Auf der Suche nach dem eigenen Stil – Kritischer Rückblick

      goso schrieb:

      Jigsaw ist gut, spannend ist auch noch Market Delta, da gibt es auch jede Menge Videos dazu, wenn man Ninja Trader nutzt gibt es allerdings eine günstigere Alternative mit mehr oder minder gleicher Funktion, ich mag da keine Werbelinks platzieren, daher einfach mal nach finalg gurgeln.


      Hallo Goso,

      ist das noch aktuell bzw. weißt du wo aktuell günstig Market Delta zu haben ist um sich das mal anzusehen?
      Kleines Update.

      Aufgrund beruflicher Veränderung und einer bevorstehenden Schule, habe ich derzeit nur sehr wenig Zeit für das Trading. Aus diesem Grund habe ich mir vorgenommen, jeweils Abends zwischen 19:00 bis 20:00 Uhr US-Futures über Chart und DOM zu handeln sowie FX mit Chart only. Aufgrund der kleinen Zeitspanne die immer zur selben Zeit anfängt, hoffe ich Eigenarten besser kennen zu lernen.

      zickzack schrieb:

      Meinst Du, das wäre sogar eine bessere Addition zum S&R-Trading und herausfinden/einschätzen von wichtigen Levels im Vergleich zum Orderbuch?


      Ich bin da selbst noch am Testen, meines Erachtens braucht man dazu aber auch einiges an Erfahrung mit dieser Methode, ich bin da selbst noch ziemlich am Anfang der Lernkurve. Werde vermutlich mal den Tradingroom von MD buchen um mir das live anzusehen.
      no pain - no gain
      Jigsaw ist gut, spannend ist auch noch Market Delta, da gibt es auch jede Menge Videos dazu, wenn man Ninja Trader nutzt gibt es allerdings eine günstigere Alternative mit mehr oder minder gleicher Funktion, ich mag da keine Werbelinks platzieren, daher einfach mal nach finalg gurgeln.
      no pain - no gain
      Iceberg-Orders und Spoofing ist ein sehr grosses Thema. Selbst ein Paul Rotter traded gerade wegen der Algos nicht mehr wie früher (spannendes Interview im übrigen). Schlussendlich müssen wir uns einfach wieder dementsprechend anpassen und von diesen Täuschungen profitieren. Big-Player platziert ja nicht aus Spass Fake-Orders, die haben auch einen Hintergedanken und diesen gilt es früh genug zu erkennen um anschliessend davon profitieren zu können. Das ist zumindest was ich aus den hauptsächlich englischsprachigen Quellen zum Thema Orderbuch/Orderflow herausfinden konnte.

      Das wären, ohne Werbung machen zu wollen: jigsawtrading.com, Webinaraufzeichnungen und Threads auf bigmiketrading.com sowie nobsdaytrading.com

      Aber wie schon erwähnt, der Hintergrund-Gedanke war, mithilfe des Orderbuchs besser bestimmen zu können ob ein Widerstand/Support eher hält oder ein Ausbruch verursacht wird. Ein anderer Gedanke war, Einstiege zu verfeinern.
      Orderbuch? Tarnen und täuschen in Reinkultur, es laufen jede Menge Algos, die nichts anderes machen als irgendwelche Aufträge ins Orderbuch zu stellen und sie zeitgerecht wieder zu canceln. Und dann gibt es da noch das Thema "Eisberge", wie man seit der Titanic weiß ein äußerst heikles Thema.

      Zur Analyse sind eigentlich nur ausgeführte Orders interessant, es gibt da auch diverse Software bzw. Add Ons, die das grafisch darstellen, aber selbst mit solchen Dingen muss man sehr vorsichtig sein.
      no pain - no gain
      Die Zeit läuft und läuft. Es ist wieder Zeit für ein kleines Update.

      Neuer Fokus (Orderbuch)



      Ich habe in vorherigen Posts erwähnt, dass ich vom Time & Sales begeistert bin. Etwas unerwartet für mich, beschäftige ich mich jetzt auch noch mit dem Orderbuch. Das Orderbuch hatte auf mich eher eine abschreckende Wirkung und da es im FX-Bereich nicht vorhanden ist als Retailer, habe ich mich auch nie damit beschäftigt. Da mein Handel aber immer kurzfristiger wird, kommt mir diese "Entdeckung" ganz gelegen. Das einzig ärgerliche ist, dass ich wieder einmal etwas Neues lernen muss. Das stört natürlich die Kontinuität und meine Aufmerksamkeit liegt nicht mehr zu 100% auf den Charts. Ich glaube aber, langfristig werde ich von diesem Aufwand profitieren.

