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14

Monday, November 14th 2011, 4:49pm

3.333 Dank

Na, wenn das kein Grund zum Feiern ist. :)

Bei allen freundlichen Lesern möchte ich mich bedanken, natürlich auch bei denen, die den Danke-Button nicht nutzen.
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13

Friday, April 2nd 2010, 6:49pm

1.000 Dank

Nachdem mir schon ein eigener Thread spendiert wurde, möchte ich diesen dazu nutzen, mich bei allen wohlgesonnenen Lesern des Forums sehr zu bedanken, daß Sie bereits über 1.000 Mal meine Posts einer Danksagung für würdig hielten.

Besonders freut es mich, daß ich damit selbst nach Abzug von etwa 340 Danksagungen im trotz des hohen Publikums-Interesses eher von der Sache her zwiespältigen "FXM"-Thread mit goso gleichauf liege, den ich als Autor und Trader sehr schätze und dem ich von der Kompetenz und Freundlichkeit auch gerne den ersten Platz gönne (den er in ganz kurzer Zeit auch wieder hat, wenn ich mal nicht schreibe, z. B. weil ich wieder mal in eine strittige Eskalation von Unsachlichkeiten verwickelt werde), wobei ich natürlich auch weiß, daß solche Zahlen nicht überzubewerten sind, da viele wirklich interessante Sachen in speziellen Threads oft kaum beobachtet werden. Ebenso gibt es exzellente Autoren mit leider recht wenigen Posts, die bezogen auf ihre Artikel-Anzahl eine viel größere Danksagungs-Quote haben, wobei auch dieses Maß wegen der relativ späten Einführung des "Bedankomaten" nur eine geringe Aussagekraft hat. Auch hat der Hausherr seinen Haupt-Fokus auf einige sehr ordentlich gemachte Threads verlegt, die in der Sache Top sind, aber leider nicht so intensiv mit Danksagungen belohnt werden.

So sage ich denn trotz aller eingeschränkten Aussagekraft solcher Zahlen und dem, daß es nur eine kurze Moment-Aufnahme ist, einfach 1.000 Dank (für jede Danksagung eine zurück).
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12

Thursday, August 27th 2009, 12:21am

Mit den "Schwierigkeiten" meint Georg, daß ich die Wende im DDR-Knast wegen "öffentlicher Herabwürdigung" verbracht habe. Das war eines der politischen Delikte, die unter die erste Amnestie für politische Gefangene fielen. Später wurde ich auch von der bundesdeutschen Justiz "rehabilitiert".

Die erhaltenen 7.200 DM Haftentschädigung mögen sich je nach Sichtweise toll anhören, bis man sieht, wieviel die Täter heute kassieren. Mein Vater, der als ranghoher Beamter im Innenministerium arbeitete, und nur durch intensives Lobbying der "alten Kameraden" an der Stasi-Mini-Rente vorbeiging, bekommt trotz seiner nicht unerheblichen Beteiligungen bei den machtpolitischen Exzessen in der Ex-DDR etwa 1.750 EUR Rente monatlich (zwar nur ein Bruchteil der Pension eines gleichhohen West-Beamten, aber das Mehrfache des Ost-Durchschnittes). Der Vater eines Schulfreundes, der an einer Stasi-nahen Einrichtung Professor war, bekam sogar für über 10 Jahre die Rente auf einen Schlag nachgezahlt zwischen der Differenz einer Stasi-Mini-Rente und der Rente aus dem Sonderversorgungs-System für Akademiker, was mehrere 100.000 DM waren.
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GeorgM

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11

Wednesday, August 26th 2009, 10:55pm

Eine Firma unter Hunderttausenden

Danke PT sehr beeindruckend .Vor allen Dingen mit dem Hintergund der mir von dir geschildernten Schwierigkeiten die
Du in der DDR erleiden mußtest. Hoffentlich ist der letzte Satz verständlich .Bin sehr müde.

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10

Wednesday, August 26th 2009, 10:18pm

Re: KISS or not KISS

Die Diskussion über "KISS or not KISS" ist eine der wichtigsten im Trading und der Erkenntnistheorie überhaupt. Ich würde mich freuen, wenn hier dazu das letzte Wort noch lange nicht gesagt wäre.

