Neuer Diskontbroker - DEGIRO

      API mit Node.js

      @ Roti

      Die API sieht von der technischen Machart recht gut, modern und leicht handhabbar aus. Inhaltlich scheint aber noch manches zu fehlen. Z. B. habe ich beim schnellen Durchsehen keine Schnittstellen zum Auflisten oder Canceln von Orders bemerkt.

      Die Entscheidung für Javascript unter node.js ist nutzerfreundlich, allerdings werden die neuen Features von ECMAScript 6 (aus 2015) genutzt, wie z. B. Promises. Deshalb sollten sich zukünftige Nutzer unbedingt die Syntax und Semantik der aktuellen Javascript-Features ansehen. Diese sind sehr umfangreich und mit umfassendem Background beschrieben u. a. auf Exploring ES6.

      Nervenzehrende Programmier- und Debugging-Orgien mit Unmengen technischen Overheads sind da kaum zu befürchten. Das sieht schon so aus, als ob das fast jedermann ohne Probleme in Realtime auf Anhieb hinbekommen können sollte.
      Wer nichts weiß, muss alles glauben.

      degiro API von npm

      Norbert Gundeler schrieb:

      Eine API fehlt völlig, was den Einsatz gehobener Trading Ansätze im Vornherein ausschließt.


      Hallo zusammen,

      bezüglich API gibt es eine von NPM, zumindest ist das Projekt von denen gestartet worden:

      This is an unnoficial Node.js API client for DeGiro's trading platform. Using this module you can easily automate your orders (buy and sell) and get information about orders, funds or products.

      Quelle: npmjs.com/package/degiro


      Mal sehen was draus wird ...

      Viel Erfolg.
      Beste Grüße

      Roti :)

      woren schrieb:



      Auf die Meinung des Autors des Videos gebe ich gar nichts, da er mir gegenüber fachlich nicht überzeugend und menschlich für das gezeigte zu geringe fachliche Format bei Weitem zu großspurig auftrat. Bezüglich der fachlichen Durchdringung der Materie rangieren seine Bücher größenordnungsmäßig tiefer als das technisch unsäglich schlecht gemachte Buch von Sebastian Hell.


      Sebastian Hells Buch ist inhaltlich eine Empfehlung, technisch eine Katastrophe, trotzdem meines Erachtens für Optionshandel-Interessierte ein Must-Read, ebenso würde ich aber Reinhold Fend empfehlen.

      Zu Jens Rabe will ich mich hier nicht äußern.
      Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.

      Kritik oder Bashing?

      Ganz sicher gehöre ich nicht zu denjenigen Naivlingen, die Finanzinstituten nicht beliebig schlimme Durchstechereien zutrauen. Trotzdem sind nicht alle Äußerungen irgendwelcher Leute sofort vollauf glaubwürdig. Selber habe ich zwar bei DEGIRO noch ein Konto, auf dem aber nur ganz wenig getradet wurde und mittlerweile alles Geld abgezogen ist, weil trotz der teils geringeren Kosten zu deutliche Unterschiede in der Professionalität im Vergleich z. B. zu Interactive Brokers bestehen.

      Die hohe Betonung von Marketorders muss nicht übernommen werden, da Marketorders meist ohnehin Tradingfehler darstellen. Beim unbesehenen Übernehmen der weiteren Kritik, insofern sie bereits in den Bereich krimineller Betrügereien vordringt, sollte eher vorsichtig vorgegangen werden, denn das wären ausreichend gravierende Verstöße, dass der Broker damit recht schnell einigen Ärger mit den staatlichen und den finanzmarkteigenen Aufsichten und möglicherweise noch teureren Wettbewerbsbeschwerden der Mitbewerber zu tun bekäme.

      Auf die Meinung des Autors des Videos gebe ich gar nichts, da er mir gegenüber fachlich nicht überzeugend und menschlich für das gezeigte zu geringe fachliche Format bei Weitem zu großspurig auftrat. Bezüglich der fachlichen Durchdringung der Materie rangieren seine Bücher größenordnungsmäßig tiefer als das technisch unsäglich schlecht gemachte Buch von Sebastian Hell.
      Wer nichts weiß, muss alles glauben.

      degiro - Interessenkonflikt?

