Options- und Optionsschein-Trading

      Er heißt Michael Debus und hatte früher eine eigene Softwareschmiede. Er handelt ausschließlich marktneutrale Stillhalterstrategien und verfolgt dabei einen Beta Weighted Delta-Ansatz für sein gesamtes Portfolio.

      Ich nutze seinen OptionBuilder schon einige Zeit zur Visualisierung meiner Strategien. Das Tool kann ich empfehlen. Es ist wunderbar kompakt ohne viel Schnickschnack. Er ist offen für Anregungen / Wünsche und arbeitet diese, sofern sie für seinen eigenen Handel von Nutzen sind, auch ein. Man findet ihn auf Facebook. Er ist dort gelegentlich in Gruppen zum Thema Optionen aktiv.
      Auf youtube gibt es einen Kanal eines mir nicht bekannten Optionshändlers, der stellt auch selbst programmierte Optionstools zum Andocken an die TWS gratis zur Verfügung (Downloadlink zu Google Drive unter dem Video).

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      Hintman schrieb:

      Handelt hier jemand Iron Condors?


      Ja, ist aber wie meine ganzen Optionsgeschichten im Versuchsstadium. Ich teste da alle möglichen Handelsansätze mit einem fixen maximalem Verlust, d.h. ich verkaufe nie mehr Optionen als ich kaufe (kein naked writing oder ratio writing oder covered calls). Spannend sind da eigentlich weniger die Grundkonstrukte, das hat man irgendwann im Griff, interessant sind die Reparaturstrategien.

      Hier ein Beispiel für IC Adjustierungen: theoptionprophet.com/blog/6-ways-to-adjust-an-iron-condor
      Sehr schönes Ding, danke für den Link! Handelt hier jemand Iron Condors?
      Der Autor ist in den besprochenen Werten zumeist selbst investiert. Traden auf eigene Gefahr, Signale sind aktuell großteils experimentell zwecks Challenge "In 30 Tagen zur Trading Strategie".
      Plane deinen Trade, trade deinen Plan!
      If it´s not a HELL YES, it´s a NO!

      Eine komplexere Bewertung ist sachdienlicher

      Wie beinahe immer, wenn eine Sache sehr einseitig bewertet wird, ist es klug zu fragen, ob eine solche Bewertung durch eine Relativierung nicht wirklichkeitsnäher würde.

      Wäre ein Produkt "nur mit Nachteilen verbunden" wäre die Marktgängigkeit in Frage gestellt, da sie ein ökonomisch nicht rational handelndes Publikum als Adressaten erfordern würde. Auch wenn man bei aller Gier und Dummheit, die beim Retail-Publikum an den Finanzmärkten oftmals zu sehen ist, vielleicht vorschnell davon ausgehen könnte, dass hier ein Produkt in erster Linie zum Abzocken Unkundiger konstruiert wurde, ist es nicht so einfach.

      Börsengehandelte Produkte setzen für die ordentliche Funktion eine hohe Liquidität durch intrinsische Angebote und Nachfragen echter End-Kunden voraus, die bei einer Vielzahl von Produkten (unter Einbeziehung von Pink-Sheets und weit vom Geld entfernten Optionen sogar der überwiegenden Mehrheit) nicht gegeben ist und durch explizites Market-Making überhaupt erst auf ein für eine wenigstens minimale Funktionsfähigkeit der Märkte erforderliches Niveau gehoben werden kann.

      Unabhängig davon, ob dieses Market-Making unter dem organisatorischen Dach einer offiziellen Börse oder OTC stattfindet, ist wegen des geringen Umfanges intrinsischer Marktteilnehmer eine wirklich objektive Bewertung der Preisstellung und der Ausführungsqualität kaum möglich, das sie dann nicht mehr auf natürliche Weise aus der intrinsischen Markt-Liquidität stammen, sondern aus theoretischen Modellen und hausintern festgesetzten zusätzlichen Gewinnmargen.

      Wenn nun ein informierter Kunde nicht der Preisstellung des Emittenten blind vertraut, sondern mit einem eigenen Modell eigene Berechnungen anstellt, ist er in seiner ökonomischen Entscheidung ausreichend frei, auch als ökonomisch kleinerer Partner sinnvolle Geschäfte zu tätigen.

      Die Vorteile von Optionsscheinen können dabei u. a. andere Basiswerte, andere Laufzeiten, andere Strikes und andere Konditionen (auch exotische) gegenüber börsengehandelten Produkten sein. Ebenso kann eine feinere Granulierung der mittelbar beherrschten Kapitalposition ein wichtiges Kriterium sein.

      Das Emittentenrisiko stellt gegenüber dem Risiko unfairer Preisstellungen und schlechter Ausführungen bei vernünftigen Positionsgrößen kaum eine Bedeutung im realen Handel dar.

