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Dobi

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Thursday, April 28th 2011, 12:51pm

Ich schreibe dazu nur einen Beitrag, da ich ja auch arbeiten muss ,will :)
Pips, es wird dich keiner zwingen deine Zeit in die Finanzmärkte zu investieren und nach dem , was ich so von dir gelesen habe, habe ich eher das Gefühl, du willst hier alle bekehren, oder warum bist du dann in solchen Foren unterwegs?
Es steht dir jeder Zeit frei einen Jop zu machen, der in deiner favorisierten Richtung liegt, um deinen Beitrag für das genannte zu leisten.
Diese Frage , um die mentale Erfüllung, lässt sich ohne hin nur Subjektiv beantworten ,oder willst du es zu Forschungszwecken?
Dann lässt sich aus der Frage an sich vieleicht noch ein Mehrwert erkennen.
Meine mentale Erfüllung, ist für mich ganz einfach zu erklären, eben nur subjektiv und zwar ist jeder Tag eine Herausforerung
etwas zu tun, was man ohne harte Arbeit niemals ereicht hätte .Es zeigt mir, das ich mich auf mich verlassen kann und das macht
mich glücklich und zu frieden. Das ist meine Mentale Erfüllung.
Ich kann hier nur für mich sprechen. Wobei ich ich solche Diskussionen grundsätzlich für mehr als überflüssig halte, was sich auch
an meinen (nachfolgenden Beiträgen) zeigen wird.
mfg dobi
Es gibt Berge, über die man hinüber muß ,sonst geht der Weg nicht weiter

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goso

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Thursday, April 28th 2011, 12:09pm

Ui, den anderen fehlt das Geld, mit dem ich Steuern zahle, habe ich oder irgendwer diese Leute gezwungen ihr Geld zu verlieren? Oder war es nur die Gier, die die Menschen an die Märkte getrieben hat? Blöde Sache, wenn man zu den Losern zählt, aber kein Mensch ist gezwungen zu Traden. Und nachdem ich in AT lebe -das kann man in meinem letzten Beitrag aber auch herauslesen- zahle ich aktuell 50% EKST auf Spekulationsgewinne. Ausserdem haben das Steuern so an sich, dass die Mittel, mit denen sie beglichen werden, irgendwo herkommen müssen, die Steuern, die der Handwerker ans FA abliefern muss, kommen auch von seinen Kunden.

Und zur menatelen Zufriedenheit bei der Tätigkeit selbst: Glaubst du, dass zum Beispiel MitarbeiterInnen einer Fast Food Kette ein Gefühl der inneren Zufriedenheit empfinden wenn sie in ihrer Schicht zum hundersten Mal "Willkommen bei xxx, ihre Bestellung bitte" ins Mikro reden, die von dir erwähnten Strassenkehrer vor Glück beinahe zerfliessen wenn sie bei Wind und Wetter den Besen schwingen oder der LKW Fahrer vor lauter Glück die ganze Welt umarmen möchte wenn er bei Eis und Nebel über die Autobahn fährt?

Für meine mentale Zufriedenheit ist nicht unbedingt mein Job zuständig, da gibt es zum Glück andere Bereiche meines Lebens, die dieses Gefühl auslösen.

Wenn dich das Traden zum unglücklichen Menschen macht, lass es einfach bleiben, kein Mensch zwingt dich dazu.

Was erwartest du in einem Traderboard? Kollektiven Suizid der Community weil du uns erklärst, dass wir asozial sind? Wenn Traden so schlecht ist, warum hast du es dann gemacht (oder zumindest versucht)?

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pips

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Thursday, April 28th 2011, 11:34am

das geht mir anders.
goso beschreibt nicht, was an der Tätigkeit mental erfüllend ist, sondern welche für ihn angenehmen Folgen das Traden mit sich bringt/bewirkt.
Die Steuern, die er zahlt, die fehlen nach seiner erfolgreichen Mitwirkung im Finanzsystem anderen, und zwar ca. 4fach,
wenn man den Satz der Abgeltungssteuer zugrunde legt.
Wenn diese ihr riskiertes Kapital nicht alternativ unters Kopfkissen gelegt hätten, wäre es halt woanders wieder ins System geflossen / darin geblieben.
Wer will bezweifeln, dass auch dann Steuern geflossen wären? Wahrscheinlich sogar noch mehr!