      Hallo zusammen,

      keine Werbung für eine bestimme Person bzw. bestimmten YouTube-Kanal doch hier eine gute Zusammenfassung wegen Konto bei degiro ja oder nein und möglichen Interessenskonflikten. Das degiro in 2016 Gebühren rückwirkend bis 2014 von seinen Kunden verlangt hat irritiert doch etwas :rolleyes:

      Aber Interactive Brokers mit der umfangreichen TWS und dem etwas rudimentären (hakeligen ?) Webtrader ist für mich auch ned grad "sexy" da ich nicht viele Funktionen benötigen würde, die Steuerproblematik (Anerkennung und Abrechnung der ausländ. Dokumente) bleibt bei beiden Anbietern mit den deutschen Finanzbehörden gleich ...

      Irgendwo in den ganzen AGB, Bedingungen, Vereinbarungen (?? ist schon spät und kann ich im Moment auf die Schnelle bei denen nicht finden) ?? steht Sinngemäß
      ein Passus in etwa so:

      Obwohl mit größter Sorgfalt ..., übernehmen wir keine Verantwortung für etwaige Unrichtigkeiten. Auch Depotüberträge und Kapitalmaßnahmen können die Berechnung beeinflussen, usw. usw. ... etc. etc.

      Im Klartext (etwas Boshaft formuliert) heisst das man zwar günstigste Orderkosten hat, jedoch die Steueraufstellung über alle Produkte, Derivate, Währungstäusche und Kapitalmaßnahmen quasi auch gleich selber aufstellen kann um die Richtigkeit der Angaben bei Abgabe ans Finanzamt auch zu garantieren eieijei





      © 2017 Jens Rabe via YouTube


      Bei Brokerdeal häufen sich die negativen Aussagen (hoffe das diese Aussagen geprüft wurden?):

      Havie K. wrote:

      VORSICHT !!!
      deGiro hat mal ganz gut angefangen um in den Markt zu kommen und Kunden zu ködern. Inzwischen frisieren sie ihr System um Kunden abzuzocken (wie alle anderen auch).
      Bsp. Market Order (MO)=> die funktioniert (inzwischen) nicht gemäß Definition, sonder wurde auf eine geringe Anzahl Aktien limitiert – es lassen sich bspw. nur 250 St. per MO verkaufen. Wenn man also versucht zB 1000 St. per MO zu verkaufen, kommt eine der ohnehin völlig kryptischen & technisch unterentwickelten Fehlermeldungen „Sie können von diesem Produkt nur xyz St. per MO verkaufen“. Es findet allerdings auch kein Verkauf dieser reglementierten Menge statt sonder das System mach schlicht NICHTS ! de facto ist die MO damit unbrauchbar, dh deGiro zwingt seine Kunden in die Limit-Order (LO) mit allen damit verbundenen Konsequenzen => ein schnelles Reagieren auf Kursänderungen ist damit unmöglich.
      auch die Ausführung von LOs gestaltet sich inzwischen seltsam. diese werden (inzwischen) nur noch ausgeführt, wenn die Aktie das jeweilige Limit mehr oder weniger deutlich unter-/Überschreitet, deGiro also für sich einen besseren Preis realisieren kann. ebenfalls sind Handelskurse reglementiert, so daß sich viele Aktien nur in definierten Steps (zB 5 Ct) handeln lassen.
      deGiro hat gut angefangen aber nur um Kunden einzusammeln; inzwischen wird das System an allen Ecken & Enden frisiert & manipuliert um die Kunden abzuzocken !

      dazu gehört inzwischen auch ein auto-logout. Der Service behauptet zwar es sei eine Sicherheitsmßanahme, de facto meldet das System einen aber immer dann ab, wenn es spannend wird ...

      obendrein ist das System innerhalb von 2 Wochen 2 mal komplett für ~1/2 Std. ausgestiegen => nix ging mehr - aus meiner Sicht schlichte Manipulation.

