Bezugnehmend auf ein Post zum sporadischen Nachsehen bei
Jandaya füge ich mal noch Folgendes zu News im allgemeinen hinzu, also auch aus im Gegensatz zu Jandaya brauchbaren News-Feeds:
Wer wirklich auf der springenden Minuten- oder noch kleineren Candle oder der nächsten tradet, muß im Moment der Bewegung zuerst mal hoch-konzentriert arbeiten, damit er nicht die kleinen erratischen Bewegungen mit dem Einsetzen der Haupt-Korrektur verwechselt und hat allenfalls bei Interesse erst danach Zeit mögliche Erklärungs-Versuche für eine Bewegung zu lesen und zu analysieren, wobei es dann aber kaum noch interessiert.
Eine Handlungs-Möglichkeit im Vornherein könnte also selbst mit guten Tools nur für die gegeben sein, die auch im richtigen Moment gerade darin lesen und die richtigen Schlüsse ziehen. Aber: 1) Wer möchte schon den ganzen Tag in den Boxen lesen müssen, wo die Nachrichten im kurzen Takt durchrauschen, und 2) müßte man auch noch die mehrfach reflexiven geschachtelten Überlegungen der anderen, ebenfalls unter hoher Unsicherheit entscheidenden Markt-Teilnehmer in Real-Time richtig vorwegnehmen, wobei der intellektuelle Aufwand und die Treffer-Quote im Verhältnis zum einfachen Ansehen der aktuell erkennbaren Kurs-Bewegung nach der Devise "
Trade, was Du siehst und nicht was Du oder gar Dritte denken" in einem ganz schlechten Verhältnis steht.
Da dann aber oft mehrere Nachrichten hintereinander kommen, ist eine zutreffende inhaltliche Bewertung nur schwer möglich, der Markt hat die Auswertung fast immer schneller vorgenommen, als man selbst es schafft. Die einzig verbindliche Information ist daher der Kurs. Wenn ein Spike auftritt, wären übrigens selbst diejenigen, bei denen automatisch die richtige Box hochploppt zu spät dran, da die die Systeme, die Nachrichten automatisch analysieren, noch schneller sind.
Da ich nur Korrekturen von solchen Spikes trade und mit egal wie guten Nachrichten nicht vorhersehbar ist, wie groß denn die genaue Höhe der Markt-Reaktion ausfällt und das ganze durch die in solchen Momenten oft anzutreffende Markt-Enge, das sukzessive Abräumen von Stops an manchmal mehreren Sweet-Points und High-/Lows und panische Aktionen der Markt-Teilnehmer noch verschärft wird, sehe ich den Nutzen der Kenntnis der Nachrichten-Inhalte sowieso geringer an, als die meisten Leute vermuten.
So habe ich mir z. B. bei den 14:30-Zahlen, obwohl ich sie fast täglich (so denn welche anliegen) trade, kaum je die Nachrichten dazu angesehen, weder sofort noch später, während ich die Chart-Bilder der NFP-Zahlen für die mich am meisten interessierenden Werte meist sogar dauerhaft speichere, um eine gute Vorlage zu haben, was da so alles abgehen kann und Risiken und Chancen in etwa realistisch erahnen zu können.
Nur minimal übertrieben gilt auch hier: Die Kurse machen die Nachrichten, nicht umgekehrt. In strenger Rein-Form stimmt das zwar nicht ganz, aber ob eine ursprünglich die Kurs-Bewegung mitauslösende Nachricht im Nachhinein zum großen Event stilisiert wird oder im Rauschen der Welt untergeht, hängt weniger von der Nachricht selbst ab als von der Höhe Kurs-Bewegung, die mit ihr in Zusammenhang gebracht wird. Die Nachricht ist aber nur ein Teil des Ganzen, die genaue Lage der Positionen und die mentale Verfassung der Leute, die dadurch in Schieflage geraten, sind aber die bestimmenderen Teile - und die kann man selbst bei bester Kenntnis der Nachrichten nicht sehen.
Nachsatz: Ehe wieder jemand grätzig nörgelt, daß ich womöglich wortreich begründen müßte, warum ich Kohle verloren habe, sage ich mal, daß ich auf der Bewegungs-Kerze welche mitgenommen habe, leider in 10 s nur viel zu wenig, da die Dynamik das längere Offenhalten von Positionen, die schon im vernünftigen Gewinn sind, ja auch durchaus riskant macht. Vielmehr bot sich dieses Post geradezu an, nachdem mir, obwohl ich ohnehin schon selten nach den Nachrichten-Inhalten sehe, zum wiederholten Male die ziemliche Unbrauchbarkeit der Dienstleistungen der die Nachrichten machenden eher Trading-fernen Redakteure zeigte, die mehr an Abo-Einnahmen (ggf. nicht direkt beim Trader sondern indirekt über pauschale Vergütungen von den Brokern) für ihre Feeds oder an Werbe-Klicks auf ihren Web-Seiten interessiert sind, als an realem Nutzen für den Trader.