Früher neigte ich übrigens auch zu komplizierten Systemen. Einfachheit verstehe ich eher im Sinne struktureller bzw. prinzipieller Einfachheit. Durch Vervielfachung ähnlicher Bausteine, unterschiedliche Parametrisierung dieser, Verschachtelung und ähnliche Prinzipien können da trotzdem extrem komplexe Gebilde herauskommen, aber durch Kombination einfacher Grundprinzipien.

Die gesamte Gesellschaft wird neben neu hinzukommenden sozialen Gesetzen, die auf der biologischen Ebene noch nicht da waren, auf einzelnen biologischen Systemen begründet, diese wieder auf einzelnen Zellen, zuzüglich neuer Zusammenhänge für den ganzen Organismus, die es auf Zellebenen allein noch nicht gab, die Zellen widerum auf Organellen, die auf chemischen Prozessen, die wiederum auf Atomen, die auf Elementarteolchen, jeweils nicht total simpel heruntergebrochen, sondern zuzüglich neuer Zusammenhänge auf der jeweils höheren Ebene.

Wenn die Grundzusammenhänge einfach sind, würde ich das Resultat immer noch als KISS bezeichnen, wenngleich die entstehende Gesellschaft mit Milliarden von Individuen, je zu Billionen von Zellen, je zu 10^x Atomen ganz außerordentlich komplex ist.

Das kann man natürlich auch anders sehen. Aber es kann wohl kaum der Sinn einer Erkenntnistheorie sein, zu sagen: Kommt, laßt uns die Dinge so kompliziert machen, daß keiner mehr etwas versteht, insbesondere wir selber auch nicht. Wir blicken dann zwar nicht mehr durch, sind aber happy, weil die Welt dann in ihrer Komplexität adäquat wiedergegeben wird.

Es gibt aber durchaus auch Gründe, die genau dafür sprechen, so läßt sich z. B. das simple Dreikörperproblem (Verhalten von 3 Körpern unter ihrer eigenen Gravitation) zwar theoretisch analytisch als geschlossene Formel aufschreiben, bloß ist das bis heute nicht gelungen, währenddessen es in der Natur von Aber-Milliarden Körpern zugleich schon in Realität gelöst ist, wie ein Blick in den Sternenhimmel zeigt.

Da sind also zu einem historischen Zeitpunkt immer Grenzen zwischen dem Wünschenswerten und dem Machbaren. Die Frage könnte also darin bestehen, worin denn das Wünschenswerte besteht. Die werden Mystiker bestimmt anders beantworten als Realisten und insbesondere werden die Mystiker sich selbst als die einzigen echten Realisten sehen.

Für das Trading könnte es auf eine Entscheidung auf hochkomplexe, diskretionäre und für Dritte annähernd nicht nachvollziehbare Handlungsmuster gegenüber relativ kleinen handhabbaren Regelsätzen hinauslaufen. Da erfolgreiche diskretionäre Händler - unabhängig von ihrer Anzahl - in der Regel vor dem durchschnittlichen ATS liegen werden, hat die Fraktion der nicht bis ins letzte aufklärbaren Komplexität also schon einige nicht einfach abweisbare Argumente.

Trotzdem denke ich, daß wegen der vorigen erkenntnis-theoretischen Überlegungen das wünschenswerte Idealbild eher im Ergünden der schwierigen Denkabläufe diskretionärer Handlungmuster bestehen sollte, womit diese weitestgehend in Regeln handhabbar werden. Im Schachspiel ist das soweit gelungen, daß der Computer bereits besser als der Mensch handeln kann. Warum das in anderen Tätigkeitsbereichen nicht auch der Entwicklungspfad sein sollte, erschließt sich mir nicht, insbesondere da Knowledge-Engineering, also das Extrahieren menschlischen Wissens in eine extrapersonale Form, eine der wichtigsten Tätigkeiten aller Software-Technik in allen Einsatzgebieten ist.
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Wednesday, August 26th 2009, 10:01pm