      Werden Optionsscheine für eine Strategie mit direktionalen Elementen in kurzen Zeiträumen genutzt (u. a. auch Intraday), so ist bei guten Spreads eine halbwegs konstante systematische Preisabweichung kein Handelshemmnis für den Kunden, da die systematische Abweichung, die beim Kauf zuviel entrichtet wird, beim Verkauf zurückerstattet wird.

      Ist die Preisabweichung zum eigenen Modell nicht konstant, so kann nach umfassender Auswertung historischer Daten des Emittenten eine Arbitrage über der Zeit versucht werden, indem zu Zeiten günstiger Preise gekauft wird und zu Zeiten überhöhter Preise verkauft wird. Dazu sollten aber Serien genutzt werden, die halbwegs liquide sind und wo man nicht als ausgesuchter Kunde erkannt werden kann. In solchen Fällen kann der Anbieter nämlich vorhersehen, ob man gerade kaufen oder verkaufen möchte und den Spread in die jeweils ungünstige Richtung ausweiten, wobei man bei der softwaregestützten sehr genauen Verfolgung der ausstehenden Menge der Scheine und den Handelsmustern bei den Emittenten heute deutlich mehr erwarten kann, als noch in den 90-er Jahren, wo häufig noch recht hilflos mit Excel-Tabellen gepreist wurde.

      Optionsscheine als No-Go-Produkt anzusehen, ist deshalb nicht fachgerecht. Andererseits sollte man sich dessen bewusst sein, dass weniger regulierte Märkte mehr eigener Kontrolle und Nachrechnung bedürfen. Es wird aber in vielen Fällen nicht schwer sein, Beispiele zu finden, wo man mit Optionsscheinen das bessere Instrument für seine eigenen Strategien in der Hand halten wird.
      1. bei der Handelsüberwachungs-Stelle der Börse Stuttgart melden und deren häufig vernünftige Stellungnahme abwarten
      2. im Regularium und den AGB von Bank und Börse nach Ansatzpunkten suchen, die nicht hieb- und stichfest sind
      3. von beauftrager Bank Schadenersatz verlangen und durchaus auch verklagen (Gegen fast alle im "Wert"papier-Handel bedeutenden deutschen Direktbanken sind schon vor Jahren genügend Urteile wegen nur um wenige Minuten verzögerte Ausführungen ergangen. Da deshalb die Chancen zu gewinnen nicht übermäßig gering sind, kann auch ohne exzessive Abwägung ein kompetenter Anwalt eingeschaltet werden, dessen Kosten dann die Gegenseite tragen muss.)
      Option Nichtausführung an der Börse Stuttgart.
      Ich hatte an der Börse Stuttgart eine Order für einen Putt auf den Bund-Future (WKN LS06MC). Obwohl der Brief-Kurs über eine Stunde lang deutlich unter meinem Limit lag und auch die angezeigte verfügbare Stückzahl des Briefkurses über meiner Ordergröße lag ist meine Order nicht ausgeführt worden.
      Wie kommt so etwas zustande? Welche Spielchen laufen da ab?
      Gruss Shakesbier
      Zwei Bier oder nicht zwei Bier (Shakesbier) :D

      Schutz-Optionen

      Bezugnehmend auf ein Post von Krümel vom 18.01.2013 als Antwort auf von mir in diversen Posts genannte Schutz-Optionen (u. a. 17.03.2012, 20.04.2012, 26.07.2012 [in dem übrigens durch eine inkompatible Umstellung des Tabellen-Plugins die übersichtlich gestaltete Tabelle zerstört wurde], 18.08.2012, 01.01.2013) und des darin erwähnten Herrn Cene stelle ich beim Lesen seines Buches Professioneller Börsenhandel fest, dass ich weder seiner Ratschläge bedarf, noch sie weitgehend teile und mich mit keinerlei Verweis auf vermeintliche "Autoritäten" beeindrucken lasse, sondern sie stattdessen lieber an Hand ihrer eigenen Worte hinterfrage.

      Wenn

      Herr Cene (auf S. 98 im o. g. Buch) schrieb:

      Das Risiko einer schlechten Ausführung nahm er gerne in Kauf. Dies betrachtete er als Preis für die Begrenzung von Verlusten. Der Schutz des Kapitals hat an der Börse immer Vorrang vor allem anderen.
      und dabei seine eigenen frühen Lektionen bei seinem Mentor zwei Jahrzehnte später aus normalerweise ausreichender Rückschau als auch heute gültige Vorgehensweise wiedergibt, so sollte eine zutreffende Rechnung ergeben, dass genügend weit aus dem Geld liegende Optionen preiswerter sind als das extrem ungünstige Geschoben-Werden eines getriggerten Stops bis zur endgültigen Ausführung.

