Betriebs- und volkswirtschaftliche Betrachtungen

      wolli schrieb:

      woren schrieb:

      ...dass die EZB u. a. Anleihen von Portugal mit einer Laufzeit von 9999 !! Jahren und null Zinsen als "Sicherheit" anerkannt hat.


      @ woren
      Kannst du eine Quelle angeben, wo man das verifizieren kann? Wäre der absolute "Hammer", wenn das so stimmt!!!!


      Ich habe das bisher nur im Zusammenhang mit Japan gehört (Zero Coupon mit ewiger Laufzeit). Bernake hat das Thema auch kommentiert. Aber das war m.W. alles nur theoretischer Natur. Das wäre wohl auch eine verbotene direkte Finanzierung der Zentralbank für den Staat - wer würde sowas sonst kaufen, außer möglicherweise unter einem Extrem-Szenario einer repressiven Geld-Politik.

      Aber wie viel Unterschied ist in Wahrheit noch zu z.B. einer 40-jährigen Anleihe mit 17 Basispunkten Rendite.

      Eigenständige Nutzung von Suchmaschinen sollte selbstverständlich sein!

      Statt hochqualifizierte Personen für einfachst mit einer Suchmaschine zu findende Antworten auszunutzen, darf auch mal selber recherchiert werden!

      Gleichzeitig möchte ich mich minimal korrigieren, die Anleihen hatten keine 9999 Jahre Laufzeit, sondern eine Laufzeit bis zum Jahr 9999. Sie waren nominell auch nicht zinsfrei, sondern zu 4 % p. a. verzinst. Aus der damaligen Berichterstattung habe ich aber noch in Erinnerung, dass es da einen Konditionsnachlass gab. Völlig wertlos sind sie trotzdem.

      Es sind die Anleihen mit den ISIN PTCON4OE0005 (aus dem Jahr 1940), PTCON4OE0006 (aus 1943), PTCON4OE0007 (aus 1942) und PTCON4OE0008 (aus 1941).

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „woren“ ()

      Bargeld hat nur wenig von "Materie"

      Geld ist seinem Wesen nach weniger eine (vermeintlich) wertvolle Geldware, sondern viel mehr ein Recht auf einen zukünftigen Anspruch des Vermögens im Geltungsbereich der Geldverkörperung. Die konkrete Form der Verkörperung dieses Rechts ist dabei nachrangig.

      Die Richtigkeit dieser Aussage kann selbst schon in alten vorindustriellen Kulturen beobachtet werden. Z. B. wurden auf einigen Inseln in der Südsee recht große rund Steine (in der Art von Mühlsteinen) als Geld benutzt. Wurden solche Steine vom Wasser weggerissen, dann galt der ursprüngliche Besitzer immer noch als so reich wie vorher.

      Die Illusion einer vermeintlich notwendigen, vermeintlich wertvollen Geldware ist ein Lügengespinst der Bankster. Angefangen haben die Fiat-Money-Exzesse mit dem Betrug mit Lagerscheinen der reales Gold verwahrenden Goldschmiede, die mehr Scheine ausstellten als sie Gold lagerten. Genau diese Vorgehensweise führte zum vollständigen Fiat-Money des heutigen Bankster-Systems ohne jede konkrete Deckung des umlaufenden Geldes durch aktuell verfügbare Geldware oder andere Ware.

      Die angeblichen Goldreserven von Zentralbanken können auch ohne Probleme von Anfang an völlige Fakes sein. Das funktioniert so:
      • A schreibt für B einen Schuldschein über eine sehr große Menge Goldes.
      • B schreibt für A einen Schuldschein über eine gleiche sehr große Menge Goldes.
      • Nun stehen A und B pari.
      • A und B legen gemeinsam ihre beiden, in Wahrheit völlig wertlosen "Schuldscheine" in der von ihnen gegründeten Zentralbank als Stammkapital ein.
      • Die angeblich so wichtige Zentralbank hat nun ein echtes Vermögen von 2 nicht einmal als Toilettenpapier tauglichen "Schuldscheinen", aber ein nominelles Vermögen in doppelter Höhe der Phantasiesumme eines "Schuldscheines".
      • Normale Unternehmer würden bei solcher Bilanzierung völlig wertloser Assets mit einiger Wahrscheinlichkeit für lange Zeit im Knast landen. Die Währungsgesetze der meisten Jurisdiktionen machen solche Großbetrügereien nicht nur problemlos möglich, sondern sind eigens dazu geschaffen worden, sie durch die davon profitierenden Personenkreise zu forcieren.
      • Im Wesen passiert bei jeder Kreditnahme-/vergabe eine Geldschöpfung durch die Parteien, also im Kleinen noch einmal genau das Gleiche.
      Wer nun meint, dass da irgend etwas übertrieben ist, überdenke als kleines Beispiel mal, dass die EZB u. a. Anleihen von Portugal mit einer Laufzeit von 9999 !! Jahren und null Zinsen als "Sicherheit" anerkannt hat.