Dobi

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Thursday, April 28th 2011, 9:13am

Zur Kernfrage: Ja, es ist für mich eine mental erfüllende Tätigkeit, denn diese Tätigkeit erlaubt es mir relativ frei und unabhängig zu leben, ich bin nicht darauf angewiesen vor irgendeinem Oberboss zu knien oder irgendwelchen Kunden/Auftraggebern in den Allerwertesten zu kriechen, ich bestimme wann, wo und wie viel ich arbeite, und das Ganze ist noch gut bezahlt, was will ich mehr.

Ob diese Tätigkeit "sozial" ist sei dahingestellt, ich finanziere mit meinen Steuern u.a. jede Menge Bedarfsorientierte Mindestsicherungsbezieher (österr. Gegenstück zu Hartz IV), was ist nun sozialer, auf eine -zugegeben- nicht besonders gemeinschaftsdienliche Art Geld zu verdienen und mit den Steuern Sozialtransfer zu finanzieren oder von der Allgemeinheit ausgehalten zu werden?

Ich habe dieses Geld- und Wirtschaftssystem nicht geschaffen, es liegt auch nicht im Bereich meiner Möglichkeiten es gravierend zu ändern, aus dem Alter, in dem ich gegen die Ungerechtigkeit der Welt zu Felde ziehe, bin ich schon draussen, also passe ich mich einfach den Rahmenbedingungen an und "spiele" mit, denn ob ich persönlich trade oder nicht trade ändert an diesem System rein gar nichts.


Habe wirklich selten einen Beitrag gelesen, der es so auf den Punkt bringt, wie es hier geschrieben wurde.
mfg dobi
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goso

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Thursday, April 28th 2011, 8:36am

Zur Kernfrage: Ja, es ist für mich eine mental erfüllende Tätigkeit, denn diese Tätigkeit erlaubt es mir relativ frei und unabhängig zu leben, ich bin nicht darauf angewiesen vor irgendeinem Oberboss zu knien oder irgendwelchen Kunden/Auftraggebern in den Allerwertesten zu kriechen, ich bestimme wann, wo und wie viel ich arbeite, und das Ganze ist noch gut bezahlt, was will ich mehr.

Ob diese Tätigkeit "sozial" ist sei dahingestellt, ich finanziere mit meinen Steuern u.a. jede Menge Bedarfsorientierte Mindestsicherungsbezieher (österr. Gegenstück zu Hartz IV), was ist nun sozialer, auf eine -zugegeben- nicht besonders gemeinschaftsdienliche Art Geld zu verdienen und mit den Steuern Sozialtransfer zu finanzieren oder von der Allgemeinheit ausgehalten zu werden?

Ich habe dieses Geld- und Wirtschaftssystem nicht geschaffen, es liegt auch nicht im Bereich meiner Möglichkeiten es gravierend zu ändern, aus dem Alter, in dem ich gegen die Ungerechtigkeit der Welt zu Felde ziehe, bin ich schon draussen, also passe ich mich einfach den Rahmenbedingungen an und "spiele" mit, denn ob ich persönlich trade oder nicht trade ändert an diesem System rein gar nichts.

Mein Mitleid mit meinen "Sponsoren" hält sich in Grenzen, kein Mensch ist gezwungen sein Geld an den Märkten zu verbrennen, die Motivation ist schlicht und ergreifend Gier, nur wer sich ins Haifischbecken der Finanzmärkte begibt sollte sich überlegen was ihn dazu befähigt zu überleben, alleine das Wollen reicht nicht. Die Märkte verteilen nur die Mittel um, allerdings sicher nicht nach sozialen Gesichtspunkten, eher im Gegenteil, wem das nicht klar ist, der sollte einfach weiterträumen.

Nachtrag: Ich schliesse mich PTs Aussagen bezüglich Revolution, Erschossen werden etc. an, mir ist durchaus bewusst, dass ich für die vielen Loser dieses Geld- und Wirtschaftssystems einer der "Bad Guys" bin.