      Meine bisherigen Erfahrungen mit dem Orderbuch aka DOM/Ladder/D&S
      Anfangs ist es sehr schwierig sich nur auf das OB zu konzentrieren. Noch schwieriger ist aber, Setups zu entdecken. Gerade wenn noch nicht klar ist worauf man achten soll, besteht die Gefahr dass man auf einmal gedanklich abschweift und gar nicht mehr wahrnimmt was passiert - verlorene Screentime. Das OB schaue ich mir immer in Sessions à 1-2 Stunden an. Am liebsten bei den Markt-Eröffnungen. Dabei schaue ich auf viele Dinge, z.B. versuche ich mit dem FESX-OB den FDAX zu handeln. Auffällig ist hier, dass der FDAX meist einen Schritt voraus ist und davon rennt, schon bei dem kleinsten Anzeichen auf einen Tick nach oben oder unten. Agiles Ding. Im DOM selbst, betrachte ich hauptsächlich auf die ausgeführten Marktet-Orders und wie viele Limit-Orders hinzugefügt oder abgezogen werden. Sobald ich in einer Position bin, schaue ich fast nur noch auf die Limits. Bei einem Short-Trade möchte ich dass nach einem Tick nach unten die Ask-Limits möglichst rasch nachgeführt werden und ein hohes Level erreichen. Zusammen mit dem Einstieg den viele als "Edge" bezeichnen, könnte man fast nach belieben Break-Even Trades machen. Aber das bringt leider nur dem Broker etwas. Auf das T&S-Fenster schaue ich nur noch selten, es dient eher dazu um zu sehen ob einige Big-Player auf meiner Seite habe oder eben nicht.

      Trading ohne DOM
      Mein grösstes Problem mit dem Trading basierend auf S&R-Level ist die Angst bei Einstiegen. Die Einstiege sind vor allem deshalb schwierig weil man meist gegen ein Momentum traded und versucht, den Kurs an der Kehrtwende (S&R Level) zu erwischen. Sehr schwierig ist es im FDAX. Auch wenn dort an einigen Tagen das S&R-Trading gut funktioniert, neigt er gerne dazu 7-15 Punkte durch ein solches Level durchzustechen. Manchmal aber auch nur 1-3 Punkte. Hier ist vor allem Fine-tuning angesagt. Bei dickeren Märkten möchte ich vermehrt auf das Orderbuch zurückgreifen und versuchen, an solchen markanten Preislevel Muster oder Tendenzen zu erkennen.

      Ansonsten bin ich weiterhin daran, wiederkehrende Muster in bestimmten Märkten zu erkennen/entdecken. Auffällig sind die Moves die der ES ab ca. 19:00 Uhr generiert. Ich werde verstärkt darauf achten und versuchen davon zu profitieren.

      ZZ
      Bilder
      • dom.JPG

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      Heute war ein Tag an dem ich mich nicht sehr wohl fühlte. Es war ein Range-Tag. (FDAX/ES) Da verbrenne ich mir gerne die Finger.

      An Range-Tagen läuft der Preis sehr langsam rauf und runter, etwas dass wir schon einmal nicht gefällt. Ein anderes Problem ist, sie stellen einen auf die Geduldsprobe. Bewegung - Konsolidierung - Korrektur - Bewegung - Konsolidierung - Bewegung. Dazu noch unberechenbar, vor allem in der Mitte. Blöd wenn man noch nicht erkannt hat, dass sich um eine Range handelt und dort einen Trade macht.

      Ich habe schon früh gespürt dass mir der Markt nicht passt, aber ich brauche lange um zu erkennen, dass es sich um eine Range handelt und wo sich deren Widerstands- und Unterstützungszonen befinden. Daran muss ich arbeiten oder beim nächsten mal nach einem alternativen Instrument ausschau halten. BuFu, EUR/USD oder CL (am Nachmittag) wären Alternativen gewesen.

      Notiz für mich: Marktphasen schneller erkennen und Alternativen in Betracht ziehen falls ich merke, dass es nicht passt. Ersteres ist sowieso eines der wichtigsten Fähigkeiten, erst recht wenn einige Setups nur in bestimmten Phasen funktionieren. Ganz nach dem Motto - Adapt or die.
      Holla die Waldfee, 8 Ticks Spread im FDAX habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Man hat sich ja mehr Vola gewünscht, dass es aber immer gleich ausartet ist dann zuviel des Guten.

      Die hohen Sizes um 22 Uhr in ES sind oftmals Adjustierungen des ETFs. Das hat mit in die Karten schauen wenig zu tun.

      zickzack schrieb:

      Verwundert hat mich das T&S wegen dem ES. Gestern Abend habe ich es zum ersten mal angeschaut, es gab sehr viele 100-400er Kontrakte, doch auf einmal gegen 22:00 Uhr erschien eine 4-stellige Nummer. Ich gehe mal davon aus, dass diese Sizes in der Eröffnungsphase sogar normal sind.
      Ich muss mich korrigieren. Während der Eröffnung habe ich keine 4-stellige Kontrakte gesehen. Ich rate mal und behaupte, weil ich um 22:00 wieder eine 12xx Order sah, dass es Profit-Taker sind. Wär ja blöd sich während der Eröffnung in die Karten schauen zu lassen in dem man mit riesen Sizes auffällt.

