richtig darstellen, nicht aber Politiker vor showartigen Schnellschüssen bewahren.

      Am Anfang habe ich auch gedacht: Oh je, jetzt sind sie alle irre geworden. Im Moment habe ich eher den Eindruck, dass am Ende zu wenig Substantielles geschehen wird. Auch, wenn ich mich mit der Vorhersage des Grades politischer Beliebigkeiten ohne Not übermäßig weit aus dem Fenster lehne, tippe ich für den Bereich börsengehandelter Papier mittelfristig auf wenig durchgreifend bedeutende Änderungen.
      Einige weitere Artikel mit genauerer Darlegung der Gründe folgten. Statt ohne jede Änderung der Fakten-Lage immer neu das Zombie-Wiedergänger-Thema völlig frei spekulierend und mit panischer Angst anzufachen, sollten die Leser auf den ökonomischen Sachverstand bauen.

      Genau, wie ich die Notwendigkeit von Negativ-Zinsen schon 10 Jahre vor der EZB erkannt habe und es kaum ein Leser verstand, weil sich nur ganz Wenige die Mühe machen, die Zusammenhänge dahinter ergründen zu wollen, statt ohne jede auch nur minimale Kompetenz Beliebigkeiten absondernd drauf los zu brabbeln und das für "gelebte Meinungsfreiheit" zu halten, so sollten auch hier die Ursache-Wirkung-Beziehungen verstanden werden. Wenn zutiefst kompetente Experten der Ökonomie eine Sache abschließend begründet dargelegt haben, wird sich innerhalb eines unveränderten System-Kontextes daran auch in beliebig langer Zeit nichts ändern können.
      Hoffnung auf Erlösung naht für alle diejenigen Trader hier, die schon einen Umzug in den Kaukasus oder nach Transsilvanien erwogen haben, denn auf die Uneinigkeit von Menschen ist nach wie vor Verlass. Es gibt tatsächlich noch Sachen, die kann man einfach aussitzen, wenn die Interessenlagen der Teilnehmenden und v.a. der Nicht-teilnehmenden so unterschiedlich sind. :sleeping:

      Mit einem bisschen guten Willen ist die Sache ist 2-3 Jahren Geschichte. Ach was, ich leg' noch ein Jahr drauf, also in 4 Jahren. Dann sollten auch einige der beteiligten Politiker (Schäuble z.B.) langsam mal abgetreten in Ruhestand weg sein. Und die Neuen haben meist wenig Interesse daran, die Projekte ihrer Vorgänger zu übernehmen, wenn diese keine schnellen und für sich selbst verbuchbaren Erfolge versprechen.
      Das Hamsterrad sieht nur von innen aus wie eine Karriereleiter.
      Wer der FTS nicht entgehen kann fällt eben unter collateral damage, klingt jetzt vielleicht wenig empathisch, ist aber einfach so.

      ad Eurex: Die Eurex gehört zur deutschen Börse, diese will mit der LSE -London Stock Exchange- fusionieren, der Unternehmenssitz soll London werden, eventuell reicht das schon um den Schaden zu begrenzen.

      goso schrieb:


      Und dass die FTS möglicherweise nach dem Sitzprinzip kommt ist seit Jahren bekannt, jeder auch nur ansatzweise ernsthafte Trader sollte sich da schon seine persönliche Strategie dazu erarbeitet haben!


      Ok, aber nicht jeder kann auswandern.

      Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass der private Trader die Zeche zahlen darf und die Finanzwirtschaft sich irgendwelche juristische Konstrukte baut, durch die sie die FTS umgehen kann.
      Was sagt eigentlich die Eurex dazu? Ich meine, wenn die FTS kommt. wird das doch zu enormen Nachteilen ggü. ihren britischen und amerikanischen Pendants führen.
      Und welche Quelle nennt das Wirtschaftsblatt für diese Aussage? Seit vielen Jahren gibt es bei der Diskussion um die FTS nur coulda woulda shoulda, Fakten kennt noch niemand, denn es gibt sie -noch?- nicht!