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pips

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Thursday, April 28th 2011, 12:30am

freiwillig

jetzt hast du mich überzeugt!
Denn mir ist gerade aufgegangen, dass die 5%, die das Geld der restlichen 95% aufsammeln,
ja doch etwas geben, nämlich den anderen eine Erfahrung!
Ob sie bei der freiwilligen Abgabe ihres Geldes - ein Vorgang, den die meisten sicher eher als Investition in eine finanziell unabhängige Traderzukunft sehen wollten - allerdings dachten, dass im ( sozialen? ) Umgang mit den Handelspartnern nichts anderes herauskommt als die Erfahrung, dass es nicht so leicht ist, ein paar tausend Prozent zu machen, wie sie sich vorgaukeln ließen, möchte ich bezweifeln.
Insofern würde ich da nicht so gern von "eintauschen" des Geldes sprechen, denn der Eintauschende bekommt ja nicht einmal ne Katze im Sack.
Und da ist halt doch noch ein kleiner Unterschied zu Messi &Co.: zwei Mannschaften spielen (fast) immer mindestens 90 Minuten lang - das wird nicht vorgekaukelt; der Vertrag wird abgeschlossen und erfüllt. Sozial eben :
Das Wort sozial (von lat. socius‚ gemeinsam, verbunden,
verbündet') bezeichnet wechselseitige Bezüge als eine Grundbedingtheit
des Zusammenlebens, ...(aus Wiki)

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cavobi (28.04.2011)

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Wednesday, April 27th 2011, 10:20pm

RE: asozial etc

@ PT, ein sehr guter Beitrag!

@ cav. : Messi et al. sind super sozial! Sie machen hunderten Millionen Freude, die genau dafür vollkommen freiwillig Geld eintauschen; ein wunderbares Beispiel, was den Unterschied zum Trader aufzeigt.

Es hängt von der Assoziation ab, beim Fussball denken die meisten an Spiel, Spaß und Action für die ganze Familie. Beim Trading an Schweiß, Angst und Schmerz, jedoch werden diese niemals verstehen, dass Trading ebenso Spaß, Freude und viele andere Faktoren liefern kann, zusätzlich kann es den Lebensstandard enorm steigern. Ziemlich gut für ein Hobby, und gegenüber den Fussballspielern können wir sogar weit mehr Vorteile genießen!

Ich wäre bereit zu behaupten, dass die >95% der "Looser" ihr Geld ebenso freiwillig eintauschen!
Es hält ihnen keiner eine Waffe an den Kopf und sagt, du musst jetzt aktiv traden, es gibt genug andere Alternativen. Es gibt sowas geniales wie den Demo-Modus, das hat Trading vielen anderen Berufen voraus, nur ist sich dessen kaum einer bewusst, beim Fussball trainiert man ja auch die Standardsituationen bis zum erbrechen, wieso dann nicht beim Trading? Ganz einfach, GIER :!:
Es spielt ja auch keiner gegen Messi ums Geld, wieso denkt dann jeder, er kann, ohne ausreichende Vorbereitung, beim Trading gegen die Besten bestehen?

Ich für meinen Teil habe nur selten Mitleid mit Leuten die aktiv ihr Geld verbrennen. Hatte ich mit mir, am Anfang meiner Laufbahn, auch nicht, als ich binnen zwei Tagen einen 30% DD eingefahren hab, selber Schuld. Fazit war, drei Monate Demo und bleibender Stolz nicht das ganze Konto an die Wand gefahren zu haben. :whistling: ;)

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47

Wednesday, April 27th 2011, 9:35pm

asozial etc

PerfectTrader,
da hast du einen Beitrag geschrieben, der deinen Status "Wissender" fein untermauert.
Mit deinem Schlusssatz:
"Meine Aufgeklärtheit beschränkt sich darauf, zu wissen, warum man mich
bei der nächsten Revolution erschießen würde, aber die kommt so schnell
nicht."
hast du auch nochmals auf den Punkt gebracht, was ich meine.
Fast bis in jede Einzelheit deines Vortrags stimme ich dir zu.
Außer:die asozialen Aspekte, die mit der Ausübung beliebiger Berufe verknüpft sind, sind eben nur Aspekte (selbst wenn sie nahezu 100% der Tätigkeiten ausmachen); grundsätzlich erfüllt ja auch der Banker eine soziale Funktion durch das Einsammeln / Ausleihen von Geld.
Prinzipiell haben seine Kunden davon einen Vorteil - selbst wenn sie im Detail häfig übervorteilt werden.

Und das Wissen, dass ein Trader eben genau nichts für andere tut, im Gegenteil genau diesen anderen ja nicht altruistisch Liquidität zuführt, sondern ihnen Geld abluchsen will, dieses Wissen also sollte doch bei einem Trader vorhanden sein.
Abgesehen davon kann ihm die Ausübung seines Gelderwerbs ja Spass machen.
Hier gehe ich aber einen Schritt weiter: je asozialer eine Tätigkeit ist, desto weniger "erfüllend" - um zum Titel des Threads zurückzukommen - kann sie sein.

