@ Adrian
Klug reden ist fast immer leichter als einfach mal machen. Darum werde ich das jetzt auch mal tun, selbst in einem der Threads mit der derzeit meisten Substanz.
Zuerst einmal würde ich mit der Annahme von übermäßig viel verborgenem Guru-Wissens bei Dritten (mich eingeschlossen) vorsichtig sein. Du hast eine konkrete Idee, eine Umsetzung, hast sie getestet, beherrschst Deine Tools und stehst darum schon mal Natur-gemäß viel tiefer in der Sache als Dritte. Selbst wenn diese im Prinzip Ahnung vom gleichen Fachgebiet haben sollten, stehen sie kaum so tief in der konkreten Untersuchung.
Wenn nun einer dieser dritten Beobachter aus der Ferne über das kaum alle Aspekte transportierende Medium eines schriftlichen Stück-weisen Dialogs in einem Forum auch noch partielle Prinzip-Kritik einbringen möchte, ist das einigermaßen gewagt.
Trotzdem möchte ich aber die Frage stellen, ob nicht zu viel an Parametern eines fertigen Systems in Nachhinein nach einem Backtest in der Art einer Nachbesserung gestellt wird, als daß mit einer (ggf. anderen Software) vor der Aufstellung der System-Regeln die Prämissen für die Setups untersucht wurden (wie z. B. irgendwelche Statistiken über die benutzten Muster, die Verteilung ihrer CRV und die Verteilung der Opportunitäten).
Weiterhin möchte ich fragen, warum in einem untertägig arbeitenden System 1) eine so starke Abhängigkeit von der Markt-Phase auftritt und 2) nicht versucht wurde, diese deutlich zu reduzieren, denn die zu sehen, brauchte es ja keines Anstoßes durch Dritte. Das ist keinesfalls vordergründig oder polemisch gemeint, denn im Extremfall bauen manche Leute (Adrian wohl nicht) Systeme dergestalt, daß sie die Vergangenheit auswendig gelernt haben und in der Zukunft darum gar nichts können.
Es muß ja hinter allem Software-Einsatz, der schnell für igendwelchen Input irgendwelchen Output liefert (Stichwort:
GIGO), für die durchgerechneten Sachen auch eine letztliche fachliche Ursache geben, deren Aufdecken meist mehr Erkenntnis-Gewinn liefert als diverse immer neue Berechnungen, die ohne Guidance durch eine wenigstens vermutete Tiefen-Ursache eher an ein Stochern im Nebel erinnern.
Ich bitte das aber ebenso nicht falsch zu verstehen, als ob man erst einmal einen kompletten Katalog aller denkbaren Ursachen nach Prioritäten und Einfluß-Stärke im Kopf haben müßte, bevor man eine Untersuchung beginnt, denn bei einem kreativen Prozeß kann man in jedem Moment auf Unerwartetes und Neues stoßen und es gibt Empirismen, die Jahrzente-lang praktisch genutzt werden, mit deren tieferem Verständnis es recht mau aussieht.