der wohl einsamste dauerwohnort.
Vergessene Inseln
Nur viermal im Jahr lädt die RMS (Royal Mailship) St. Helena, das letzte Postboot Ihrer Britischen Majestät, ihre Fracht im südenglischen Portland zur Auslieferung in die britische Kronkolonie St. Helena im Südatlantik. Drei Inseln gehören Tausende Meilen vom Mutterland entfernt zu dem vergessenen Außenposten des alten Empires: Ascension, St. Helena und Tristan da Cunha. Insgesamt beliefert die einzige Langstreckenfähre der Welt 5000 Einwohner der Kronkolonie. Außer Post und Fracht nimmt die St. Helena auch Passagiere mit. Vor allem Saints, nach St. Helena heimkehrende Insulaner. Andere zivile Transportmittel zwischen den Inseln und dem Mutterland gibt es nicht. Zwölf Tage braucht das Schiff bis Georgetown, dem Hafen und größten Ort auf Ascension, der ersten Station auf der Reise. Die Insel erinnert an eine Mondlandschaft. Es gibt hier einen Luftwaffenstützpunkt und geheime Satellitenstationen der USA, aber auch eine Bodenstation für Ariane-Raketen ist auf der Insel zu finden. Die Zeit scheint stehen geblieben: Bild und Lebensrhythmus erinnert an das England der 50er Jahre. Nach zwei Tagen erreicht die Post St. Helena, die Hauptinsel der Kronkolonie, einst Verbannungsort für Napoleon, der hier starb. St. Helena geriet danach wieder in Vergessenheit. 1300 Meilen südlich von St. Helena ragt die dritte der Kroninseln, Tristan da Cunha, aus dem Südatlantik: Ein gewaltiger Vulkan, der zuletzt 1961 ausbrach. Die dreihundert Bewohner sind eigentlich ein Clan, bestehend aus den sieben Familien, deren Vorfahren vor 200 Jahren hier hängen blieben - eine kleine Gemeinschaft von Insulanern, die mit Trotz und Stolz dem grimmigen Wetter widerstehen. Eine Reise mit der RMS St. Helena in den Südatlantik ist eine Entdeckungsreise in die Vergangenheit des Britischen Empire, in eine Welt der Isolation und Abgeschiedenheit, wo die Zeit oft stillzustehen scheint. Filmautor Walter Helfer zeigt das Leben am Rande der Welt.