Eine Firma unter Hunderttausenden

Die Firma gehörte mir und ich hatte 1990 als Einmann-Unternehmen angefangen. Sie funktionierte mit der hohen Kompetenz ostdeutscher Akademiker, die in ihrem Studium alle notwendigen Ausbildungs-Abschnitte ohne jede Ausnahme absolvieren mußten. In der Ex-DDR gab es eine sogenannte 5-stellige Nomenklatur-Nummer (daher der heute fast nur noch pejorativ gebrauchte Begriff "Nomenklatura"), mit der ein Betrieb seinen Bedarf an akademischem Personal vor dessen Ausbildung anmelden mußte. Die fertigen Studenten wurden dann über eine Absolventenlenkung für gewöhnlich 10 Jahre in einem der anfordernden Betriebe eingesetzt. Dieses System funktionierte so gut, daß selbst ein Student, der mit einem Notenschnitt nahe 4 die an ihn gestellten Anforderungen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfüllte. Durch ein Studium "durchgeschleift" wurde übrigens niemand, da gabe es gefürchtete Ex-Fächer, genau wie heute, bei den Ingenieuren/Informatikern insbesondere Mathematik und Technische Mechanik/Theoretische Informatik, wo gut ein 1/4 der Studenten dran scheiterte. Außerdem war es im DDR-System üblich, leistungsschwache Studenten mit intensiven Partnerschaften untereinander mit hohem persönlichem und zeitlichem Einsatz aufzubauen.

Mit der Einführung des Systems des Scheine-Sammelns und der Einführung von vom Studenten spontan wählbarer Fachrichtungen im Hauptstudium ist dieser Vorteil an Kompetenz verloren gegangen. Er führt dazu, daß die Studenten solange Scheine sammeln, bis sie genug gute haben und die schlechten eher in Vergessenheit bringen. Weiterhin fehlt der Praxis-Bezug des Studiums (wenn sich die Studenten nich selber um gute Praktika kümmern, was aber nicht immer einfach ist, da sie von vielen Betrieben als billige Arbeitskraft mißbraucht werden) und so lernen die Absolventen oft erstmal als Trainee mit über 25 Jahren das Arbeiten.

Weiterhin wurde viel mit Studenten gearbeitet, die ich für hochmotiviert und auch kompetent genug halte. Der einzige Abstrich den man bei richtiger Betreuung machen muß, ist, daß sie für eine Aufgabe viel mehr Zeit benötigen, da ihnen noch die Erfahrung fehlt. Auch das geht heute kaum noch vernünftig, da das Niveau der Studenten seit der Einführung der Bachelor-Studiengänge sehr abgenommen hat und die Studenten heute eher eine Forderungs-Mentalität als eine bissige Leistungsmentalität entwickelt haben.

Viele verstehen nicht den tiefen Unterschied im Wesen zwischen Diplom und Bachelor/Master. Diplom-Studiengänge wurden traditionell von der akademischen Elite als eine Art "Eintrittskarte ins Bildungsbürgertum" gesehen, selbst wenn die meisten Absolventen später auch nur auf unteren Hierarchiestufen in den Büros der Unternehmen tätig wurden. Das Bachelor-/Master-System (Bologna-Prozeß) konditioniert die Studenten eher mit massiver kleinteiliger Arbeitsüberlastung zu wenig selbstbestimmter Einsatzmasse. Ganz im Gegensatz zum offiziellen Ton von hoher Berufsqualifikation etc. kommen da eher Anzug-Proletarier raus. Ein großer Vorteil des deutschen Bildungssystems wurde mit einiger Mühe zerstört, nicht (oder doch eher wohl-?) erkennend, daß es sich um einen gezielten Nivellierungsprozeß handelte. Wenn das wieder zu bissig erscheint, dann gebe ich zu, daß ich das erst begriffen habe, als die ersten Bachelor fertig waren, aber neulig ein Gespräch mit Einem hatte, der an der ganzen Reform beteiligt war, und sagte, daß die wirklichen Insider diesen Effekt schon vorher gewußt haben und er möglicherweise gar kein unerwünschtes Nebenprodukt ist. Die aktuellen Studenten-Proteste sind also völlig begründet.