      Insofern ist die in Krümels Post beschriebene Ansicht zu Schutz-Optionen aus der dort genannten Email eher kein Ausweis objektivierbarer Expertise sondern mangelnder genauer Rechnung wegen mangelnden Fokusses auf dieser Lösungs-Möglichkeit oder einfach nur unzureichenden Fleißes an dieser Stelle, den ich aber nicht unterstellen möchte, da sie sein ganzes Buch, welches gerade von den Mühen beim Besteigen des Berges Börse handelt, sofort völlig entwerten würde.

      Ein ausgereifter Trader muss irgendwann so selbständig urteilen und handeln können, dass er zwar fremde Ansichten noch fallweise als Anregung zur eigenen Beschäftigung mit möglicherweise noch nicht ausreichend in seinem Fokus gewesenen Teilen der Materie nutzt, aber niemals vermeintliche Experten soweit vergötzt, dass er sie als "Autoritäts"-"Beweis" oder als Ersatz eigenen vollauf schlüssigen Nachdenkens über das gleiche Problem nutzt.

      Bei sehr kritischer Bewertung könnte die nicht einmal auf Anregung durch Krümels Mail nachgerechnete Lösungs-Variante genau wie das Festhalten am Parkett-Handel bis zur unvermeidlichen Personal-Reduktion und auch die vielen zwar einprägsamen "Regeln", die ebenso nicht nachgerechnet wurden (wie das Nacherzählen vom besseren Abschneiden großer ad-hoc-CRV fast in der ebenso überholten Art wie Kostolanys legendäres, aber trotzdem völlig falsches "Schlaftabletten"-Buy-and-Hold [was unter Betrachtung der Alternativ-Kosten einer korrekten Investition und der Katastrophen der "New Economy" geradezu Irrsinn ist] sogar darauf hindeuten, dass die großen Zeiten der realen Börsen-Tätigkeit wegen Problemen mit neuzeitlichen Techniken vorbei sind und darum einfach als Ausrüster mit dem vorhandenen alten Wissen eines Mixes aus Psycho-... (wie bei allen Leuten, die keine knallhart rechenbare Methode haben) und Bildchen-basierter Uralt-Folklore weiter gemacht wird, die sich weniger an objektiven Ergebnissen misst als am Geschmack des anvisierten Publikums.

      Bei wirklichem Ernstnehmen seiner eigenen Metapher erfolgreichen Börsen-Handels mit dem Besteigen eines Berges statt dessen Umkreisen an seinem Fuss müsste auch in diesem Buch die Notwendigkeit exzessiver quantitativer Validierung heute nutzbarer Handels-Methoden herausgearbeitet und verbreitet werden. Leider große Fehl-Anzeige!

      Alle, die von "ewigen Wahrheiten" des Tradings erzählen und meinen, man bräuchte keine Computer-Auswertungen, weil es früher ja auch ohne diese ging, vergessen, dass alle verfügbaren Erkenntnisse vom großen Kapital und den ihm dienenden echten Profis schnellstens umgesetzt werden und mit Folklore aus der Börsen-Steinzeit da nichts zu holen ist (außer für Ausrüster, die die Schrullen des einfältig-denkfaulen Publikums bedienen). Märkte sind mehrfach reflexiv und jede Verfeinerungs-Stufe fügt neue reflexive Wechselwirkungen und ihre aggregierte Kumulation hinzu. Mit dem Wissen von gestern, was in gängigen Börsen-Bücher für das Simpelst-Publikum steht, ist es völlig unmöglich einen Edge gegen echte Profis zu erreichen.

      Unbedingt die nicht gleich ins Auge springenden Transaktions-Kosten betrachten

      Da mir gerade ein besonders krasses Beispiel der Performance-Schmälerung durch die Transaktionskosten untergekommen ist, weise ich auf die eigentlich ganz selbstverständliche permanente Notwendigkeit sehr genauen Rechnens bei der Auswahl der zu tradenden Assets hin.

      Im konkreten Fall unterschieden sich zwei von den sonstigen Parametern vergleichbar gute Optionsscheine alleine aufgrund der unterschiedlichen Kurse und den daraus aus der anderen Stückzahl folgenden Preis-Staffel- und Rabatt-Konditionen, in den
      • auf den Endfälligkeits-bezogenen Break-Even Transaktions-Kosten im Faktor 9,5 (Unterschied wegen der absoluten Größe im Verhältnis zum Wert des Underlyings aber trotzdem kaum spürbar) und
      • auf den Spesen-Anteil im Kauf-Moment im Faktor 4,5 (Unterschied von marginal bis gut tragbar gegenüber gravierend bis völlig unbrauchbar).
      Ich bin sicher nicht der Erste, da ich diese Information auch schon in diversen Artikeln und Büchern gelesen habe.