Es ging mir auch mit der Behauptung "asozial" nicht um pauschalen, Augenmaß-losen Verriss; dass der Trader nur die Spitze des Eisbergs in diesem System ist und nicht sehr viel asozialer als manch anderer - wie von dir aufgezeigt -, das ist mir völlig klar!

PS: zum Thema: Menschheit hat..Maßstab verloren kann ich das Buch empfehlen " die Geheimnisse des Jaguars" von Martin Prechtel (hatte schon fast Robert Prechter geschrieben ?( )
Für wahrscheinlich fast alle hier die etwas andere Lektüre

@ cav. : Messi et al. sind super sozial! Sie machen hunderten Millionen Freude, die genau dafür vollkommen freiwillig Geld eintauschen; ein wunderbares Beispiel, was den Unterschied zum Trader aufzeigt.

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Wednesday, April 27th 2011, 5:24pm

@ pips

Ich bin einer der Allerletzten, die das existierende kapitalistische System für gut heißen können, obwohl es mir darin recht gut geht. Es ist bei mir also mehr eine Frage systematischer Betrachtung auf akademische Distanz als irgendwelche persönlichen negativen Emotionen, wenn ich kritische Fragen stelle. Da bin ich eher leidenschaftslos wie ein Arzt, der bei der Diagnose eines todkranken Patienten auch nicht dessen Krankheit hat oder wie ein Straf-Anwalt, der auch nicht die Verbrechen seiner Mandanten begeht.

Ich schließe mich daher Deiner Kritik an, möchte aber zeigen, daß sie in der Form genauso auf x-beliebige andere Tätigkeitsfelder ausgedehnt werden kann.

Im Rahmen dieses real existierenden Wirtschaftssystems ist Geld verdienen nicht nur gut, sondern sogar die (in Wahrheit nur begrenzt sinnvolle und den Leuten künstlich eingeimpfte, aber trotzdem systematisch erzwungene) Quintessenz des Lebens.

Das gesamte System ist asozial, da es die unbedingte Kapital-Vermehrung über alle menschlichen Werte und Bedürfnisse stellt bzw. sie oft nur vordergründig zum Schein befriedigt. In einem von Grund auf asozialen System wird alles darin eingebundene zu Teilen von ganz alleine mit asozial.

Viele (fast alle?) Tätigkeiten, die scheinbar sinnvoll sein sollen, sind in Wahrheit mit der Herstellung völlig abstruser Dinge oder Zustände beschäftigt, wie z. B. selbst große Teile der Nahrungsmittel-Herstellung, die mit eher krankmachendem Sondermüll dem raffgieriegen Pseudo-Medizin-Komplex frische Beute zuführen, als der lebensfördernden Ernährung dienen.

Die bedeutendste Soldateska der Welt erfüllt ganz bestimmt keine Aufgaben für die Bevölkerung, sondern erpreßt andere Staaten, die wertlosen Papierzettelchen für echte Güter anzunehmen, mit denen sie sich dann auch selber ausrüstet, um noch mehr Angst und Schrecken verbreiten zu können. Daß dabei Hunderttausende völlig unbeteiligte zivile Ermordete als "Kollateral-Schäden" wie selbstverständlich verbucht werden und Folter-Lager rund um den Globus als Normalität angesehen werden sollen, zeigt, daß die Menschheit jeden menschlichen Maßstab verloren hat.

Beim Buchhalter zieht den meisten Nutzen der Besitzer der Produktionsmittel, der gewährleisten muß, daß der Ausbeutungsprozeß in seiner Firma auch am Monatsende arme Arbeiter immer noch arm zurück läßt, damit sie nächsten Monat wieder als abhängige Arbeiter antreten und nicht als Käufer seiner Firma.

Ein Universitätsprofessor dient in ebenso hohem oder gar höherem Maß der systemkonformen Sozialisierung der nachwachsenden Generation als der fachlichen Arbeit.

Es is also ganz leicht, die Dinge auch bei anderen Berufen abseits der oberflächlichen Mainstream-Ansicht zu betrachten, so daß bei der Einordnung eines Traders etwas mehr Augenmaß her muß, als ihn ein Pauschal-Verriß ermöglicht.

