Futures Allgemein.

      Heut wieder +22% im TTF

      Ich kann Putin schwer einschätzen. Jedenfalls ist er anscheinend gewillt, die Gas-Lieferungen jetzt auch gegen Westeuropa politisch einzusetzen, wie er das früher schon mit anderen gemacht hat. Gute Karten dürfte die EU nicht haben, wir sind auf russisches Gas angewiesen. Ich glaube, in Wahrheit bleibt nicht viel was anderes übrig, als sich in irgend einer Form mit Russland zu arrangieren. Hört sich für mich schwierig an. Nach den Putins Forderungen zu urteilen, stellt er sich so eine Art Jalta-Konferenz vor, wo sich die Großmächte die Welt aufteilen. Vielleicht geht es auch um die Modalitäten, die EU hat langfristige Lieferverträge mit Gazprom zu Gunsten von einem Marktmodell zurückgedrängt. Ich geh jedenfalls mal schon in den Wald, Brennholz sammeln:)
      Wenn das Angebot verknappt wird, muss die Nachfrage nicht steigen.
      Der Autor ist in den besprochenen Werten zumeist selbst investiert. Traden auf eigene Gefahr, Signale sind aktuell großteils experimentell zwecks Challenge "In 30 Tagen zur Trading Strategie".
      Plane deinen Trade, trade deinen Plan!
      If it´s not a HELL YES, it´s a NO!
      Finde ich interssant, dass sowas passieren kann. Die Amis, setzen eine unter Druck, dass wir LPG-Terminels bauen sollen (und Pipsline nach Russland schließen) damit die ihr FrakingGas loswerden und dann, zack, würden die einen - wenns aus deren Augen nötig ist - sofort auf dem Trocken sitzen lassen.


      An anderer Stelle im Energiekomplex gab Erdgas seine Gewinne wieder ab, nachdem der russische Präsident Wladimir Putin erklärt hatte, Russland sei bereit, mehr Erdgas zu liefern, um die anhaltende Energieklemme zu entschärfen.

      de.investing.com/news/stock-ma…--putin-gibt-halt-2172964


      Die Briten haben sich das selber eingebrockt. Irgend wo gelesen das deren Lagerkapazitäten suboptimal sind. Wurde von den Brexitmanagern wahrscheinlich nicht sofort gesehen. Aber was machen? Gas in Luftballongs abfüllen....? :)

      ich raube, also bin ich....
      Kommt drauf an welchen Chart du ansiehst. Auf ICE machen der UK Kontrakt und der TTF(Niederlande) recht beeindruckende all time highs. Manche Länder (wie USA) denken an Exportbeschränkungen. Sollte es wirklich zu Engpässen kommen, könnte das auch innerhalb der EU interessant werden. Man denke an die kurz bestehenden Exportbeschränkungen für medizinische Artikel am Anfang der Corona-Krise.

      goso schrieb:

      Meines Erachtens sollte man mit Future/Option einen Preis absichern (ev. währungsgesichert), aber die physische Aktion dann lokal tätigen.


      Scheinen auch die Großen so zu machen, im Vergleich zum aktuellen Open Interest wird kaum was physisch ge/beliefert.

      cmegroup.com/delivery_reports/…suesAndStopsYTDReport.pdf

      CL ist Seite 3, HO Seite 5. "I" Bedeutet liefert aus, "S" bedeutet nimmt entgegen. (H = house account und C = customer account).
      Bei den Bedingungen einer physischen Lieferung sollte man SEHR genau hinsehen, sonst wird die Lieferung schnell zur persönlichen nervlichen und finanziellen Katastrophe. Die Zuteilung wird meist ausgelost und bei den Lieferbedingungen ist die Short-Seite, die zu liefern hat, oder ihre für sie tätig werdenden Abwicklungsagenten je nach Asset berechtigt, Mitteilungen zu machen, die die abnehmende Long-Seite mehr oder weniger hinnehmen muss.

      Bei Erlaubnis mehrerer Lieferstandorte kann man die absolute Loser-Karte ziehen, wenn der Standort nicht passt und man keine Transportmöglichkeit zu sinnvollen Preisen bekommt. Auch das umfassende Kleingedruckte ist wichtig, wie die Lagerkonditionen, Abnahme-Usancen und die Regelung von Leistungsstörungen, denn wie bei jedem Realweltprozess kann deutlich mehr schief gehen als bei einer rein elektronischen Trading-Transaktion.

      Wer wirklich als professioneller Händler mit physischen Rohstoffen tätig werden will, der muss das - wie jeder andere Unternehmer auch - genau planen und kalkulatorische Wagnisse vorab einrechnen, denn reine Börsen-Preise sind nur so, dass sie im Mittel beide Seiten zufriedenstellen. Wenn gerade im konkreten Einzelfall ein bestimmter nachteiliger Punkt im Kleingedruckten zur Anwendung kommt, so kann das ein professioneller Händler wegen der Wiederholung ähnlicher Vorgänge einkalkulieren.

      Bei einmaligen Aktionen zahlt man fast vorhersehbar tüchtig drauf, nur um die korrekte Abwicklung überhaupt auf die Reihe zu bekommen. Ein professioneller Rohstoffhändler würde solche Kosten über der Anzahl der Geschäfte als Kosten zur Ingangsetzung des Geschäftsbetriebes mehrjährig abschreiben, die bei nur einmaliger Ausführung sofort in voller Höhe an einem kleben bleiben. Das Gleiche gilt für das nervliche Lehrgeld, das bei einmaliger Ausführung verloren ist, bei geschäftsmäßiger Fortführung wertvoller Teil des Geschäfts-Know-hows und damit des Firmenwertes wird.

      Physische Rohstoff-Geschäfte erfordern genau wie in anderen realwirtschaftlichen Bereichen die Pflege von Kontakten und eine kaufmännische Organisation. Das hat sehr wenig mit den abstrakten Charts und der quasi-sterilen Labor-Atmosphäre eines elektronischen Trading-Platzes zu tun.
      Nachtrag: Wobei man zuerst die Korrelation zwischen währungskuzrsbereinigtem HO Kurs und Heizölpreisen am Ort des physischen Bedarfs eruieren muss, nachdem man Heizöl mal eben nicht so einfach in NY kaufen und in Rotterdam verkaufen kann (kann man, aber dann kommen da noch Transportkosten etc. zum Tragen) kann es durchaus sein, dass es da eine gewisse Schwankungsbreite gibt.