      Aber wie auch goso schon geschrieben hat:

      goso schrieb:

      Ich kann mich den Ausführungen bezüglich der Überlegenheit des Schreibens von Optionen nur anschließen


      Der extreme Zeitwertverfall in den letzten Wochen (der ist real), die immer leicht höhere implizierte Vola (nur meine Annahme) und der erhöhte Zeitwert at-the-money (Vola-Smile?) können doch auf einen Vorteil für Stillhalter schließen lassen?

      Aber da es kein Free Lunch gibt, würde mich interessieren mit welchen Risiken man diese Voteile erkauft?
      Mir fällt da jetzt nur eines ein: -theoretisch unbegrenztes/sehr hohes Verlustpotenzial

      Doch dieses extreme Verlustpotential kann man durch decken der eingegangenen Shortposition zum Teil verhindern - um es gänzlich zu verhindern muss das Portfolio ständig angepasst werden.

      Und auch einige Arbeiten belegen eine Überrendite (Link) durchs Stillhalten, welche NICHT durch ein erhöhtes Risiko (Vola der Equity) erkauft wurde.

      Obacht vor Modell-Artefakten

      Wenngleich es nicht vollkommen unmöglich ist, dass wegen dauerhaften Ungleichgewichten in der Struktur der beteiligten Marktteilnehmer sich ein "fairer" Preis nicht vollständig einstellt, liegt es näher, von Modell-Artefakten auszugehen. Die Options-Preise haben sich nie an "hoch-gescheite" Formeln gehalten, sondern weisen regelmäßig Abweichungen von den einfachen Modell-Formeln auf. Bei Anwendung komplexerer Modell-Formeln, die das Ganze zwar phänomenologisch besser beschreiben, ist der Nachteil, dass immer mehr Hilfs-Annahmen zu ihrer Ableitung getroffen werden müssen, die nicht mehr so stringent einleuchten wie bei den Einfach-Modellen.

      Würde es einen eklatanten Bias geben, ließe sich unter Zuhilfenahme geeigneter Kredit-Aufnahmen und den linearen Underlyings sicher auch eine Arbitrage-Möglichkeit finden. Da in der heutigen Zeit einem jeden Marktteilnehmer mit einer zündenden Idee alle Geld-Töpfe offen stehen und man ihm problemlos eine geeignete Infrastruktur inkl. aller institutionellen und technischen Voraussetzungen stellen würde, sollte sich dieser Ausbeuter der Chance schon gefunden haben, so es sie wirklich gibt.

      Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Du der Erste bist, der das nachvollziehbar beobachtet und in einem belastbaren Modell darstellen kann, solltest Du Dir sofort wirklich potente Geldgeber suchen und das Phänomen selber mit allen Mitteln ausbeuten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Norbert Gundeler“ ()

      Danke für die Antworten.

      Ich möchte versuchen einen normalen Aktien Trade mit SL & TP mit Optionen nachzuahmen.
      Bei einem Long Trade geht da mit einem Bull Put Spread.

      Idee:
      Beim normalen Aktien Trade muss der Kurs nur einmal kurz den SL berühren und der Trade wird geschlossen.
      Bei einem Bull Put Spread kann der Kurs auch mal unter den fiktiven Stop kommen ohne dass man schließen muss.

      Kann ein solches Vorgehen sinnvoll sein?

      EDIT: Ein Problem könnte sein, dass man nicht lange genug dabei ist (TP wird schnell erreicht) um mit der ShortPosition vom Zeitwertverfall zu profitieren.
      Wenn man aber beim erreichen des TP nicht aussteigt, kann es sein, dass der Kurs wieder zurückgeht und der Zeitwertverlust den Kursverlust nicht ausgleicht.

      Ich habe früher (vor 15 Jahren) ausschließlich Optionen gehandelt und auch teilweise langlaufende und Lieferungen kamen nie vor und mir ist auch kein Trader in meinem Umfeld bekannt, bei dem so etwas vorgekommen ist, zumindest nicht während der Laufzeit.
      Mag der Pessimist auch Recht behalten - der Optimist hat bis dahin besser gelebt.
      Ich hab mal eine Frage bezüglich der Ausübung von Optionen.
      Ich habe gerade angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen, also kann es durchaus sein, dass meine Frage etwas unbeholfen wirkt.

      Wenn ich eine ITM Option verkaufe, und diese nach dem amerikanischen Stil gehandelt wird, dann kann es doch jederzeit soweit sein, dass ich ausgeübt werde und entweder das Underlying liefer oder annehmen muss.

      Also kann es sein, dass ich eine Call Aktien Option schreibe, und in der nächsten Minute die Aktien dann hergeben muss?