@ janson

Das mit der Liquidität ist fraglich, da es aus volkswirtschaftlicher Sicht auch ohne fortlaufenden Handel ginge, wenn z. B. nur monatlich einmal in einer Auktion gehandelt würde. Der dadurch wachsende Liquiditäts- und Preis-Fairness-Effekt würde um Größenordnungen über einer noch so großen Anzahl von Tradern liegen, die Liquiditäts-verdünnt rund um die Uhr rumspielen und die volkswirtschaftlich unerwünschte Volatilität erst erzeugen.

Die Schaffung eines Arbeitsplatzes ist ein subjektives und proletarisches Ziel. Die Frage nach der volkswirtschaftlichen Notwendigkeit desselben oder gar einem daraus resultierenden Schaden wird nicht beantwortet.

Durch einen volkswirtschaftlich nicht erforderlichen Arbeitsplatz mit einer (trotz möglichen Gelderwerbs) nur scheinbar sinnvollen Tätigkeit würde sogar eine Arbeitskraft für wirklich produktive Tätigkeiten entzogen. Bei der heutigen völligen Fehl-Allokation in allen Bereichen durch das in totalen Irrsinn abgeglittene Finanz-System stellt die Möglichkeit einer Einkommens-Erzielung leider keinerlei wirkliches Entscheidungs-Kriterium für die ökonomische Sinnhaftigkeit einer Tätigkeit mehr dar.

Der Steuereffekt ist in einem ausgeglichenen Markt Null, denn dem Gewinner steht ein Verlierer gegenüber. In einem unausgeglichenen Markt werden die dauerhaften Gewinner gute Möglichkeiten finden, sich in niedriger besteuernden Ländern formal anzusiedeln.

Bezüglich der Höhe der Trader-Einkommen schließe ich mich bezogen auf den Durchschnitt aller Trader der Aussage von pips zu den Straßenkehrern an.

@ Purri

Bezogen auf das Trading (inkrementell vom Moment der Transaktion an für die resultierende Position von Käufer und Verkäufer) sind auch Spot-Märkte ein Null- Summen-Spiel. Realwelt-Gewinne stellen eine zusätzliche Zuführung da, die aber eher dem Investment-Gedanken als dem Trading zugerechnet werden sollte.

@ all

Ein guter und geistig freier Trader sollte soweit über den Dingen stehen können, daß er zwischen den Ebenen des unmittelbaren Trading-nahen Handwerks (RM, MM, Systeme programmieren etc.), der betriebswirtschaftlichen, der volkswirtschaftlichen, der politischen und philosophischen Ebene trennen kann.

Übrigens sind auch in meiner Denke bei einer Bank nicht die Obdachlosen, die auf ihrem Lüftungsgitter schlafen, Asoziale sondern die Herren in den Top-Büros. In dem Sinne bin ich auch asozial, nicht nur im Traden, sondern auch im Haupt-Job als Berater (Parasit der Parasiten) - und es geht mir sehr gut dabei. Meine Aufgeklärtheit beschränkt sich darauf, zu wissen, warum man mich bei der nächsten Revolution erschießen würde, aber die kommt so schnell nicht.
Wer nichts weiß, muß alles glauben.

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Wednesday, April 27th 2011, 2:17pm

Pips: Spot-Märkte (im Unterschied zu zB Futures) sind kein Nullsummen-Spiel.

Prinzipiell erfüllen Risiko-Nehmer schon eine "sinnvolle" Funktion - sie übernehmen Risiko, das andere nicht haben wollen. Mir würden auch noch ein paar andere Sachen einfallen. Andererseits würde die Welt wahrscheinlich auch ohne Finanzmärkte nicht untergehen - zum Beispiel gibt es keine liquiden elektronische Märkte für essentielle Rohstoffe wie Stahl oder Kartoffeln, während man hervorragend mit Orangensaft-Futures und Optionen spekulieren kann. Ich denke, wenn du Gewissensbisse hasst oder dich die Tätigkeit ob ihrer volkswirtschaftlichen Nutzlosigkeit mental nicht erfüllt, musst du halt Krankenschwester oder so was werden:)

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Wednesday, April 27th 2011, 1:55pm

Es ist asozial!
Wer sagt das? Ist man es selbst oder ist es eher doch das Umfeld? Wenn es deine eigene Meinung ist, so sei dir gewiss, dass du nur sehr schwer (wenn überhaupt) dauerhaft erfolgreich und/oder glücklich mit Trading werden wirst.