      Quelle: brokerdeal.de/degiro/erfahrungen

      Gebühren rückwirkend (DeGiro introduces secret costs):
      amsterdamtrader.com/2016/01/de…y-wise-pound-foolish.html


      Wohin wird die Reise dort gehen, günstig scheint nicht alles zu sein ...

      Viel Erfolg.
      Beste Grüße

      Roti :)
      Hallo,
      Mal ein paar Fragen: Wie sieht es bei Degiro mit den Jahresberichten aus, sind die finanzamttauglich oder muss man Sie umständlich modifizieren? Shortselling ist ja möglich. Dazu muss ich ja ein Aktiv- oder Trader-Konto haben. Geht man damit das beleihen eigener Aktienbestände durch Degiro ein? Kann man auch ohne Realtimekurse Aktien kaufen und verkaufen? Beim Aktiv und Trader-Konto geht ja etwas mit Margin. Wie sieht es dabei mit dem Hebel aus? Vielen Dank für die Antworten.
      Gruß
      MM
      ich raube, also bin ich....
      Da ich seit knapp einem Jahr auch auf Degiro unterwegs bin, gebe ich mal meine Meinung dazu ab:

      Die angebotenen Charts sind inzwischen besser, als am Anfang, zum traden aber nicht zu gebrauchen. Genau so verhält es sich mit Kursen zu Derivaten (wobei Degiro angekündigt hat, in naher Zukunft für alle Derivate Realtimekurse bieten zu wollen).
      Das sind allerdings für mich keine Hindernisse, da ich von Degiro lediglich eine zuverlässige Orderausführung verlange. Die Kurse und Charts verfolge ich über andere Plattformen.
      Zur Orderausführung: Da gabs von meiner Seite nichts zu beanstanden. Ich habe Aktien und börsengehandelte Derivate gehandelt und immer eine direkte Ausführung zu Börsenkursen erhalten.
      Bei letzteren gab es allerdings ein paar Probleme. Zum einen sind Orderformen wie Market Order (!!) und Trailing Stop für Derivate nicht verfügbar. Da Market Orders nicht verfügbar sind, muss man auch beim Stop loss ein Limit eingeben (durch ein Limit von 0,001€ lässt sich das "umgehen", es ist aber nervig).
      Ein viel größeres Problem resultiert allerdings aus den verzögerten Kursen: Wenn man nach großen Kursschüben den SL nachziehen möchte, ist dies meist nicht möglich, da an den SL unter den aktuellen Kurs setzen muss und der Kurs bei Degiro durch die Verzögerung noch wesentlich tiefer ist (Als ich den SL auf 2€ ziehen wollte, zeigte Degiro mir an, dass der SL unter dem aktuellen Kurs sein muss, der laut Degiro bei 1,72€ sei).
      Ich denke allerdings, dass dieses Problem erledigt ist, wenn Degiro Realtimekurse für Derivate anbietet. Bis dahin ist der Broker in meinen Augen nicht für Intradaygeschäfte geeignet.

      Der Grund warum ich zu Degiro ging waren allerdings Aktien. Durch die enorm günstigen Gebühren kann ich dort auch mit einem kleinen Portfoliowert ausreichend (und wirtschaftlich) diversifizieren. Da gibt es von mir nicht viel zu sagen, denn wie oben schon gesagt, bekam ich stets eine direkte Ausführung. Weiter so Degiro!

      Wer also einen Broker für Intradayhandel mit Derivaten sucht, ist bei Degiro in meinen Augen falsch aufgehoben. Für längerfristige Anlagen ist der Broker durchaus interessant und ich würde diesen definitiv empfeheln, sich Degiro mal anzuschauen, vor allem weil es stetig Verbesserungen und Bugfixes gibt. Den Jahressteuerbericht gibt es dort natürlich auch kostenlos und unaufgefordert.

      Soviel von meiner Seite, wenn mir grundlegende Änderungen auffallen, halte ich euch natürlich auf dem laufenden!