      Das Bankstertum ist also Großverbrechertum und hält die gesamte Menschheit in einer Illusion von Geld gefangen. Dabei profitieren nicht nur die Bankster, sondern auch alle, deren Lobbyinteressen mit aus beliebiger Willkür geschaffenem Geld befriedigt werden.

      Papiergeld ist Teil dieser Illusion, welches genau so lange funktioniert, wie die es verantwortende Jurisdiktion das dadurch beschriebene Recht durchsetzen kann. Der intrinsische Wert der als ach so toll haptisch beschriebenen "Materie" ist der Wert des Altpapiers.

      Gerade Trader sollten überhaupt kein Problem damit haben, hochabstrakte Wertbegriffe völlig selbstverständlich ohne allzu große emotionale Bezüge zu benutzen.

      Die Abschaffung von Bargeld ist zwar ein gezieltes Verbrechen an den Freiheitsrechten der Völker zum Erreichen von noch mehr staatlicher und ökonomischer Kontrolle durch das Bankstertum bis hin zu völlig abhängigen Sklaven, denen mit einem Knopfdruck oder vollautomatisch nach geheimen Algorithmen die finanzielle Existenz nach Belieben ausgelöscht werden kann.

      Zur Austreibung falscher emotionaler Bindung an Altpapier-Schnipselchen ist sie aber geeignet. Angesichts grenzenloser Naivität und Obrigkeitshörigkeit der total zerblödeten Masse kann man sich allerdings durchaus fragen, ob diese Masse nicht wirklich unter vollständige Verwaltung einer extrem hart regierenden Obrigkeit gestellt werden sollte. Alleine, dass diese Masse all diese Dinge und deren Planung geschehen lässt, deutet darauf hin, dass sie es so hart braucht, wie schon der Spruch sagt:

      "Je weniger Du heute mit Deinen Augen sehen willst, desto mehr wirst Du morgen mit ihnen weinen."

      DanielR schrieb:

      Schon interessant wie versucht wird, nach und nach das Bargeld abzuschaffen, weil man Kriminalität eindämmen möchte - und auf der anderen Seite das Phänomen bitcoin bei kriminellen nur hilflos gegenübersteht. Das wird Mode...

      welt.de/wirtschaft/article1645…i-der-Deutschen-Bahn.html


      Ich weiß jetzt nicht genau was der Bahnvorfall mit deinem Thema Bargeld zu tun hat.
      Ich bevorzuge selber das Bargeld, einfach aus Bequemlichkeit und weil ich das Geld dann mehr wertschätze. Weil ich dann nicht nur Zahlen ausgebe, sondern echte Materie.
      Wenn eine Untersuchung eines nicht gerade als zur Weltelite der Ökonomen gehörend bekannten Autors selbst von Journalisten, die häufig unkritisch selbst bizarrsten Müll unverstanden weiterpublizieren, mit den Begriffen "These" und "behauptet" versehen wird, dann ist bei der eigenen Adaption Vorsicht angebracht.
      Sind die Zinsen für Griechenland auch ohne Einbeziehung der Inflation negativ?

      Läuft das Spiel nicht anders, nämlich das Berlin Schulden aufnimmt und damit Geld kassiert, während Griechenland für genau das gleiche Geld beim Weiterborgen Zinsen zahlt?
      Alitalia wurden in den letzten Jahren schon mit knapp 8 Mrd. Euro unter die Arme gegriffen. Natürlich maßgeblich durch den Staat. Jetzt haben sie schon wieder 3 Mrd. Euro Verbindlichkeiten. "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren". Ich erwarte nichts anderes. lol

      Grüße
      Dan
      I go for it!

      Weisheit, welche Weisheit?

      "It's not Trump's victory that portends fascism—it is the bending of Trump by the hands of the poisonously greedy Brothers Koch that brings the fascist corporatist state one day closer.
      And that is nothing to celebrate."