      Und dass die FTS möglicherweise nach dem Sitzprinzip kommt ist seit Jahren bekannt, jeder auch nur ansatzweise ernsthafte Trader sollte sich da schon seine persönliche Strategie dazu erarbeitet haben!
      wirtschaftsblatt.at/home/nachr…arktsteuer-verfehlt-Frist

      Eine weitere Frist für die Finanztransaktionssteuer verstreicht diese Woche aller Voraussicht nach ergebnislos. Statt einer Einigung der zehn willigen Staaten inklusive Deutschland, Frankreich und Österreich hat Jeroen Dijsselbloem, Finanzminister des EU-Vorsitzlandes Niederlande, nur eine Bestandsaufnahme der Verhandlungen vorgesehen-
      -------
      Sollte sich diese Woche kein Treffen ausgehen, gebe es im Juli noch einen Versuch, doch endlich einen Deal zu erreichen, heißt es aus Schellings Büro
      -------
      Grundsätzlich besteuert werden sollen die Umsätze aller Händler in einem der zehn Staaten (Sitzprinzip) und mit fast allen Wertpapieren, die in einem der zehn Länder emittiert wurden (Ausgabeprinzip)


      Also doch das Sitzprinzip......
      In dem von dir verlinkten Artikel sind auch schon die Zauberworte zu lesen, nämlich:


      In Estland habe die dortige Regierung erklärt, es sei für sie nicht möglich mitzumachen, weil nur die Aktien und Derivate der Teilnehmerländer betroffen seien und nicht generell alle. „So etwas ist zwar rechtlich möglich, hat aber keine Mehrheit gefunden“, erklärte Schelling.


      Quelle: diepresse.com/home/wirtschaft/…Channel=&from=articlemore

      Womit mir persönlich die FTS mit einem Mindestabstand von einigen Kilometern am A.... vorbei geht!
      Ob die geplante Fusion der Deutschen Börse mit der Londoner Börse mit der FTS in Verbindung steht?
      Immerhin würde die FTS beim FDAX bei dem in der Diskussion stehenden Steuersatz für Derivate von 0,1% zu zusätzlichen Kosten pro Spread von 25€ führen, bei einem DAx30- CFD wäre das eine Verdopplung des Spreads.

      Da kann man nur hoffen, dass das Ausgabeprinzip zum tragen kommt, nicht das Residenzprinzip.

      www2.deloitte.com/at/de/seiten…egung-bei-der-eu-ftt.html
      CFDs sind u.U. generell ein spannendes Thema, weil wo ist der Ausgabeort? Dort wo der Marketmaker seinen Sitz hat? Oder dort wo man einen Server aufstellt? Das trifft für alle OTC Geschäfte zu, ich bin gespannt was da kommt.

      ad Aktien CFDs: Ob der Marketmaker sich absichert oder nicht wirst du nie mit Sicherheit feststellen können, ich bin da zumindest bei manchen Marketmakern skeptisch.
      Natürlich spreche ich mit mir selbst.
      Manchmal brauche ich eben kompetente Beratung!
      Ich dachte bisher, dass die Broker ihr Nettorisiko durch z.B. Dax30- CFD's dann durch Käufe an der Xetra absichern.

      Wenn bei der FTS nun sagen wir mal das Ausgabeprinzip gelten würde, dann könnte man einen Dax30- CFD bei einem in Uk ansässigen Broker handeln?

      Edit: Bei Aktien- CFD's sichert sich der Broker aber schon durch entsprechende Aktienkäufe ab, oder? (Nachdem er die Positionen intern gematcht hat)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „svedan“ ()

      Der Broker sichert sich aber doch nicht mit Aktien ab, wie soll denn das funktionieren, u.a. Handelszeit, Kosten etc.! Die sichern den Nettoüberhang durchaus mit Futures ab, grundsätzlich wird aber versucht intern zu matchen, d.h. Kundenaufträge zusammenzuführen. Und die Antwort auf die Frage ob wirklich exterenes Hedging betrieben wird möchte ich nicht geben müssen (und inoffizielle Aussagen von diversen CFD-Anbieter Mitarbeitern lassen eher das Gegenteil vermuten).

      Und ja, ich handle u.a. Futures.
      Natürlich spreche ich mit mir selbst.
      Manchmal brauche ich eben kompetente Beratung!