Es wurde nicht alles verkauft, sondern "übergeleitet", was heißt, daß ich den größten Teil gegen andere Anteile getauscht habe. Das versetzt mich in die recht angenehme Lage indirekt Einfluß auf größere Einheiten ausüben zu können, ohne im täglichen Management den Geist frühzeitig aufzugeben, und gut ausgebaute Infrastrukturen zu benutzen, statt mich um alles selber zu kümmern. Die Partner haben den Vorteil, daß ich zusammen mit ihnen tätig werde, ohne daß dadurch hohe Kosten entstehen. Der zeitliche Einsatz ist weitestgehend gestaltbar, da es hauptsächlich um Einflußnahme auf Prozesse Dritter geht, wo Erfahrung und Wissen wichtiger sind als extensiver Zeiteinsatz. Trotzdem nehme ich mir dafür sehr viel Zeit, in der Regel in einigen längeren Gesprächsrunden vor Start eines Projektes, in denen soviel ausgetauscht wird, daß der Rest dann der Intelligenz der Beteiligten überlassen bleibt. Von Mikro-Management halte ich überhaupt nichts, da es den Menschen als intelligentes Wesen vergewaltigt.

In den 90er Jahren waren gemietete Autos billiger als der Unterhalt eigener Fuhrparks, weil die Großverleiher extrem stark mit ihrer Marktmacht gespielt haben. Nach dem Jahr 2000 ist das leider deutlich zurückgegangen, da die Automobil-Industrie sich dagegen stark gewehrt hat. So bezogen damals führende Vermieter viele Zehntausende Autos direkt über die Hersteller, was heute oft über das lokale Vertriebsnetz zu wesentlich mit dem Endkunden vergleichbareren Konditionen abgewickelt wird. Beim dadurch notwendigen Leasen liegt die übliche Nutzungszeit eines einzelnen PKW viel höher.

Wenn man aber öfter längere Strecken fährt, ist es auch zu den heutigen viel höheren Preisen immer noch viel billiger einen Mietwagen zu nutzen, getreu dem Motto "Don't be gentle, it's a rental." Die dahinter liegende Preis-Politik der Vermieter ist mir übrigens schleierhaft. Als ich in München in der Nähe einer sehr großen Siemens-Niederlassung einen in 3 Tagen über 2.000 km gefahrenen sehr schönen Wagen zurückgab und leicht spöttisch vorrechnete, daß sich das Geschäft so ja unter keinen Umständen für den Vermieter lohnen kann, da sich jemand ein Auto ja wohl kaum für wenige Kilometer leiht, sagte man mir dort, daß die ganze Siemens-Niederlassung das so macht und das eigentlich der Grund für diesen Standort wäre. Aber ich muß ja nicht alles verstehen, solange ich für mich selber rechnen kann.

Ansonsten halte ich es weitgehend mit Jeremy Rifkins Access, wobei es mir völlig egal ist, wem die benutzten Ressourcen gehören oder wie genau sie abgerechnet werden, solange ich sie zu vorteilhaften Konditionen nutzen kann. Insbesondere ist es mir ein Super-Gräuel aus einem Unternehmen ein Möbellager zu eröffnen, dafür gibt es einen Vermieter oder Vormieter, von dem man fast immer Möblierung erhalten kann, oder eine Immobilienwirtschaft zu eröffnen, das können kapitalstarke Immobilien-Anleger besser und man kann einen Mietvertrag auch mal beenden, oder eine Computer-Bastelstube aufzumachen, das können spzialisierte Anbieter viel kompetenter, bis hin zur Spontan-Miete, übrigens sogar für Privat-Leute (z. B. Amazon EC2).