      Gruß

      Dagøbert
      Gruß
      Dagøbert

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      Degiro startet Gratis-Trading-Revolution

      Hallo zusammen,

      ja ja die liebe IT und DEGIRO will "die nächste Stufe zünden", Auszug:

      Degiro startet Gratis-Trading-Revolution

      Europas am schnellsten wachsender Onlinebroker DEGIRO führt eine neue revolutionäre und kostenfreie Plattform ein. Mit DEZIRO können Kunden künftig echte Aktien überall auf der Welt gratis kaufen und verkaufen - ohne Gebühren, Kommission oder versteckte Kosten. Dies wird durch ein werbebasiertes Umsatzmodell ermöglicht. Innerhalb der nächsten 12 Monate wird DEZIRO in 20 verschiedenen Ländern weltweit gestartet. Anleger können sich bereits jetzt in die Warteliste eintragen, um von Beginn an DEZIRO nutzen zu können.

      ...

      Finanzierung des Gratis-Tradings über Werbeangebote

      Gijs Nagel, Geschäftsführer von DEGIRO, sagt: "Wir sind stolz darauf, das Traden in Europa mit DEGIRO revolutioniert zu haben, indem wir die Kosten um 80 % gesenkt haben. Aber das reicht uns nicht – wir wollen das Online-Trading-Geschäft vollständig umkrempeln. Für bestimmte Tradingarten kann und sollte es eine Null-Kosten-Option geben. Wir beginnen mit Aktien, aber glauben, dass das gebührenfreie, werbefinanzierte Modell in der Zukunft des Tradings eine wichtige Rolle spielen wird. Wenn die Industrie in zehn Jahren zurückblickt, wird das Konzept, für Online-Trading zu bezahlen, absurd sein – jetzt ist der Zeitpunkt für den Wandel."


      Quelle: broker-test.de/trading-news/de…trading-revolution-29300/

      Viel Erfolg.
      Beste Grüße

      Roti :)
      Aktien Kauf und Verkauf im vierstelligen €-Bereich mit beliebiger Frequenz, Echtzeit-Kurse ohne Zusatzkosten, ohne Monatsgebühr wg. zu geringer Aktivität: Ruhig angehn lassen bei Dumping-Preisen ist für mich genau richtig.
      Die Charts sind nix, was man will, aber kann man alles haben? Und dann auch noch immer sofort?

      Sagt mir wo.
      "Promising pussy in the after-life is the lowest thing I ever heard..." - Bill Maher
      @ Systemtrader

      Zugegeben, die Preise sind wirklich gut.

      Wenn man ehrlich ist, hat auch jeder Anbieter irgendwelche Ecken und Kanten.

      Der ziemliche Verriss resultiert aus meiner gleichzeitigen Erfahrung als langjähriger Trader und langjähriger IT-Berater, der naturgemäß den state-of-the-art als Maßstab anlegt.

      Absolut abraten will ich nicht unbedingt, denn die Wünsche der Nutzer sind sehr verschieden.

      Sicher ist aber, dass die Professionalität von Interactive Brokers, mit denen ich als langjähriger Kunde zufrieden bin, bis auf in manchen Assets zu hohen Kommissionen, nicht mal eine Größenordnung tiefer erreicht wird.
      Vielleicht sollte die Bude dich mal Buchen um den ihr Angebot mal in die Richtige Bahn zu bekommen! Deren Preise sind ja echt verlockend, und ich war schon am überlegen da auch ein Konto zu eröffnen. Was mich zuerst genervt hat war keine API ne Browser Steuerung wäre ja fast ein Experiment Wert gewesen, hab das früher ganz früher mit Oanda so gemacht.

      Aber nach deinen Berichten für die ich dir sehr Dankbar bin werde ich die Finger davon lassen.

      LG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Systemtrader“ ()

      Oberst-laienhafte Optionsschein-Auswahl

      So sieht deren Auswahl-Maske für Optionsscheine auf den EUR.USD heute aus - völlig unbrauchbarer Schrott zum Day-Traden und auch für "Investoren" nicht aussreichend. Beim Reinklicken in die Werte kommen auch keine weiteren Informationen - ein klarer Fall von "Wir merken es echt nicht mehr". Ein solches Angebot, ist nicht dazu geeignet, durch Eingehen auf Kundenwünsche Geld zu verdienen.