Ein gutes Beispiel wäre hier Fussball, Fans akzeptieren die Gehälter von Messi, Schweinsteiger und co., der Rest findets asozial. Es ist alles eine Frage der Perspektive, deswegen einfach mal öfters den kleinen Käfig verlassen, denn die Tür ist offen, das Fenster ebenso.

Fakt ist, entweder man kreiert sich seine eigene Welt oder man lebt in der Welt der anderen, dann braucht man sich aber nicht wundern, dass man niemals so richtig glücklich und zufrieden wird.

Trading ist komlex und es dauert eine Zeit bis man es versteht, ist bei Medizin nicht anders nur gibt es dort nicht soviel Geschrei. Komisch nicht? ;)

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Wednesday, April 27th 2011, 1:21pm



Wer, außer dem Broker, hat etwas von der Tätigkeit eines Traders?


1) Als Trader sorgt man für Liquidität eines Marktes, was wiederum anderen Tradern zugute kommt.
2) Als Trader hast du einen zusätzlichen Arbeitsplatz erschaffen. Denn deine Stelle, die du ausüben würdest wenn du kein Trader wärst, steht so jemand anderem zur Verfügung.
3) Trading gehört zu den besser bezahlten Jobs, was sich positiv auf die Steuereinnahmen deines Landes auswirkt.

;)
Zu 1. Wenn man den Fokus etwas erweitert, stellt sich die Frage: wer hat von erhöhter Liquidität etwas? (außer anderen Tradern)

Zu 2. Woher kommt das durch traden " erwirtschaftete" Geld? - Von den Gebühren abgesehen, ist traden ein Nullsummenspiel. der Trader rührt also nur ein wenig - oder mehr - im Brei der Volkswirtschaft(en) herum, erzeugt dabei einige absolut verzichtbare Blasen, die nur dazu führen, dass die wenigen erfolgreichen Trader den vielen erfolglosen noch besser Geld abnehmen, welches letztere dann auf den frei gemachten Arbeitsplätzen wieder verdienen.

Zu 3. Trading ist wohl am schlechtesten überhaupt bezahlt: siehe Nullsummenspiel minus Gebühren.

beim Straßenfegen dürfte es anders sein: weltweit ist die Größe der Einkünfte der Straßenfeger positiv, und dies gilt sicher auch für jeden einzelnen, der diesen Job macht.

janson

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42

Wednesday, April 27th 2011, 11:39am

Wer, außer dem Broker, hat etwas von der Tätigkeit eines Traders?


1) Als Trader sorgt man für Liquidität eines Marktes, was wiederum anderen Tradern zugute kommt.
2) Als Trader hast du einen zusätzlichen Arbeitsplatz erschaffen. Denn deine Stelle, die du ausüben würdest wenn du kein Trader wärst, steht so jemand anderem zur Verfügung.
3) Trading gehört zu den besser bezahlten Jobs, was sich positiv auf die Steuereinnahmen deines Landes auswirkt.

;)
Democracy is two wolves and a lamb voting on what to have for lunch.

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Wednesday, April 27th 2011, 11:18am

  1. Geld verdienen ist gut. Das macht man in anderen Tätigkeiten auch.
Ist Geld verdienen gut?
Wer hat das festgelegt?
Oder ist es objektiv festzustellen, eventuell nachprüfbar?

Der Vergleich mit anderen Tätigkeiten, genauer gesagt, das auf-eine-Stufe-stellen
des Gelderwerbs durch Traden mit dem Gelderwerb durch andere Tätigkeiten täuscht über eine Sache hinweg:

Es ist asozial!

Selbst ein Soldat kann sagen, dass er für irgend ein anderes Mitglied der Menschheit etwas tut, nämlich seine Sicherheit gewährleisten.
Auch ein Straßenfeger, ein Gemüsehändler, ein Buchhalter, ein Universitätsprofessor und alle anderen Berufe, die mir einfallen, haben eins gemeinsam: andere ziehen einen Nutzen aus deren Tätigkeiten.

Wer, außer dem Broker, hat etwas von der Tätigkeit eines Traders?

