Es geht nicht um Glauben mit der Masse, die liegt oft falsch und da gibt es auch den Spruch mit den 100 Millionen Fliegen, die (aus Sicht der Fliegen) nicht irren können. Sie zieht es neben ihren mit dem Spruch bezeichneten und für sie auch adäquaten Nahrungs-Quellen auch noch wie viele Insekten zum Licht, was sich mit Insektenfallen mit einer Lichtquelle zu ihrem Einfangen nutzen läßt. In gewissen Weise erinnert das an angebliche Trader (angeblich im Sinne von nachvollziehbarer Methodik und Arbeit daran, nicht im Sinne von "schon mal wilde auf den Tasten geklimpert"), die aus dubiosen Quellen Unbrauchbares zehren und einer vermeintlichen Lichtgestalt auf den Leim gehen WOLLEN.
Es kommt aber bei der Beherrschung einer beliebigen Tätigkeit auf reale Kennnisse und Übung in der praktischen Ausführung an. Beides ist keine Frage des Glaubens.
Für brauchbare Kenntnisse esistieren in den meisten Tätigkeits-Bereichen genügend etablierte Theorien und diese sind keineswegs das Gespinne von ein paar verschrobenen Akademikern, sondern um im Laufe der realen Tätigkeits-Ausübung durch sehr viele Menschen in vielen Jahre oft unter erheblichen Anstrengungen gewonnene, verallgemeinerte und sytematisierte Erkenntnisse, die ausreichend begründet und logisch und fachlich schlüssig dargestellt wurden und die darüber hinaus in der praktischen Anwendung empirisch überprüft wurden.
Neben den allgemein verfügbaren Kenntnissen bedarf es noch intensiver persönlicher Mühe, diese Kenntnisse auch persönlich diszipliniert, ausdauernd, nachhaltig und angepaßt umzusetzen. Genau in diesem Punkt scheitern die meisten Trader, genau wie in den meisten anderen Bereichen viel Bekanntes aus Bequemlichkeit einfach nicht umgesetzt wird. Es ist natürlich einfacher, nach immer neuen vermeintlich raffinierteren Dingen zu suchen, statt einfach mal anzufangen, zu arbeiten - sowohl an der Sache als auch an sich.
Zum erfolgreichen Trading gehören unter anderem als wichtige Bestandteile
- psychische Stabilität und die mentale Reife mit Positionen einer bestimmten Größe mit ausreichender Übersicht und Gelassenheit umgehen zu können,
- sinnvolles Risiko-, Money- und Trade-Management,
- Exit und
- Entry
Die psychische Stabilität bei größeren absoluten Risiken bei zunehmender Positionsgröße hat neben einer persönlichen Prädisposition auch etwas mit fortlaufendem Training mit immer größeren Positionen zu tun. Dabei weiß jeder echte Trader, wie schwer es ist, mit Risiken über der eigenen aktuellen mentalen Grenze zu operieren. Diese Grenze kann auch nicht durch Anmaßung oder Wegschwatzen beseitigt werden, da dort die entwicklungsgeschichtlich älteren Teile des Nervensystems die Steuerung in Richtung vegetativen Streß-Verhaltens übernehmen und die rationale Kontrolle zunehmend eingeschränkt bis gar nicht mehr funktioniert und man sich später bei wieder klarem Verstand nur noch wundert, was man da fabriziert hat.
Diese Elementar-Fähigkeit eines Traders zu erwerben, kann gut mit dem Erlernen von Elementar-Fähigkeiten bei einem Kind verglichen werden (Laufen, Sprechen, Gefahren-Erkennung ["gebranntes Kind"] usw.), die für Erwachsene selbstverständlich sind, bei Kindern aber den im ganzen Leben aufwendigsten Lernprozeß überhaupt erfordern - und das über mehrere Jahre mit intensiver Unterstützung durch liebevolle Eltern.
Demgegenüber sind die Kenntnisse zum RM/MM eher schon trivial zu erlernen. Trotzdem weiß jeder wirkliche Trader, wie oft er dageben wider besseres Wissen verstoßen hat - und es teils noch nach vielen Jahren zuweilen immer noch tut.
Gegenüber der eher schwierigen Zukunfts-Prognose, auf die sich die Anfänger, die breite Masse und, dementsprechend den Publikums-Wünschen folgend, auch die Börsen-Trivial-Literatur konzentrieren, und wo es mit wirklich etablierten Theorien, die einigermaßen sicher und nachprüfbar nachhaltig Gewinne einfahren, eher ziemlich schlecht aussieht, ist das RM/MM auch extrem gut theoretisch verstanden und aufgearbeitet.
Wenn nun ein Möchtegern-Trader in seiner Naivität (die noch verzeihbar wäre) oder in medial aufgemotzter Dreistigkeit (die für Fachleute eher ekelerregend ist) zeigt,
- daß er seine Psyche vor lauter Hektik und Selbstdarstellungs-Sucht kaum unter Kontrolle hat,
- beim MM/RM kaum einen Schimmer hat,
- selbst die von ihm selber erkannten Fehler wieder und wieder immer aufs Neue begeht und
- in maßloser Überschätzung seiner nahezu nicht vorhandenen Fähigkeiten mit bizarren Vorstellungen von den Märkten und durchgehender Gefühlswelt ohne jede geordnete Methode munter und rechthaberisch fröhlich Zukunfts-Kurse raten will,
kann das schon als konsolidierte Unfähigkeit erkannt werden, was natürlich ein Minimum von Wissen und Erfahrung, wenigstens aber gesundem Menschen-Verstand erfordert.
Das würde nicht einmal durch einen eine Zeit lang authentischen und positiven Track-Rekord abgemildert, denn für eine Bewertung zählt der Langfrist-Erwartungswert, der sich bei einem bestimmten Trading-Stil ergibt. Wenn da Kennzahlen wie das Risk of Ruin oder ähnliche grottenschlecht sind, wird der Trading-Stil auf lange Sicht im Mittel eben auch mit der ausgewiesenen Wahrscheinlichkeit zum Ruin führen, wobei neben dem finanziellen Ruin meist noch der psychische hinzukommt. Wenn das Trading gleich so konfus gestaltet wird, daß solche Zahlen wegen der spontanen Wechselhaftigkeit nicht mal ordentlich ermittelt werden können, sollte man im Zweifel immer noch katastrophalere Werte annehmen, als man auf Anhieb glauben würde.
Wenn die Story so beginnt, daß jemand schon lange Poker gespielt haben will, sich aber 1.000 EUR Kapital borgen mußte, war doch schon gezeigt, daß die für das Trading erforderlichen psychischen und RM/MM-Qualitäten im Poker schon mal nicht ausreichten, um wenigstens den Mini-Betrag von 1.000 EUR zu erwirtschaften, wobei viele Poker-Buden schon Hunderte EUR Anmeldebonus schenken. Dann nach ausbleibenden Poker-Erfolgen zum vermeintlich lukrativeren Trading überzugehen, hat etwas von "Beim Nachbarn ist der Rasen grüner, die Früchte größer und die Frau schöner", bis man dann bei Beschäftigung mit der Materie merkt, daß in keinem Lebens-Bereich die Bäume in den Himmel wachsen und die gebratenen Tauben (mit Gold gefüllt) durch die Luft fliegen.
Wer sich durch ein bißchen Gepiele mit einer Blog-Software und einer Video-Kamera über vollkommen fehlende bzw. haltlose fachliche Inhalte hinwegtäuschen läßt, zeigt zusätzlich zur fachlichen Inkomeptenz auch noch Defizite im Umgang mit den neuen Medien.