      Schluss eines Artikels zum Thema Trump oder ein Blick hinter die Kulissen:
      gregpalast.com/gets-xl-pipeline-bonanza-koch/
      (gefunden bei Burks.de via Fefe)

      Die reptilienhaften, völlig empathielosen Feinde der Menschen sind eben keineswegs homogen. Die tatsächlich Mächtigen teilen wahrscheinlich so ein: ernstzunehmender Konkurrent, nützlicher Idiot und riesige, verzichtbare Restmenge. Mehrfachpleitier Trump ist in der zweiten Kategorie.
      "Promising pussy in the after-life is the lowest thing I ever heard..." - Bill Maher
      @ Mr. Moon

      Ich oute mich ohne Verzerrung der Realität, dass ich schon als kleiner Junge in den Märchen Dr. Allwissend noch dem Zauberer vorzog, währenddessen die "tapferen" Prinzen und Drachentöter keinen großen Eindruck hinterließen.

      Wenn man sich heutige populäre SciFi-Produktionen wie u. a. Stargate ansieht, scheint die ewige Suche nach Wissen in der Tat ein sehr großer Antrieb für viele Menschen zu sein, wenn man damit in knapp 350 Episoden mit auch recht spannend gelungenen Plots ein weltweites Publikum begeistern kann.

      Schaut man sich die heutigen Nerds an, so muss man doch recht klar feststellen, dass sie gegenüber trotteligen Kraftmeiern mit dümmlichem Machogetue die Welt beherrschen.

      Purri schrieb:

      woren schrieb:

      durch hohes Verständnis und harte Arbeit der einzigen, ewigen, unteilbaren, unendlichen und unabänderlichen Weisheit bestmöglich annähern


      Bei aller weltanschaulicher oder politischer Animosität - und ich meine das jetzt auch nicht untergriffig - aber bei so einer Formulierung frage ich mich schon ernsthaft, ob da am anderen Ende der Leitung noch alles in Ordnung ist. Bei mir löst das eher Sorge als sonst etwas aus..


      @ Purri
      Offensichtlich müssen wir ein neues Geschichtskapitel aufschlagen: Bisher galt wohl Leibniz als letzter Universalgelehrter; diesen Rang macht ihm anscheinend woren streitig!
      Grundsätzlich und insbesondere zutreffend für die breite, total verdummte Masse sind solche Bedenken auch angebracht - aber nicht für die wirklich klugen Menschen, die nachweislich nahezu immer Recht haben und Dinge lange, lange vor anderen sehen und tiefer verstehen, weil sie wirklich unabhängig DENKEN können, statt vorgesetzte leichte Kost nachzureden.

      Ob jemand Recht hat, ist oft nachzuprüfen und wenn das zutrifft, sollte man nicht vor lauter Neid aus Prinzip selbst dann noch opponieren, wenn man eigentlich im Inneren schon weiß, dass da wirklich jemand sehr, sehr klug ist und wieder mal Recht hat. Möglicherweise würden viele Leute, die es nicht packen, schon deutlich weiter gekommen sein, wenn sie ihre Energie statt in Totalopposition in eigenes unabhängiges Denken investieren würden.

      Wer wirklich von der Stimmigkeit seiner Argumentation überzeugt ist, weil sie fachlich und logisch einwandfrei ist, braucht ganz sicher keinen nach Anzahl der Zustimmungen bemessenen pseudo-"demokratischen" Beifall.

      Es gilt - wie schon öfter erwähnt - ganz sicher nicht das Prinzip der Millionen Fliegen.

      Ganz so neu sind solche Überlegungen nicht. Nicht umsonst gibt es das Wort "Leute" nur im Plural für die breite hirnlose Masse, die zwar zusammengerottet mächtig und gefährlich ist, aber keinen Überblick hat, und das Wort "Mensch" für selbstbestimmte Individuen mit eigenem Verstand.

      Auch bezogen auf den Bereich der Börse gab es schon vor über 175 Jahren Bücher (Mackay, 1841) die den Irrsinn der Masse bestens beschrieben.

      Alle die, die gerne noch einen drauf setzen, wenn sie wieder mal falsch liegen, sollen ja gar nicht der Weisheit huldigen, aber sie könnten sich wenigstens zurückhalten in der Totalopposition gegen alles Richtige.

      woren schrieb:

      durch hohes Verständnis und harte Arbeit der einzigen, ewigen, unteilbaren, unendlichen und unabänderlichen Weisheit bestmöglich annähern


      Bei aller weltanschaulicher oder politischer Animosität - und ich meine das jetzt auch nicht untergriffig - aber bei so einer Formulierung frage ich mich schon ernsthaft, ob da am anderen Ende der Leitung noch alles in Ordnung ist. Bei mir löst das eher Sorge als sonst etwas aus..