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Tuesday, April 26th 2011, 3:34pm

Traden macht Freude

  1. Geld verdienen ist gut. Das macht man in anderen Tätigkeiten auch.
  2. Traden macht Spaß, egal ob mit dem Kick beim manuellen oder der Forschung beim automatischen.
  3. Man kann beim und zum Traden über sehr vieles Nachdenken, es ist nicht nur die letztendliche ternäre Entscheidung Buy/Sell/Do nothing. Daher ist es mental anspruchsvoll und erfüllend. (Wenngleich es auch Leute geben soll, die ohne viel Nachdenken mehr mechanisch Geld verdienen.)
Die heutige verblendete Gesellschaft der weit verbreiteten Nichtskönner funktioniert nach dem falschen Muster: Für das Fernziel Glück wird Geld als Voraussetzung gesehen und dazu irgendein ungeliebter und meist ohne Berufung angegangener Job als Mittel zum Gelderwerb eingegangen.

Viel lebenswerter ist, zuerst einmal glücklich zu sein, dann eine Tätigkeit auszuführen, die man wirklich gerne macht. Dann werden die mit der geliebten Tätigkeit erzielten Resultate in vielen Bereichen schon von ganz alleine so gut sein, daß man damit ausreichend Geld verdient.

Leute, die ihren Job nicht wirklich mögen, können ihn meist auch nicht auf hoher Stufe, da sie ihn nicht leben sondern wie ein Zombie durchleiden.
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Sunday, April 24th 2011, 11:12pm

Schöner alter Thread den ich hier gerade entdeckt habe. Ich kann mir gut vorstellen, dass man darüber nicht wirklich schreiben möchte, jedoch stellt sich mir die Frage in letzter Zeit immer öfter. War es den Preis wert den du gezahlt hast? Ist Vollzeittrading wirklich dauerhaft erfüllend?
Ich denke, ich bin in der Phase in der es eigentlich nur noch von mir und meiner Motivation abhängt hier dauerhaft eine steile Kurve zu bekommen, da Methode und Verständnis vorhanden sind.

Rodi2 postete „lauf dem Geld nie hinterher. Es rennt vor dir weg“. Das ist lustig, denn tatsächlich habe ich das Trading bisher immer als meine größte Herausforderung gesehen. Der persönliche Preis, den ich bisher bezahlt habe war nicht gering. Nun kann ich schreiben, dass es definitiv funktioniert, ich weiß es. Ich wusste es eigentlich immer. Jedoch bin ich mental nach all diesen Jahren nicht mehr wirklich Geldfixiert oder an Erfüllungen interessiert, die nur durch Geld realisierbar sind. War ich das überhaupt je? Im Hinterkopf stellt sich der Gedanke nun auf, dass ich es deswegen nicht wirklich zur Größe bringen kann, oder doch meine Motivationen neu sortieren sollte?

Trading des traden wegen? Hört sich widersprüchlich an, kann imho anfangs nur eine Durchhaltemotivation sein im Hinblick auf spätere Erfüllungen, doch welche Erfüllungen will man tatsächlich befriedigt haben? Vielleicht ist es gar nicht das Geld?

Naja, es ist Sonntag und Feiertag. Die Sommerzeit macht das persönliche Opfer nur noch offenbarer, sitzt man doch ständig vor den Rechnern – Easy, nimms locker;-)


Frohe Ostern
Gruss
Vikke


Quoted

Zitat

kannichdoc auf Seite 4 des w/o threads


Nach mehreren Jahren in denen für mich Kohle machen durch Daytrading absolut im Vordergrund stand, gönne ich mir nun seit 3 Monaten Auszeit. Abgesehen davon, daß das wohl in kaum einem anderen Beruf einfach so aus einer Lust heraus möglich ist, habe ich in der Zeit danach eine sehr wichtige Erfahrung gemacht:

Meine Seele hat sich während der Daytrading-Zeit ganz schön zurückgezogen, um nicht zu sagen, sie ist etwas verkümmert. Ich habe das damals aber gar nicht direkt wahrgenommen, sondern mir fiel nur auf, daß ich zum Misantropen, Eigenbrötler und Technokraten geworden war. Ich dachte, das wäre eben der Lauf meiner Entwicklung und irreversibel.

In den letzten 3 Monaten kam meine Seele aber wieder zur Entfaltung und in den Vordergrund, und auch wenn die negative Rückkopplung mit der Daytrading-Zeit nicht zwingend sein muß, sondern auch Zufall sein kann (vielleicht fühl ich mich einfach auch wohler seit ich seltener bei WO poste ), sehe ich da schon einige unversöhnliche Gegensätze.

