Grundsätzlich ist gegen "Ausrüster" gar nichts zu sagen, solange sie denn nutzbringende und brauchbare "Ausrüstungen" verkaufen. Ebenso ist die Weitergabe von Wissen alleine keinesfalls ein skeptisch zu betrachtendes Aus-Kriterium für jemanden.
Je nach Mentalität sind manche Menschen lieber Eigenbrötler, die mehr ihre Ruhe haben wollen und andere eher auf der Suche nach sozialen Kontakten, die sie auch ohne vorrangig kommerzielle Interessen intensiv pflegen. In welchen Sub-Milieus jemand seine sozialen Kontakte vorrangig sucht, sollte man ihm alleine überlassen. Manche knüpfen überall sofort unkompliziert Kontakte, manche eher in Berufs-nahen Feldern, manche eher im Hobby, im Sport, in der Kultur oder in Vereinen jedweder Interessenlage und beschränken ihre aktiv erweiterte soziale Interaktion auf bestimmte Bereiche und Situationen.
Ganz allgemein sagt man, daß gute Leute durchaus wissen daß sie gut sind und es auch ganz gerne zeigen. Das Anbieten von Weiterbildung ist da einer der besten Wege. Das Fordern nicht-homöopathischer Vergütungen ist gar nicht mal so verkehrt, schließt es doch Leecher, Störer, Desinteressierte und Leute, die irgendwo ihre negativen Emotionen austoben wollen, weitgehend aus, da ihnen dafür dann doch die Eintritts-Schwelle zu hoch ist.
Außerdem wissen interessierte und kapitalmäßig adäquate ausgestattete Menschen den Nutzen echten Wissens-Transfers durchaus zu schätzen. Somit könnte die Frage genauso gut sein: Wieso gibt da jemand kostenlos Wissen weiter?
Das Verlangen einer im Verhältnis zur Gegenleistung stimmigen Vergütung ist recht und billig und entspricht der kapitalistischen Wirtschaftsordnung. Wieso sollte ein Handwerker für seine nützlichen, aber nicht gerade ultra-raffinierten Leistungen einen selbstverständlichen Vergütungs-Anspruch haben, jemand, der einen über Jahre weiter wirkenden Persönlichkeits- und Vermögens-bildenden Einfluß ausübt, aber nicht? Die falsche Beantwortung dieser Frage wertet immaterielle Dienste stark und unangemessen ab.
Um die Kirche im Dorf zu lassen, muß man schon statt allgemeiner Pauschal-Abwertung bezahlter Leistungen in jedem konkreten Fall das Preis-/Leistungs-Verhältnis für den einzelnen Teilnehmer der Maßnahme bewerten. Leistungen, die für Einen völlig unnütz sind, können einem Anderen einen hohen Nutzen bringen, je nach dessen persönlicher Ausgangs-Lage und der Affinität zu den gebotenen Inhalten und der Person des Anbieters.
Verwerflich sind kommerzielle Angebote nur, wenn sie schon von der Gesamt-Konzeption objektiv für die Mehrheit der Teilnehmer gar nichts bringen können und mit dem Ziel der Abzocke wundergläubiger Naivlinge konzipiert wurden. Da man die intrinsische Motivation des Anbieters ja kaum einer Gewissens-Prüfung unterziehen kann, wird eine Gesamtschau im Sinne des
Duck-Tests über die Machart einer Maßnahme in vielen Fällen induktiv genügend Indizien für einen diesbezüglichen Rückschluß liefern. In vielen Fällen wird das sogar der einzig mögliche Weg einer Bewertung sein.
Wenn jemand Seminare etc. anbietet und bei der ersten leisen Kritik sofort zur maximalen Eskalations-Stufe mit Kommunikations-Abbruch übergeht, spricht das übrigens sowohl gegen das Selbstvertrauen als auch gegen die soziale Interaktions-Fähigkeit des Betreffenden und ist kein gutes Zeichen a'la "Ich kann es mir leisten, so mit Euch umzuspringen, weil ich ein großer Guru bin" sondern eher ein mittelstarkes Indiz für Finger-weg.