      Spannend war wieder die Action im ES beim S3-Pivot bei 1929.75. Ein Kampf zwischen Bullen und Bären - bis ein paar zusammen den Hammer schlagen, 3-4 heftige Orders ausgeführt bekommen und so die Abwärtsbewegung initiieren.




      GeorgM schrieb:

      Viel wichtiger erscheint mir die Frage, aus welchem Grund und mit welcher Erwartungshaltung zickzack Vollzeitrader werden will.
      Das habe ich zuoberst in meinem Trading-Plan stehen. Es ist eine Mischung aus Faszination und Herausforderung mit dem Wissen, was für Vorteile der Beruf Trader einem bieten kann.
      NG

      Es hieß:

      Zur gründlichen "theoretischen" Grundlage empfehle ich das Studium von:

      Viel wichtiger erscheint mir die Frage, aus welchem Grund und mit welcher Erwartungshaltung zickzack Vollzeitrader werden will.

      Auf die Frage: warum so viele Trader Geld verlieren, hat Mark Douglas (Trading in the Zone) geantwortet: they are in the market for the wrong reasons.

      Beste Grüße GeorgM
      Das ist natürlich gut zu wissen. So muss ich diese Erfahrung nicht erst mit Lehrgeld bezahlen und betrachte ein T&S des BuFu nicht gleich wie z.B. das eines ES.

      Betrachten muss man es ja sowieso unterschiedlich, ich meine falls ich eine Strategie mit dem T&S entwickeln kann, werde ich die wohl nicht auf dem ES und FGBL anwenden können.

      FGBL-Volumen ist sehr ungleichmäßig verteilt

      Der FGBL hat eine sehr ungleichmäßige Volumenverteilung über den Tag. Häufig passieren auch in der Haupthandelzeit mehr als 15 Sekunden gar keine Trades, manchmal auch in wenigen Sekunden ein Drittel des gesamten Tagesgeschäftes. Größere Bedeutung sollte man daraus nicht ableiten, da über wenige Augenblicke anhaltende Ungleichgewichte im Gegensatz zu viel stärker auf Gerüchte reagierenden anderen Märkten nur sehr schwer konstruierbar sind, da zum Liefertag mit realen Anleihen bedient werden kann und diese durch die komplexen Forward-Abhängigkeiten der zu den allergrößten Teilen bereits vollständig vorliegenden Kredit-Engagements Unmengen von Einschränkungen willkürlich denkbarer Bewegungs-Dynamiken haben.

      Weil dahinter die Masse realer Engagements in staatlichen Zins-Papieren steht, werden auch kurzzeitige Sonder-Bewegungen sehr schnell wieder eingefangen, da im Prinzip mit den in Hinterhand befindlichen Anleihen auch sehr kurzfristig in fast unbeschränkter Höhe gegen Fehlentwicklungen eines isolierten Futures arbitriert werden kann. Dem stehen nahezu keine technischen Hindernisse wie auf weniger liquiden Märkten von Einzeltiteln gegenüber.

      Einfache Folklore-Techniken erklären FGBL-Bewegungen nahezu nie richtig, da die relevanten großen Spieler alle ziemlich komplexe mathematische Modelle einsetzten, die sich auf das gesamte Zins-Forward-Gefüge beziehen. Der Zock-Faktor bei denen liegt nahe Null.

      Bücher sind schön, aber nur ein (kleiner) Teil der Trader-Ausbildung

      @ GeorgM # 12

      Die angegebene Literatur ist sicher nicht schlecht und auch ich liebe Bücher sehr und habe mehrere Hundert !! zum Thema Trading, aber die Frage ist, welche konkreten Empfehlungen man daraus für das eigene Trading ableiten soll. Da sollten die Erwartungen eher gering gehalten werden.

      Bert Deiters Seite deifin.de ist ohne Zweifel sehr informativ und ich habe auch sein Buch gekauft (damals noch als PDF auf seiner Seite). Wenn es nicht wenigen Lesern des Forums bestimmt auch am Verständnis an elementaren Basics der Derivatemärkte fehlen dürfte, ist aber nur mit dem Wissen um das rein technische Verständnis eines Marktes nahezu kein nutzbarer Fortschritt als Trader verbunden. Darum helfen auch Lehrgänge als Börsenhändler, die von den großen Börsen für ziemlich viel Geld im Verhältnis zu recht wenig Leistung angeboten werden und deren Prüfungen sich für einen in Börsenfragen auch nur etwas Erfahrenen völlig ohne Vorbereitung aus dem Stand ablegen lassen (s. z. B. Post zur Eurex-Händlerprüfung vom 29.08.12) in der Entwicklung als Trader kaum.