Klar gehört der Mangel an sozialen Kontakten in vielen Fällen dazu, aber durch rigide Zeitbeschränkung beim Trading muß das eigentlich kein Problem darstellen. Viel wichtiger ist der Verlust der Kindlichkeit, wenn man als Eigenhändler erfolgreich sein will, die aber für eine glückliche Seele unerläßlich ist.

Selbstkontrolle, Disziplin, Hartnäckigkeit, Risikobewußtsein, Rationalität, Zuverlässigkeit auf der " tradingförderlichen" Seite der Persönlichkeitsattribute. Das sind alles sehr " erwachsene" , restriktive, harte Eigenschaften.

Spontaneität, Emotionalität, Sinnestreue, Offenheit, Risikofreude, Liebesfähigkeit, Spiellust, Phantasie auf der Seite der Attribute, die einen Trader schnell in den Ruin führen. Aber dies sind gerade " kindliche" , weiche Eigenschaften, die die Seele anregen und unerläßlich sind, um sich glücklich zu fühlen.

Um es kurz zu machen: Ich beobachte für mich gerade, daß " beides" zusammen nicht funktioniert, also habe ich mich für eine längere Handelspause entschieden, um auch mal einen anderen wichtigen Teil meiner Persönlichkeit ausleben zu können.

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eddie

Unregistered

38

Wednesday, February 8th 2006, 7:35pm

Das ist doch günstig!
Bei Consors zahlst du heute noch für Bund- u. Dax-Future eine Roundturn-Gebühr von umgerechnet 50 DM. 8o

Bei IB nur ca. 8 DM

Rodi2

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37

Thursday, January 26th 2006, 9:09am

RE: schon komisch

Hallo all.

ich gebe goso Recht.
Denn ich habe auch ein Fehler gemacht. Geld, Geld und nochmals Geld. Und dabei hätte ich nur auf meinen Großvater höhren müssen :

" lauf dem Geld nie hinterher. Es rennt vor dir weg "

Meine Erfahrung ist: Habe ein Ziel und den Willen es zu erreichen. Guck nie auf Dein Konto. Dann interessiert Dich das Geld nicht mehr und es kommt von ganz alleine.

Es höhrt sich billig an, aber es ist so. Irgendwann wird Dein Fleiß belohnt.

Mit diesen Empfehlungen wünsch ich allen, die alleine vom Traden leben wollen, viel Glück und Erfolg.

Rodi

Zen

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36

Monday, January 16th 2006, 12:08am

RE: schon komisch

Quoted

Original von goso

Ich habe es noch keinen Tag bereut vor fast 10 Jahren die Entscheidung zum hauptberuflichen Trader getroffen zu haben, trotzdem würde ich mir wünschen meine Kids würden beruflich einen anderen Weg wählen.


1995 war das wohl so ca., sicherlich von den Bedingungen wesentlich schwieriger als heute, rein technisch und abwicklungsmässig gesehen oder aber mit sehr hohen finanziellen Aufwand für Standleitung, Reuters etc verbunden, also hohen monatlichen Kosten im Gegensatz zu heute , wo man eigentlich noch nicht mal zwingend einen Datenservice mieten muss ....

Denke mal damals ging es noch ohne Internet (ich hatte erst 1996 Compuserve und damit Internet, war eigentlich schweineteuer, lach),

die Eminis im Future gab es erst kurz oder noch gar nicht, kann mich nicht mehr exakt erinnern.

Bund wurde noch vom Volumen vorwiegend auf dem Parket der Liffe gehandelt ...

Ein Punkt im DAX waren noch 100 DM ....

Die Gebühren oh je oh je, ich zahlte damals bei Lind Waldock für den Bund noch 25 DM Roundturn .....

Wenn du mal Lust hast, plaudere mal wie der Anfang war, Broker, Technik etc.
Gruzzi und guten Wochenstart, denkt dran USA hat Feiertag ....

goso

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35

Sunday, January 15th 2006, 8:50pm

RE: schon komisch

Ich denke einer der wesentlichen Faktoren ist: Sieh nie das Geld, das du verdienen kannst, sondern nur die Herausforderung, das Geld ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Und ob's ein Traumberuf ist sein dahingestellt, die Bezahlung ist zwar nicht schlecht, aber der Preis, den man dafür bezahlen muss, ist auch nicht ohne.

Ich habe es noch keinen Tag bereut vor fast 10 Jahren die Entscheidung zum hauptberuflichen Trader getroffen zu haben, trotzdem würde ich mir wünschen meine Kids würden beruflich einen anderen Weg wählen.