Ganz allgemein achten die meisten Menschen zu sehr auf das Eigentum als solches und zu wenig auf die Rendite ihrer Aktivitäten. Bei ökonomisch sinnvollen Aktivitäten steigt durch mehr Einsatz fremden Kapitals die Rendite auf das eigene Kapital und bei realwirtschaftlichen Ressourcen bekommt man noch die Kompetenz des Spezialisten für den optimalen Einsatz der von ihm angebotenen Ressourcen dazu.
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wolli

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Wednesday, August 26th 2009, 10:01am

KISS or not KISS

Habe gestern nach den Beiträgen von GeorgM und PT einige Zeit nach einem Zitat eines Toptraders gesucht, es aber in vernünftiger Zeit nicht gefunden. Sinngemäß sagte er etwa, er könne nicht verstehen, wie man in einer komplexen Umwelt versuchen kann, diese mit einfachen Mitteln adäquat abbilden zu wollen. Hat einen bleibenden Eindruck auf mich gemacht.

wolli

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7

Wednesday, August 26th 2009, 9:46am

Die Lust, den 1% pro Tag Thread zu eröffnen, ist aber absolut noch verhanden.


Was hält Dich davon ab?


Derzeit sind wir mit der Renovierung unseres Betriebsgebäudes beschäftigt (hat schon mal jemand ein uraltes, denkmalgeschützes Stadthaus versucht auf moderne Ansprüche umzugestalten??? ;( ) und haben das Daytrading gegen Null gefahren. Es kommen aber wieder bessere Zeiten!

wolli

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6

Wednesday, August 26th 2009, 9:42am

"Weiterhin bin ich der festen Überzeugung, daß erfolgreiches Trading viel weniger theoretische Fähigkeiten als praktische Fertigkeiten, also den fast unterbewußten Abruf von schon vielmals abgearbeiteten Zusammenhängen erfordert."

Bisher hatte ich immer den Eindruck, Du vertritts die entgegengesetzte Position. Hatte mich nach meinem Erstposting schon geärgert, dass ich es überhaupt abgeschickt habe, Deine Beiträge lassen meinen Ärger aber verschwinden und machen das Ganze für mich sehr positiv. :thumbup:

GeorgM

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Wednesday, August 26th 2009, 8:18am

PT

Ein semantisch wunderbarer Beitrag . Jemand der auch zwischen den Zeilen lesen kann würde, schon aus purer Neugierde, gerne etwas Präziseres erfahren . Zum Beispiel :

1. Gehörte die Beratungsfirma die zu einem exorbitanten Preis weiter verkauft wurde dir? Ermöglichen dir erzielter Mehrwert und die Gewinne mit den Optionen den Luxus hier im Forum so zeitintensiv präsent zu sein?

2. Hast Du diese 25 Autos alle über einen längeren Zeitraum gefahren?

ibelieve

nichts Wissender, der aber gerne sein nicht Wissen mit anderen teilt

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Wednesday, August 26th 2009, 7:38am

Die Lust, den 1% pro Tag Thread zu eröffnen, ist aber absolut noch verhanden.


Was hält Dich davon ab?
Die Wissenden reden nicht viel,die Redenden wissen nicht viel.

http://klaus-m.blogspot.com/

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Wednesday, August 26th 2009, 2:05am

Da der vorige Artikel beim Absenden mehr als 10.000 Zeichen hatte, mußte ich ihn splitten.

Mit "dem zu Tode forschen", hat wolli völlig recht. Im Berater-Jargon nennt man das bei Fehlen von Aufsicht, Terminen und Zielvorgaben häufig zu beobachtende Ergründen von allem Möglichen kurz "Jugend forscht", aber keinesfalls im positiven Sinne, sondern als maßlose Zeit- und Geldverschwendung, die ohne stringente Führung und Budgetkontrolle fast regelmäßig absehbar ist.

Da muß jeder das richtige Maß finden, so daß er mit seinem Erkenntnis-Level leben kann, sowohl von unten, in dem Sinne daß er weiß, was er tut, als auch von oben, daß nicht vor lauter Verkopfung eine Handlungs-Lähmung eintritt. Ich bin da übrigens völlig anders, als die Meisten mich als spinnerten Akademiker einschätzen würden. Ich fahre z. B. im Auto immer Bleifuß und diskutiere dann bei Tempo 200 recht entspannt, jedoch trotzdem ernsthaft, über die Chancenlosigkeit bei einem Unfall. Gleichzeitig bin ich aber so vorsichtig, daß ich bei mindestens 25 gefahrenen Autotypen mit noch keinem auch nur ein Schieben der Räder verursacht habe, und gehe regelmäßig zu Fahrsicherheitstrainings (u. a. auch, weil die meist von irgendwem gesponsert werden). Selbst durch eine möglicherweise drohende physische Auseinandersetzung lasse ich mich bei nicht völliger Chancenlosigkeit nicht erschrecken, wobei ich eine solche selbstverständlich niemals suche oder beginne (abgesehen von jünsten Schuljahren).