      Entweder sind die wirklich solche Stümper, dass sie selbst so grobe Mängel über Wochen hinweg nicht merken, oder sie haben nahezu keine Kunden, die sich darüber beschweren, was entweder Zweifel an ihrer Kundenzahl oder dem Geisteszustand ihrer Kunden berechtigt erscheinen lässt.

      Ein ordentliches Internet-Unternehmen (wovon ich mehrere intern kenne und auch für mehrere Materialien zur Prozess-Organisation erarbeitet habe) würde seinen Web-Auftritt rund um die Uhr monitoren lassen, sowohl von Prüf-Software als auch von eigens dafür abgestellten Mitarbeitern und durch vorgeplante sporadische Tests durch weitere Mitarbeiter, da eine Fehlfunktion 1. sofort Umsatz kostet und 2. mögliche Kunden dauerhaft verprellt.

      Wie schon gesagt, zuviel Unprofessionalität ist selbst zum Preis Null noch viel zu teuer, da sie in der dann folgenden eigentlich einzukaufenden Sache sogar richtig Schaden anrichtet.

      Heute war es wenigstens möglich, eine selbst heraus gesuchte ISIN DE000CB2EEE6 einzugeben und nach über 10 Sekunden Suchzeit in einer Datenbank (allerdings dann auch ohne Anzeige von Details) und zwei Mecker-Boxen ("Es ist ein Fehler aufgetreten", "Keine Market-Orders für dieses Produkt erlaubt") eine Order abzusetzen. (Die Wertpapier-Auswahl gibt keine Markt-Einschätzung von mir wieder, sondern ich wollte ein überhaupt sinnvolles Papier eingeben und habe darum was mit mittlerer Laufzeit am Geld gewählt.)

      Gleich nach Absetzen der Order gab es den nächsten Unsinn. Da wurden mir gleich mal negative Werte für den Portfolio-Wert und das Konto angezeigt, die erst nach einigen Minuten auf die richtigen Werte gesetzt wurden. Beim Portfolio-Wert könnte ich das noch verstehen, dass da zuerst der Vortages-Wert des Assets eingesetzt wird und dieser erst nachträglich aktualisiert wird, aber nicht beim Kontostand, denn da kann ja nicht mehr abgebucht worden sein, als die Order kostete. Allerdings ist es auch beim Portfolio-Wert fragwürdig, denn der aktuelle Preis muss ja bekannt sein aus der soeben ausgeführten Order, aber da könnte man ihnen noch zugute halten, dass es zwei verschiedene Software-Module sind, die vielleicht nicht perfekt aufeinander abgestimmt sind.

      Das wirkt alles nicht stimmig und vollauf Vertrauens-erweckend. Ein Web-Unternehmen, welches seine IT nicht im Griff hat, ist bei nicht völlig irrsinniger Kundschaft früher oder später tot.
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      Kurz nach meinem gestrigen Post "Bizarres Anmelde-Prozedere" erreichte mich eine recht freundliche Mail des Kundenservice und ich habe mich dann doch angemeldet und einen kleinen Geldbetrag überwiesen.

      Da ich als IT-Profi wissen wollte, wie das mit der verdrehten Mail-Adresse überhaupt hin gekriegt wurde, habe ich mir in Erwartung "ganz raffinierter" Fehler den Quellcode angesehen, da stand aber schlichtweg der Klartext, den man beim textuellen Kopieren erhält, der in der Ansicht mit einem Bildchen überdeckt wird, verkehrt herum geschrieben drin. Das kann z. B. passieren, wenn man mit einem Editor, der in beide Schreibrichtungen schreiben kann (wie z. B. für hebräisch) und die Richtung für eingebettete andere Schriften wechseln kann, beim Copy & Paste nicht die aktuelle Richtung beachtet.

      So schlecht sah die eigentliche Handels-Plattform dann erst mal gar nicht aus, sie war funktionell, ausreichend intuitiv und im Einklang mit aktuell gängigen Gestaltungs-Praktiken im Web.