      Die rein technischen Dinge haben mit Exzellenz im Trading etwa soviel miteinander zu tun, wie das Anschließen einer Gasleitung mit dem Kochen eines 5-Sterne-Menüs auf dem daran angeschlossenen Gasherd.

      Ich habe auch Murphy's Bücher zur Intermarket-Analyse gelesen und finde sie als Anregung, sich überhaupt mit dem Thema zu beschäftigen, auch ok. Wirklich profitabel umsetzbaren Edge liefern sie alleine aber auch nicht, da die Verflechtungen der Märkte zu komplex sind, um aus so allgemeinen Anmerkungen dauerhaft gültige ausbeutbare Ursache-Wirkungs-Beziehungen mit ausreichendem zeitlichen Reaktionsspielraum abzuleiten.

      Ähnliches gilt auch für die Market Profiles, obwohl Steidelmayr damit eine methodisch gute und sehr ausführliche Untersuchung vorlegt. Vor 10 Jahren habe ich die Market Profiles immer in die Charts eingeblendet, derzeit nutze ich sie nicht. Auch sie liefern mir nicht genug sofort nutzbare Guidance für einen Trade, auch wenn mit Teil 5 sogar die 'Nutzung der Market Profile Tools zu Unterstützung von Trade-Entscheidungen' angepriesen wird. Das Buch zu lesen ist empfehlenswert, aber es sollten damit keine zu hohen Erwartungen verknüpft werden.

      Am Ende gilt, dass praktische Erfahrung mit ausreichender Screen-Time durch nichts ersetzt werden kann, außer durch noch mehr Screen-Time. M. E. gilt das zu größeren Teilen durchaus auch für Programmierer automatischer Systeme, da auch diese sich im praktischen Trading eine ganze Reihe guter Anregungen holen können
      Von dem habe ich schon gehört und gelesen. trading-naked.com/paul_rotter.htm
      Das ist schon ziemlich extrem, sozusagen ein Mensch gewordener Computer. Schwer vorzustellen wie dass aussieht wenn man ihm über die Schulter schaut.

      Verwundert hat mich das T&S wegen dem ES. Gestern Abend habe ich es zum ersten mal angeschaut, es gab sehr viele 100-400er Kontrakte, doch auf einmal gegen 22:00 Uhr erschien eine 4-stellige Nummer. Ich gehe mal davon aus, dass diese Sizes in der Eröffnungsphase sogar normal sind.
      Vielen Dank Georg für Deinen Beitrag. Ich war schon einmal auf dieser Seite als ich nach Material rund um Futures gesucht habe. Da hatte ich aber lediglich die Seite der Kontraktspezifikationen angeschaut. Ich hab sie mir in die Lesezeichen gepackt. Ich finde, gerade wenn man hauptberuflich als Trader arbeiten möchte, sollte man wissen, womit man überhaupt handelt und was für Einflüsse es auf unsere Wirtschaft hat. Sprich, Wissen anneigen dass nicht unbedingt einen Einfluss auf die Performance hat. Wenn mich mal jemand fragt was den Futures überhaupt sind und warum man die handelt, möchte ich nicht mit "ääh" antworten. Was mir auch sehr wichtig ist, ist zu wissen gegen wen ich überhaupt im Markt antrete. Sehr spannende Seite, danke.

      Zur Intermarket Analyse lasse ich mir noch Zeit. Ich sehe da schon ein Problem auf mich zukommen - wenn ich zu viele Filter/Indikatoren habe, kann ich nicht mehr traden oder übersehe die wesentlichen Dinge :D

      Zu meinem Tradingstil habe ich noch ein kleines Update.

      T&S
      Gestern hatte ich zum ersten mal das Time & Sales Fenster offen und beobachtet. Ich war sofort davon begeistert.

      Ich kann die Dimensionen in denen andere Handeln besser erkennen. Es war für mich sehr erstaunlich zu sehen, wie viele Kontrakte die grossen Orders haben. Meine Idee ist, das T&S besonders an S&R-Zonen zu beobachten und eventuell als Indikator für eine Long oder Short-Position zu nutzen. Wenn mehrmals sehr grosse Orders auf einer Seite auftauchen, möchte ich mit denen "mit schwimmen". Wie gut dass funktioniert wird sich zeigen. Falls nicht, gibt es immer noch wertvolle Informationen über die Stärke oder Schwäche von Bewegungen und die aktuelle Situation. Auf jeden Fall sehr spannend.