Jeder muß lernen, sich so wie er ist, gleichzeitig anzunehmen als auch trotzdem an sich zu arbeiten. Das gilt im Trading ganz besonders, da man da relativ wenig externes persönliches Feedback bekommt und die vom Trade erhaltenen nackten Zahlen in das genau zu behebende eigene Defizit übersetzen muß.

Eigentlich bin ich auch ein fauler Hund. Darum bin ich Informatiker geworden, immer in der Hoffnung, daß die Computer die Probleme schon alleine lösen würden. Da getreu der Spott-Devise "Ihr Problem, unsere Lösung - unsere Lösung, ihr Problem" Computer aber erst viele Probleme schaffen, die man ohne sie gar nicht hatte, wurde da eher eine Art "kreative Faulheit" draus, bei der ich übrigens sehr extrem bin. Wenn ich erkenne, daß ein Problem auch nur zweimal gelöst werden muß, halte ich eher regelmäßig die einmalige proprietäre Lösung an und setze die Verallgemeinerung zur Mehrfach-Anwendung um. Das muß keinesfalls schlecht sein, denn genau damit habe ich viel Geld verdient.

Daß man nicht alles in Theorien fassen muß, um erfolgreich zu sein, ist auch richtig. Die Natur liefert genug Beispiele sehr komplexer Systeme, die aus sich selbst heraus funktionieren. Dazu schrieb ich gestern was im Post KISS - or not?.

Die theoretische Beschäftigung mit einer Sache ist mir übrigens weniger eine Last als eine Freude, oft sogar auch deren Programmierung. Selbst das Durchlesen von Dokumentationen oder gar juristischen Geschreibsels mache ich in der Regel einigermaßen konzentriert ohne Ekel-Attacken, ich bin da schon sehr interessiert, obwohl ich bei vielen Dingen weiß, daß alles nur anders wird, aber leider selten besser.
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Wednesday, August 26th 2009, 1:50am

Na, ob ich einen eigenen Thread verdient habe, weiß ich nicht, weder im Guten noch im Schlechten. Vielleicht könnte ja ein Titel "Kontroversen zu Trading-Ansätzen" o. ä. das Thema offener gestalten.

Ich oute mich auch nochmals, für die, die meine früheren Artikel nicht gelesen haben. Ich habe Informatik und im Fernstudium später BWL (aus Interesse, nicht aus Karriere-Notwendigkeit) studiert. Beruflich beschäftige ich mich nach einigen post-studentischen Uni-Jahren mit der Einsatz-Planung und Beratung zu heterogenen IT-Systemen und Massendatenverarbeitung inklusive des Einsatz-Umfeldes und der Koordinierung im Fehlschlagen begriffener Projekte in der Eskalationsphase (was bei den heutigen Projekt-Budgets leider eher die Regel als der Sonderfall ist), bin daher heutzutage eher allgemeiner Unternehmensberater als IT-Berater. Dabei geht es kaum um die eigenen Leistungen als vielmehr um die Koordination diverser Projekt-Beteiligter und der Moderation von aus Interessen-Konflikten herrührenden meist nur scheinbar "technischen" Problemen.

Bei aller nötigen Diplomatie müssen da auch Fakten geschaffen werden, die selten ungeteilte Begeisterung bei allen Beteiligten auslösen und das Wort "konfliktscheu" steht bestimmt nicht in meinem Werbetext, "Konflikt-Lösung" schon. Das Vertuschen kontroverser Positionen gehört bei aller Konsens-Suche nicht zum Arsenal einer wirklichen Konflikt-Lösung, da Vertuschtes weiter schwelt, das Moderieren, die Neubewertung von Positionen, das Herausarbeiten von Konsens-Punkten und das Abtrennen verbleibender Unstimmigkeiten schon.