      Negativ fällt auf, dass die Handelszeiten und sonstigen Spezifikationen für die Assets trotz intensiver Suche nicht zu finden waren. Da bietet z. B. Interactive Brokers eine recht komplette Datenbank mit allen Details an und ebenso alle deutschen Börsen oder die großen Finanzportale auf ihren Webseiten.

      Noch viel negativer fiel auf, dass nur eine extrem kleine Auswahl an Optionsscheinen nur weniger Emittenten angeboten wurden und andere unter Angabe ihrer ISIN nicht akzeptiert wurden. Bei der Auswahl von Währungs-Optionsscheinen wurde gleich der große Vogel abgeschossen. Statt Scheine mit Preisen nahe am Geld anzubieten, waren die gleich mal um die 10 vollen Cent entfernt. Das ist absoluter Müll und wenn das wirklich so stimmt (vielleicht habe ich ja nur einen Bedientrick übersehen?) und es ist mir dann unklar, für wen diese Plattform wirklich gut sein soll.

      Ebenso war die Auswahl an KO-Scheinen recht willkürlich. Mal gab es mit ganz dicht folgenden KO-Levels diverse Scheine, mal größere Lücken und bei Scheinen mit einem minimalem Puffer gegen völlig wertloses Auslaufen in einem Fast-Markt mit zusätzlich vom Emittenten ausgesetztem Handel zur sicheren steuerlichen Geltendmachung von Verlusten sah es noch schwächer aus. Eine wünschenswerte Auswahl von Scheinen mit gleichmäßigen Abständen und Paaren mit und ohne Risiko-Puffer war Fehlanzeige.

      Zu der Zeit (kurz vor 22:00) hätte ich allenfalls noch den FDAX handeln können, wofür aber mein überwiesenes Geld nicht reichte. Welche Haus-Margin-Regeln dort anwandt werden, habe ich mir noch nicht durchgelesen und eine intuitive Anzeige direkt in der Handelsmaske habe ich nicht gesehen, weil ich mangels Geld über das Betrachten der Anfangsmakse nicht hinaus ging.

      Diverse Produkte wie CFD und US-Futures und US-Optionen sind nur für die Zukunft angekündigt. Es ist schon ziemlich mutig, mit einer halbfertigen Asset-Auswahl einen so groß angelegten Werbe-Feldzug im Semi-Profi-Bereich durchzuziehen.

      Eine API fehlt völlig, was den Einsatz gehobener Trading Ansätze im Vornherein ausschließt. Wer wegen der günstigen Preise es dort aber trotzdem machen will, der könnte mit einer Bastel-Arbeit notfalls was mit Browser-Tools bauen, die in die Nutzer-Interaktion eingreifen, wofür es bei allen Browsern Funktionalitäten gibt.

      Bei richtiger Umsetzung aller Funktionen im vollen Umfang wäre das Konzept aber sowohl vom Preis als auch von der Bedienbarkeit (ohne Zerstückelung der Konten je nach Asset, wie z. B. bei der Consorsbank) und der recht vernünftigen Web-Gestaltung interessant. Mal sehen, ob sie das mit der besseren Professionalität noch hinbekommen.

      Wer mit diesem Konzept genau als Zielgruppe begeistert werden soll, ist mir nicht völlig klar. Vieltrader brauchen mehr Assets, bessere Handelszeiten und eine API, der konservative Anleger mit nur wenigen Transaktionen im Jahr wird vom Kostenvorteil nicht so extrem profitieren, dass er von seiner deutschen Haus- oder Internetbank ins Ausland wechselt.

      Sicher ist auch bei hippen Internet-Firmen etwas trial and error erlaubt, um sich zu finden, andererseits sollten angeblich schon so lange im Markt befindliche echte Börsen-Profis in der Lage sein, im Vornherein einen exzellenten Business-Plan und ein exzellentes Produkt vom Start an auf die Beine zu bekommen. Mit ein klein wenig mehr gediegener Vorbereitung wäre der Auftritt schon vom Start ab deutlich besser gelungen.

      Welche Erfahrung dort der reale Handel bringt, werde ich später beschreiben.