Wie das bei alten Herren so kommt, die was an die Jugend weitergeben sollen, spielt auch die Nähe zum Universitären wieder eine größere Rolle, wobei fraglich ist, ob das bei den heutigen Zuständen im Bildungswesen (insbes. der bisher schwer misratenen Umstellung auf den Bachelor, der Personalpolitik und den viel zu geringen Budgets für eine besonders existenzwichtige Aufgabe der Nation) eher Segen oder Fluch ist.

Da im Beratungs-Bereich schon allgemein ganz gut verdient wird, als Träger von etwas Erfahrung und spezifischem Know-How noch mehr und die Branche in der "New Economy" eine exorbitante Sonderkonjunktur hatte, konnte es kaum ausbleiben, daß schon relativ früh etwas Kapital zur Verfügung stand, welches ich aus ausgesprochenem Mißtrauen in die Kompetenz vermeintlicher Fachleute niemals Anderen zur Verwaltung überlassen wollte. Dabei habe ich mit Optionscheinen angefangen zu traden und durch glückliche Fügungen und ganz bestimmt nicht durch großes Wissen Geld verdient. Insbesondere war das Risiko-Management so in etwa auf die Faustregel beschränkt, nie mehr als die Hälfte des Geldes zu verlieren. Aus heutiger Sicht war das kein bißchen seriöses Trading, sondern Glück mit "der Flut, die alle Schiffe hob".

Unter meinen Erfolgen habe ich eher sogar gelitten, da ich ganz akademisch "versaut" einen Widerspruch zwischen den objektiv eingetretenen erheblichen Vermögenszuwächsen und der Theorie effizienter Märkte sah. Auch wenn alle Menschen letzlich am Finanzmarkt Geld verdienen wollen, war ich darauf eher nicht wrklich angewiesen, da eine Beratungsfirma mit einer Reihe von Mitarbeitern Gewinne erwirtschaftet, die eher unglaublich und möglicherweise auch unanständig sind, insbesondere wenn man sie mitsamt Mitarbeitern an frühere Kunden überleitet zu einer Zeit, als Good-will wohl etwas überbewertet war.

Eher um diesen Widersprüchen zu zu entkommen, habe ich mich seit etwa 1999 recht intensiv mit der Theorie der Finanzmärkte beschäftigt, wobei ich im etablierten Bereich wenig Brauchbares fand. Im Mainstream werden zuweilen völlig unbrauchbare Axiome angesetzt und das fällt auch jedem halbwegs intelligenten Menschen bei der Beschäftigung damit recht schnell auf, wenn man die richtigen einfachen Fragen stellt. (Fragen mich sogar BWL-Studenten, dann kann es wirklich nicht so genial sein.) Daher habe ich mich für das objektiv Beobachtbare ohne fragwürdig begründete Theorien entschieden, das war Statistik und Chaos-Theorie, wobei ich zugebe, da nur eher unbedarfter Anwender zu sein und die Methoden, wie sie von den Methoden-Sammlungen vorgegeben werden, nur benutzt werden, ohne daß ich einen Anspruch auf überbordendes mathematisches Verständnis lege (wenngleich ich in jungen Jahren mal mathematische Logik, ja sowas gab's mal als Studiengang, studieren wollte, und mir auch als Informatiker im Umfeld der Künstlichen Intelligenz recht abstrakte Dinge eingezogen habe).

Ich habe niemals behauptet, daß man zum Trading theoretische Untersuchungen durchführen muß, die übrigens mit der heutzutage verfügbaren, vielfach sogar kostenfreien Software (z. B. R) gar nicht unendlich mühevoll sind. Ich glaube aber, daß sie auch Leuten, die solche Methoden weniger mögen, helfen können.

Die Backtest-Fraktion unterscheidet sich beim Optimieren von System-Parametern im Nachhinein von der Statistik-Fraktion übrigens darin, daß sie mit der erstmaligen Quantifizierung deutlich später beginnt, nämlich nach der Codierung.

Ohne jeden Zweifel bin ich aber davon überzeugt, daß man zum Trading Zeit und Mühe aufbringen muß, egal ob es um das Durchführen eigener Studien zum Markt, das Entwerfen und Kodieren eigener Programme, das Lesen von Literatur oder schlicht zum Antrainieren des geübten Auges auf den Chart ist. Das angeborene Naturtalent vom Typ "Kam-sah-und-siegte" wird eher die ganz große Ausnahme sein.

Weiterhin bin ich der festen Überzeugung, daß erfolgreiches Trading viel weniger theoretische Fähigkeiten als praktische Fertigkeiten, also den fast unterbewußten Abruf von schon vielmals abgearbeiteten Zusammenhängen erfordert. Das wirklich tiefgreifend eklige Gefühl gerade viel Geld zu riskieren und trotzdem die Ruhe zu bewahren, im Wissen, das Richtige zu tun, hat gar nichts mit der Theorie zu tun, sondern kann nur trainiert werden, was je nach Persönlichkeit schneller, langsamer oder gar nicht geht.

Ganz im Gegensatz zu dem von den Meisten erwarteten Habitus eines gesetzten Akademikers bin ich da eher sehr wagemutig und habe mich erst im Laufe der Jahre diszipliniert. Angst die Tasten zu drücken hatte ich eher selten (abgesehen von einer mehrjährigen Futures-Pause, wobei ich sowieso lieber Optionen handele). So bin ich übrigens auch als Unternehmer oder Budo-Sportler (2. Dan Judo und etwas geringere Erfahrung in anderen Budo-Sportarten).

Seine Gefühle zu beherrschen, muß wieder und wieder trainiert werden. Wenn mir von vertrauten Leuten versichert wird, daß einige Leute hier im Board schon bei einstelligen CFD-Positionen das ganz große Nervensausen kriegen (obwohl ihre Vermögen objektiv ein Vielfaches ermöglichen würden), dann will ich mal wissen, wie das mit mehreren Futures, vielleicht noch Overnight und dann vielleicht noch ganz rasanten Dingern wie dem VIX (obwohl der wegen starker Anti-Persistenz bei richtigem Verständnis gar nicht so schlimm ist) ausgehen soll. Die würden ja im Schlaf sterben vor Angst. Da ich schon mal über die VIX-Eröffnung zum von mir gestellten Kurs schrieb und der erschwerend auch nur 1/3 des Tages gehandelt wird, habe ich das offenbar ganz gut im Griff, vielleicht schon fast in einer Art Ataraxie.
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Tuesday, August 25th 2009, 10:53pm

Perfect Trader

Nachdem PT in vielen Threads entweder als rotes Tuch, oder als "Wissender", wie er sich ja auch selbst bezeichnet, abgehandelt wird, frage ich mich, ob man die fachlichen Bereiche nicht in den entsprechenden Threads belassen kann und die persönlichen Belange auslagert. Ich mache hiermit den Anfang, mich hier zu outen.

Ich habe schon mehrfach erwähnt, dass ich die fachliche Qualifikation von PT sehr hoch einschätze und diese Beiträge immer gerne gelesen habe. Ich weiß auch, dass er wesentlich mehr Studien gemacht hat und sein Trading auf wissenschaftliche Ergebnisse begründet.

Von der Ausbildung her komme ich ursprünglich von der Nachrichtentechnik (HTL in Österreich; nicht vergleichbar mit anderen Ausbildungen im Ausland - Berufsausbildung + Abitur), danach Psychologiestudium mit Schwerpunkt "Entscheidungsverhalten".

Trotzdem (oder gerade deshalb?) würde ich behaupten, man kann sich auch "zu Tode forschen", bzw. das Trading profitiert nicht davon.

Ich gebe zu: Prinzipiell bin ich ein fauler Hund und der Fleiss von PT bezüglich seiner Studien imponiert mir schon. Trotzdem: der Threadtitel "Intuition versus ???" war nicht zufällig gewählt, weil ich einfach glaube, dass man nicht alles in Statistiken erfassen muss, um erfolgreich zu sein.

Im Moment renovieren wir unser Betriebsgebäude und es gibt Troubles zur Genüge.

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